Ohne Worte 😄

Und jetzt ist es soweit: Andrea und Chris sind bald nicht mehr unterwegs, oder nur noch zum Flughafen🙈.

Unser „Traum“ neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Denn in 6 Stunden sitzen wir bereits im Flugzeug.

Mit einem lächelnden und einem weinenden Auge sitzen wir aktuell noch in einem Strassencafé und geniessen ein Bier und die warmen Temperaturen. Wir freuen uns jedoch riesig, unsere Liebsten bald wieder in die Arme zu nehmen!!!

Vielen Dank an Alle, die uns in diesem Jahr „begleitet“ haben, immer wieder an uns gedacht haben und uns Emails und Messages geschrieben haben.

Bis bald, frohe Weihnachten und alles Gute im neuen Jahr!

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1 Nationalpark, viel Wein und 3 Städte

Wieder einmal ging es in ein anderes Land; nämlich nach Chile. Die Pässe waren griffbereit, die Einreiseformulare ausgefüllt und die Früchte, der Salami und der Käse gegessen. Chile überprüft nämlich sehr genau, dass auch ja nichts von diesen Produkten eingeführt wird, denn sie wollen keine Seuchen und Ungeziefer haben.

Wir kamen ohne Probleme über die Grenze und erreichten Puerto Natales kurze Zeit später. Unser Programm für die nächsten 5 Tage stand schon länger fest. Wir planten, zusammen mit Milou und Dennis, den W-Trek im Torres del Paine Nationalpark zu machen – und zwar mit eigenem Zelt, Kochausrüstung und allem, was sonst noch dazu gehört. Wir mieteten also die fehlende Ausrüstung, gingen einkaufen und nochmals richtig lecker essen. Und dann ging es am nächsten Tag los….mit grauen Wolken am Himmel und starkem Wind. Meine Vorfreude war natürlich riesig 🙈. Ein Bus brachte uns zum Parkeingang und weiter bis zur Stelle, wo wir in den Katamaran umstiegen. Nach einer 30-minutigen Fahrt hiess es schliesslich: Rucksack anschnallen und los gings und dies alles mit Regen.

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Meine Freude war seeeehr gross und meine Laune nicht die Beste. So hatte ich mir die letzten Tage unserer Reise nicht vorgestellt…. Zelten? Im Regen wandern? Ou manno…. Und so wanderten wir weiter und weiter und wurden nasser und nasser. Und zwischendurch windete es so heftig (über 100 km/h!), dass man kaum mehr gerade stehen konnte. Ich hörte immer wieder der Hostelangestellte, welcher sagte: “ In Patagonien wechselt das Wetter jede halbe Stunde“! Doch dem war nicht so und so stellte Chrigi unser Zelt im Regen auf. Zum guten Glück gab es neben dem Zeltplatz auch ein Refugio, in welchem wir uns aufwärmen und trocknen konnten.

Am nächsten Tag war es immer noch bewölkt, doch der Regen hatte aufgehört. Wir wanderten die Strecke wieder retour und liefen dann weitere 2.5 Stunden zum nächsten Zeltplatz. Und siehe da, die Sonne zeigte sich! So gefiel es mir schon viel besser und die Landschaft war unglaublich schön!

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Unser Zelt haben wir schnell aufgestellt

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und so widmeten wir uns dem Kochen. Wasser vom Fluss holen, Gaskocher an, Pfanne drauf, warten, Ravioli rein und kurz vor Kochende noch Suppenpulver rein. Hmmm, lecker! Und vor allem nicht schwer im Rucksack 😄!

Am nächsten Tag sagte man uns, dass die kommende Wanderstrecke wegen zu starkem Wind geschlossen sei. Bis zum ersten Aussichtspunkt konnten wir jedoch gehen, nur war die Sicht wegen schlechten Wetters (es regnete schon wieder, grrr) sehr beschränkt. Wir gingen also wieder runter zum Zeltplatz, räumten alles zusammen und wanderten weiter. Unser nächstes Ziel war der dritte Zeltplatz und sogleich der Schönste (auch wenn es nur 2 Duschen und 2 WC’s für geschätzte 70 Personen) gab. Auf der Sonnenterrasse genossen wir eine Flasche Weisswein, bevor es dann zum Znacht wieder Raviolis gab (das gab es übrigens jeden Abend 🙈). Der vierte Tag war der anstrengendste! Es ging vor allem bergauf und dann begann es auch wieder zu regnen und winden. Und ich war wohl nicht die Einzige, die innerlich fluchte!

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Wir gingen früh „auf den Boden“ (Bett kann ich unser Schlafplatz nicht nennen), denn am nächsten Tag klingelte der Wecker bereits um 04.30 Uhr. „Man“ wollte unbedingt den Sonnenaufgang schauen gehen…..Und wieder wanderten wir bei Regenwetter den Berg hoch! Ich will mich aber jetzt nicht beklagen, denn der Ausblick, dann bei Sonnenschein, war wunderschön!

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Und von da an ging es nur noch bergab. Bei einer Pause gönnten wir uns sogar ein Zmorge in einer Berghütte (hmmm, Brot und Eier anstelle von Müesli mit Pulvermilch 😋). Um kurz vor 12 Uhr kamen wir am Ende der Wanderung an

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und um 3 Uhr nachmittags bestiegen wir den Bus in Richtung Puerto Natales. Die warme Dusche, das feine Znacht und das bequeme Bett genossen wir nach diesen 5 Tagen um so mehr.

Am nächsten Tag ging es retour nach Argentinien, nach El Calafate, wo wir am darauffolgenden Tag das Flugi nach Buenos Aires nahmen. Wir hatten 3 Tage eingeplant und besuchten folgende Orte: das farbige Viertel „La Boca“,

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den Friedhof Recoleta,

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San Telmo,

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Plaza de Mayo,

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Palermo und und und. Zudem wurden wir auf einer Streetart Tour (graffitmundo) zu verschiedenen Graffitis gebracht und uns wurde die Szene etwas näher erklärt.

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Wir waren meistens zu Fuss unterwegs und so erstaunte es uns nicht sonderlich, dass wir am Abend todmüde in unser Kajüttenbett (es lebe das Mehrbettzimmer 🙈) fielen. Am letzten Abend besuchten wir noch die Show „Fuerza Bruta“, welche uns von vielen anderen Touristen empfohlen wurde. Wir durften uns jedoch nicht erkundigen, um was es ging. Mit einem „Wow“ im Mund und einem Lächeln im Gesicht ging es weiter zum Busterminal und mit dem Nachtbus (unsere letzte Reise über Nacht „yessss“) nach Mendoza.

In Mendoza wurden wir von Norbert, einem Bekannten aus der Schweiz, herzlich empfangen. Norbert und seine Frau Andrea wanderten vor gut 2 Jahren nach Argentinien aus und machten sich als Weinhändler (Exporte in die Schweiz, http://www.thebodega.ch!!!!) selbstständig. Am Abend gingen wir dann zu viert Fleisch Essen und Chrigi bestellte tatsächlich 600 Gramm Baby Beef 🐂 ….. Und weil er alles aufgegessen hatte, war es am nächsten Tag sonnig und angenehm warm 😄. Mendoza ist für seinen Wein sehr bekannt und so war von Anfang an klar, dass wir 2 Bodegas anschauen gehen. Zum ersten besuchten wir die Weinfarm Atamisque, wo wir doch tatsächlich, Norbert und Andrea sei Dank, Wein ab den Fässern probieren duften. Am zweiten Ort (Bousquet Weinfarm) genossen wir dann ein 6-Gang-Menu. Natürlich konnten wir auch hier diverse Weinsorten probieren. Den Abend liessen wir dann bei Andrea und Norbert, mit Wein und einem Fleisch-Käse-Plättli 😋, ausklingen. Am nächsten Tag schlenderten wir gemütlich durch Mendoza und genossen ein herrliches Lomito (Sandwich mit einem Plätzli). Und am Nachmittag widmeten wir uns wieder dem Thema Winetasting. Diesmal jedoch auf dem Balkon von Andrea und Norbert. Die letzte Nacht verbrachten wir dann auch bei ihnen. Unser Hostel hatte nämlich keinen Platz mehr für uns – im Nachbarsort fand angeblich ein Konzert eines berühmten Sängers statt. Vielen Dank nochmals an Andrea und Norbert für die Gastfreundschaft und die suuuper Zeit in Mendoza.

Am Sonntag Morgen bestiegen wir den Bus in Richtung Valparaiso, Chile. Dieses Mal war der Grenzübertritt eine längere Sache. Wir warteten fast 4.5 Stunden vor der Grenze. Angeblich starb eine Person, die Beamten hatten Angst und schlossen die Grenze. Es wurde dann aber Entwarnung gegeben und wir konnten nach Chile einreisen. Valparaiso ist eine farbenfrohe, versprayte, schöne, hügelige und hippe Stadt am Meer. Wir blieben leider nur 2 Nächte dort, genossen aber das spezielle Flair, die Sonne und wieder einmal Sushi.

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Und dann hiess es: zum letzen Mal Bus fahren. Auf nach Santiago! Auch in dieser Stadt schlossen wir uns walkingtouren an und kamen so in den Genuss, diverse Stadtteile und Märkte von Santiago zu sehen. Wir genossen das warme Wetter in Strassencafes, Ceviche (roher Fisch in Limettensaft), Wein und das Nichtstun.

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Denn es wird gesagt, dass schon bald ein anderer Wind wehen wird……

Bergen, Schoggi und Gletscher

In Cordoba liessen wir es uns vier Tage lang gut gehen. Denn die zweitgrösste Stadt Argentiniens war sehr sonnig, hatte gute Restaurants und einiges an Kultur zu bieten. Somit gingen wir seit Australien wieder einmal ins Kino und füllten unsere Bäuche mit Popcorn 😁. Auch versuchten wir eine Tangoaufführung, in der schönen Oper irgendwie, zu interpretieren 😅.

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In diesen Tagen erkundeten wir auch eine alte Bibliothek mit Weltkarten aus dem 1600 Jahrhundert (Potosi war natürlich eingezeichnet) oder besuchten das Che Guevara Haus etwas ausserhalb der Stadt.

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Vier Tage später holten wir im „Empanada Haus“ unsere Reiseverpflegung für unsere längste Busfahrt überhaupt. Denn bisher konnten wir jegliche Busreise, welche länger als zwölf Stunden dauert, vermeiden. Jetzt sollte es ganze 24 Stunden dauern 😫. Nach zehn Empanadas, einer Flasche Wein, Kaffe aus dem Beutel und längerer Dösenszeit, erreichten wir endlich die Stadt der Wale, Orcas und Pinguine! Am ersten Tag gings sogleich auf die Halbinsel Valdes, wo sich Pinguine, Robben und Wale herumtummeln. Und wenn man die richtigen Saison erwischt, kann man sogar Orcas bei der Jagd verfolgen. Diese kommen nämlich bei Flut bis an die Küste um die Robbenbabys zu fressen 😋. Auf jeden Fall waren die Robben am sonnen, die Wale am chillen und die Orcas irgendwo im Meer am verdauen. Immerhin haben uns die Pinguine mit ihrer lustigen Art unterhalten 👍.

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Am nächsten Tag mieteten wir ein Auto und erreichten nach zwei Stunden Punta Tombo! Und diese Destination war sicherlich ein Highlight unserer Reise. Denn in diesem Tierschutzreservat befinden sich nämlich zur Paarungszeit bis zu einer Million Pinguine – die grösste Magellan Pinguinenkolonie weltweit! Ein gekennzeichneter Weg führt über 1.5 km quer durch das Pinguinenreich bis runter zur Küste, wo die Pinguine in den Wellen surfen. Über zwei Stunden erlebten wir inmitten von hunderttausenden Pinguinen deren Alltag. Und dies in nächster Nähe. Natürlich outete ich mich bei Gelegenheit auch als Fan der sympathischen Vögel.

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Ein genialer Ort! Und ich glaube auch, dass die Pinguine sich wohl fühlen!

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Nach diesem Erlebnis gings weiter in die Schweiz… Zumindest in Schweiz von Argentinien. Denn die Stadt Bariloche sah mit ihren Seen, in welchen sich die Bergen spiegelten, der Schweiz verdammt ähnlich.

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Zudem brüstete sich dieses Stadt mit der besten Schokolade des Landes. Aber auch der Bernhardiner Hund half da mit, sich wie in der Schweiz zu fühlen. Im Hostel trafen wir wieder unser Holländer Pärchen Milou und Dennis, welches wir seit Cafayate nicht mehr gesehen hatten. Die vier Tage verbrachten wir mit Biken, Autofahren und dem verputzen von Schokolade in flüssiger und in Pralinée Form. Auch das Fleisch war nicht ohne. Denn dank den Tipps von den Maurers (👍) verputzten wir im „El Boliche de Alberto“ das beste Stück unserer Fleischkarriere 😋. Das Highlight in Bariloche war aber der Moment vor dem Fernseher, als die Schweiz den Davis Cup Titel holte!!! 🎾 Hopp Schwiiz!!

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Nach vier Tagen „Schweiz“ machten wir uns auf, den Süden Argentiniens zu erkunden. Der erste Tag verbrachten wir in einem Ort, welcher nach einer Beere benannt ist – El Calafate. Dieses Städtchen wird vor allem wegen seinem „Hausgletscher“ besucht und ist voll auf den Tourismus ausgelegt. Denn es gibt wahrscheinlich mehr Restaurants, Tourenanbieter und Shops als Wohnhäuser.

Wir entschieden uns den Perito Moreno Gletscher mittels einer alternativen Tour zu besuchen. Mit dem Bus fuhren wir zuerst zu einer kleinen Farm um uns mit Kaffee und heisser Schokolade aufzuwärmen. In dieser fanden wir auch ein kleines Lama vor, welches so nah an die Heizung stand, dass seine Wolle anfing zu brennen 🙈.

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Weiter ging es mit einem einstündigem Hike mit Blick auf den Gletscher und dessen See. Die Landschaft war sehr schön und das Treibeis fror einem die Finger ab 😅.

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Nach dem Hike und einer kurzen Busfahrt erreichten wir endlich die riesige Eiswand. Der Perito Moreno Gletscher ist einer der einzigen, welcher „stetig“ ist. Also weder an Länge zulegt, noch zurückgeht. Seine Zunge streckt sich über einen See und erreicht sogar das Festland. Beim ersten Aussichtspunkt traut man seinen Augen nicht, wie riesig der in Wirklichkeit ist. Denn die Steilwand, die aus dem See empor steigt, ist bis 60 Meter hoch. Mittels kilometerlangen Holz- und Gitterstegen kann man den Gletscher von ganz unterschiedlichen Winkeln beobachten. Und die Distanz zur blauweissen Wand beträgt keine 50 Meter!

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Das Spektakulärste daran ist aber, wenn sich 30 Meter Brocken lösen und eine Sekunde später das Donnern die Ränge erreicht. Denn durch den nachwachsenden Druck und durch die Hitze fallen all paar Minuten irgendwelche Brocken ab! Wirklich imposant das Ganze!

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Am Abend stiegen wir bereits in den Bus Richtung El Chalten. Während der dreistündigen Fahrt hatten wir sogar das Glück eine wunderschöne Aussicht auf die bekannteste Bergkette der Region inklusive Cerro Torre und Mt. Fitzroy zu haben 👍.

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Die nächsten Tage fühlten wir uns wie in einem Bergdorf. Die Gäste des Hostels waren entweder Kletterer oder Wanderer. Etwas anderes gab es in diesem Dorf nicht. Somit wurde in den nächsten drei Tage früh aufgestanden, gewandert und am Abend gekocht. Dabei kletterten wir in fünf Stunden hoch zur „Laguna Torres“ und sieben Stunden zur „Laguna de los tres“ unter dem Mt. Fitzroy. Wenn dann noch die Sonne schien, war die Szenerie gewaltig!

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Aber auch die Tiere meinten es gut mit uns. Vor allem der Woodiwood Picker, liess uns an seinem Werk teilhaben 😄.

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Am letzten Tag buchten wir eine Wandertour auf dem Viedma Gletscher, welche nicht ganz ohne war. Schon die Strecke über das geschliffene Gestein war schon schön. Die Strecke auf dem ewigen Eis war dann etwas kurz, jedoch ein interessantes Erlebnis.

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Im Norden von Argentinien

Wir (Milou, Dennis, Chrigi und ich) reisten auch am nächsten Tag wieder zusammen – diesmal in Richtung Argentinien. Doch bevor wir die Grenze passierten, plünderten wir noch den Geldautomaten. Denn wir wussten, dass man in Argentinien USD auf dem Schwarzmarkt zu einem viel besseren Wechselkurs in argentinische Pesos wechseln kann. Man verdient also, ohne etwas dafür zu machen 😊. Tönte so richtig verlockend!! Über der Grenze waren wir schnell und so hatten wir nach dem Busticketkauf noch 1.5 Stunden Zeit für ein herrliches Mittagessen (Fleisch bitte 😋). Also sassen wir gemütlich da, diskutierten über Gott und die Welt und über das feine Essen, welches uns in Argentinien erwarten wird. Dennis war sich bei einem Wort auf englisch nicht mehr ganz sicher und so schaute ich auf Chrigis Iphone im Übersetzungsprogramm nach. Ich schaute dabei gleich noch auf die Uhrzeit und fragte die anderen: „Hey, haben wir nicht eine Stunde Zeitverschiebung?“ Danach ging alles ruckzuck. Chrigi erkundigte sich am Nachbarstisch nach der richtigen Uhrzeit und schon war er unterwegs in Richtung Busbahnhof. Denn ich lag richtig; es war kurz vor Abfahrtszeit des Buses, also bereits eine Stunde später 🙈. Chrigi rannte wieder ins Restaurant retour um uns mitzuteilen, dass er die Tickets umtauschen konnte und der nächste Bus in 15 Minuten fahren würde. Das Essen kam, wir „verschlangen“ alles, was möglich war und liessen uns den Rest einpacken. Manno…..so hatten wir uns den Start in Argentinien nicht vorgestellt! Aber es ging ja nochmals alles gut. Im Bus hatten wir dann genügend Zeit, das Essen doch noch zu geniessen.

Ein paar Stunden später kamen wir in Humahuaca an. Zuerst musste die Dreckwäsche zum Waschsalon gebracht werden und dann widmeten wir uns dem Thema Dollar-Wechsel. Da das ganze illegal ist, aber trotzdem toleriert wird, wussten wir nicht so richtig, wie vorgehen. Also fragten wir mal ganz diskret am Busbahnhof und siehe da, es wurde uns versprochen, dass um acht Uhr Abends ein Herr mit dickem Bauch und Brille kommen werde…..wir sollten einfach auf ihn warten. Gesagt, getan, mit einem mulmigen Gefühl im Bauch. Was ist, wenn der uns abzockt oder uns überfällt? Was ist, wenn uns die Polizei fragt, was wir da machen? Doch das ganze erwies sich als ziemlich simpel…..nur konnte uns der Mann mit dem dicken Bauch und der Brille keinen guten Wechselkurs anbieten. Wir wurden dann aber zu einem Lebensmittelgeschäft gebracht und siehe da, wir bekamen die Pesos. Und das Wechsel-Geschäft scheint in diesem Laden angeblich so gut zu laufen, dass der Besitzer sein Geld sogar in einem prall-gefüllten Plasticksack aufbewahrt 😃. Somit wechselten wir anstatt zum üblichen Kurs von 8.50, zum Wechselkurs von 13.00 💵👍.

Am folgenden Tag brachte uns ein Taxi, via Schotterpiste, zu einem wunderschönen Örtchen. Der Ausblick auf den Berg „Hornocal“ war einfach genial!

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Den Nachmittag verbrachten wir bei einem Glas Wein auf unserer Terrasse und den Abend liessen wir dann gemütlich bei einem feinen Znacht ausklingen.

Am nächsten Tag ging es bereits wieder weiter und zwar nach Tilcara. Das Wetter war herrlich; mit viel Sonne und warmen Temperaturen. Kein Wunder lächelte mich da die Terrasse unseres Hostels an 😎. Chrigi ging tagsüber mit Dennis und Milou zu einem Wasserfall und später trafen wir uns dann zum Znacht wieder. Und auch hier wurden wir wieder überrascht! Wir assen in Bolivien nie schlecht. Doch im Vergleich zu Argentinien kann Bolivien gleich einpacken.

Am nächsten Tag wurden wir nach Purmamarca, welches am Fuss des berühmten Cerro de los Siete Colores (Hügel der sieben Farben), der eine spektakuläre gezackte Form hat, chauffiert. Zuerst „krackselten“ wir zu einem Aussichtspunkt hoch und danach umrundeten wir den „Berg“ in gut einer Stunde! Es bot sich uns ein fantastisches Farbenschauspiel!!!

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Am späteren Nachmittag nahmen wir dann den Bus nach Salta. 2 Tage danach verliessen wir die Stadt in Richtung Cafayate, Argentiniens zweitwichtigstes Zentrum für die Produktion hochwertiger Weine. Cafayate ist für seinen Torrontés berühmt, eine Rebsorte, aus der ein aromatischer Weisswein gekeltert wird. Die hiesigen Bodegas produzieren aber auch einige leckere Rotweine wie Cabernet Sauvignon, Malbec und Tannat. Die Weingüter und die Bodegas können selbstverständlich besucht werden. Wir liessen uns die diversen Arbeitsschritte der Weinherstellung in der Bodega Nanni erklären und durften danach, gegen einen kleinen Betrag, den Wein auch degustieren. Am nächsten Tag besuchten wir die Bodega Piatelli; auf dem Mountainbike und in der brütenden Sonne. Kein Wunder genossen wir unser Mittagessen auf der luftigen und kühlen Restaurantterrasse um so mehr.

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Nebst den vielen Weinbodegas gibt es in Cafayate auch eine Ziegenfarm

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mit dazugehöriger Käserei. Hmmmm…..! Absolut einen Besuch wert; üauch weil man in den Genuss kommt, diverse Käsesorten zu probieren. Und was kulinarisch auch noch zu einem Highlight gehörte, war das Weisswein-Glace 😋.

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Den einen Nachmittag gestalteten wir mit einem Ausflug zur Quebrada de Cafayate.

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Wir hatten unseren eigenen Chauffeur, welcher uns von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit brachte. Die Gegend sah jener rund um Humahuaca sehr ähnlich. Und doch waren wir erneut sehr fasziniert von diesen farbigen Felsen!

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In Cafayate haben wir die Anzahl Übernachtungen gleich 2 Mal verlängert und so blieben wir insgesamt 4 Nächte. Den Aufenthalt haben wir in vollen Zügen genossen. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die feinen Empanadas,

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die Asados,

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das kuule Hostel mit „Unterhaltung“,

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die Gesellschaft von Milou und Dennis und und und. Und doch mussten wir uns von diesen beiden verabschieden; sie hatten nämlich andere Reisepläne.

Auf dem Weg nach Tafi del Valle wurde es draussen immer düsterer, Nebel zog auf und schlussendlich begann es auch noch zu regnen. Pfui! Am liebsten wären wir weitergefahren, denn als wir ausstiegen, spürten wir zudem noch den grossen Temperaturunterschied zu Cafayate, brrr.. wir froren! Das Wetter zeigte sich auch am nächsten Tag nicht von seiner besseren Seite und so sassen wir frühmorgens bereits wieder im Bus. Nächstes Ziel Cordoba!

Minen und Wüsten

Unser zweitägiger Aufenthalt in Potosi war für mich eine Lehrstunde. Denn diese etwas karge, raue Stadt zeigte mir ein interessantes geschichtliches Kapitel auf.

Dieses begann als die Spanier im 16. Jahrhundert Südamerika eroberten. Mit Potosi wurde aber nicht nur eine weitere Stadt eingenommen, sondern ein riesiges Vorkommen an Silber in Form eines Berges. Kurz darauf startete eine über Jahrhundert andauernde Ausbeutung der Rohstoffe und indigener Arbeiter. Letztere mussten nämlich bis zu drei Monate pro Jahr in den Minen arbeiten, um ihre angeblichen Steuerschulden bei den Spaniern zu begleichen. Die Arbeit war hart, die Arbeitsschichten lang und der Staub verstopfte die Lungen, sodass viele an Lungenkrebs starben. Doch damals interessierte es niemanden. Denn das Silber war gleichbedeutend mit Macht und bereicherte das spanische Königreich ungemein.

Um das Edelmetall nach Spanien transportieren zu können, musste es zuerst in Münzform umgewandelt werden. Somit wurde Potosi kurzerhand zur Münzherstellungsstätte erkoren. Eine der einzigen der Welt. Im nu war Potosi eine der bekanntesten Städte überhaupt und auf jeder Weltkarte eingezeichnet. Das heutige Museo della Moneta zeigt die gesamte Einwicklung der Münzprägung von 1572 bis 1950. Darunter befinden sich sogar einige Maschinen, welche Leonardo da Vinci extra für Potosi entwickelt hat. Potosi gilt ausserdem als Gründungsstadt der heutigen Münze, wie wir sie kennen.

Und heute? Nach mehreren Jahrhunderten gibt es die Minen immer noch. Sie sind inzwischen sogar grösster Arbeitsplatz der Stadt. Denn sechzehn Tausend arbeiten heute immer noch im inzwischen löchrigen, etwas instabilen Berg. Auch gibt es mittlerweile X-Tausend Eingänge, viele über Etagen miteinander verbunden. Dies birgt die grösste Gefahr, denn Tod durch Mineneinbrüche ist die häufigste Todesursache. Nichts desto trotz ist die Arbeit in der Mine ein zweischneidiges Schwert. Einerseits verdient man ausserordentlich gut und das Einkommen ist steuerfrei. Andererseits ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass man zwischen 45-50 an Lungenkrebs sterben wird, wenn man nicht schon vorher vom Berg verschlungen wird.

Doch auch das Coca Blatt hatte eine sehr bedeutende Stellung. Denn mit den Spaniern fand logischerweise auch die Katholische Kirche ihren Weg nach Südamerika. Und das Coca Blatt, welches von der indigenen Bevölkerung seit eh und je gekaut wurde, war dem heiligem Stuhl zu Beginn ein Dorn im Auge. Also verteufelten und verboten sie es. Dass das Coca Blatt aber ein Wundermittel war, fanden auch sie kurze Zeit später selber heraus. Die Spanier merkten nämlich, dass die Arbeiter durch das Kauen des Coca Blattes, weder müde noch hungrig wurden. Kurzerhand wurde das Teufelsblatt nicht nur als legal erklärt, sondern gleich für alle Minenarbeiter obligatorisch. Und um das Coca Blatt dann noch zu vergolden, wurden gleichzeitig noch Steuern darauf erhoben 💰💰💰. Der Coca Handel ging sogar so weit, dass das grüne Blattes den gleichem Wert wie Silber hatte.

Der eigentliche Grund warum es aber Touristen in die kalte Stadt zieht, ist die Chance, ein Minenalltag hautnah erleben zu können. Denn ehemalige Minenarbeiter bieten eine Führung rund und inmitten der Silberminen an. So war es auch kein Wunder, dass uns dies gleich mehrere Bekanntschaften empfohlen hatten. Denn um solche ehrliche Erfahrung machen zu können, reist man ja schliesslich um die Welt. Ich packte die Chance beim Schopf und wartete recht neugierig auf den Start der sechsstündigen Minentour. Als allererstes musste man als Miner angezogen werden, was dann so aussah:

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Weiter gings zum Miners Market, wo jeder der Teilnehmer nach belieben Dynamit (!), Zündschnur, Coca Blätter, Süssgetränke und 96 prozentigen Alkohol kaufte. Mit letzterem (ich gab ihm den Spitznamen Halstrockner) wurde dann noch angestossen. Der ganze Einkauf war nicht für den Eigengebrauch gedacht. Die gekauften Waren wurden nämlich während des Besuchs an alle Minenarbeiter abgegeben, als Gegenleistung dafür, dass sie uns an ihrem Arbeitsalltag teilhaben liessen.

Die Arbeit als Miner wird seit Generation zu Generation weiterverfolgt. Auch aus diesem Grund sind Kinder in den Minen denn auch keine Seltenheit. Die Minenarbeiter sind stolz auf ihren Beruf und erzählten uns auch, wie lange sie bereits in den Minen ihr Brot verdienen oder wie lang ihre Schicht an diesem Tag noch dauern soll. Nach zwei Stunden in den Minen und über 1700 Meter tief im Berg drin, ehrten wir noch den Tio (Teufel des Berges) und schenkten ihm Coca Blätter, Zigaretten und Alkohol als Dank, dass er uns wieder heil raus liess.

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Neben all dem lernte ich in der mit 4070 Meter über Meer befindenden höchsten Stadt der Welt, was ein Submarino Getränk ist. Ein warmes Glas Milch in welches man ein Schoggistängel eintaucht und dieses langsam vergehen lässt. Sozusagen ein selbstmörderisches U-Boot 😋.

Uyuni als letzte Reisedestination in Bolivien stand schon seit längerem fest. Von dort sollte es nämlich mit einer dreitägigen „Salar de Uyuni“ Tour nach Chile gehen. Doch am ersten Abend in Potosi trafen wir wieder das nette Holländerpaar Dennis und Milou. Diese erzählten uns von der Stadt Tupiza und von der Rundreise quer durch den Salar de Uyuni. Wie es halt beim reisen so ist, erreichten wir zwei Tage später nicht Uyuni, sondern das umgeplante Tupiza. Um fünf Tage später dann in Argentinien einzureisen 😄👍.

Der Tipp, die Rundreise durch mehrere Nationalpärke inklusive Salar de Uyuni nachzugehen, war Gold wert. Denn glücklicherweise trafen wir unsere Tippgeber wieder und starteten am nächsten Tag zusammen mit eigenem Jeep und Guide unseren genialen Trip.

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Die Reise durch die riesige Fläche bot eine unglaubliche Vielfalt von Fauna und Flora. Am ersten Tag führte uns der Weg an Canyons und Vulkanen vorbei und wir lernten dabei diverse Tiere und Kakteen kennen.

Am zweiten Tag besichtigten wir unter anderem Salzseen, in welchen man immer noch Salz abbaut. Weiter besichtigten wir eine Geysir Landschaft und die unglaubliche Laguna Verde. Nur das Timing der Hauptakteure stimmte beim Fotoshooting nicht so ganz 😄.

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Auch fanden wir etwas minderfahrtaugliche Fahrzeuge, in denen man uns ans Steuer liess 😜.

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Der dritte Tag haute, mit der Besichtigung der roten Lagune, alle von den Socken. Vor allem weil diese mit unzähligen Flamingos bevölkert war und dies auf 4000 Höhenmeter.

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Der Abstecher im Hot Water Pool war da nur noch Nebensache 😎.

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Die letzte Nacht auf der Tour verbrachten wir im genialen Salzhotel. Wie es der Name schon erahnen lässt, ist dieses komplett aus Salz!

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Am letzten Tag kam das eigentliche Highlight. Was meiner Meinung nach das Pünktchen auf dem i war. Zu Unzeiten starteten wir im Dunklen, um quasi im Nichts über die Salzwüste zu fahren. Als dann auch die Sonne ihren Tag startete, hielten wir diesen Moment natürlich mit eine Sprung mitten in der Wüste fest.

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Unser nächster Wanderstopp war dann eine Insel aus versteinerten Korallen, überwuchert mit riesigen Kakteen. Passte in der Salzwüste wie eine Faust aufs Auge. War trotzdem eine sehr interessante Veranschaulichung der Naturgesetze.

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Später kam dann das am meisten erwartete Highlight. Denn die Salzwüste bietet eine einzigartige Kulisse, indem der Betrachter des Bildes optisch getäuscht werden kann. Das Resultat spricht für sich selber 😁

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Als Abschluss besuchten wir den riesigen und imposanten Lokomotivfriedhof.

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Nach vier Tagen, etwa 40 Stunden Fahrzeit und das Gefühl auf einem unbewohnten Planeten zu sein, kamen wir zurück zur Realität. Nicht zur richtigen, zur Reiserealität 😄. Zur richtigen gehts zum Glück noch eine Weile.

Copacabana, La Paz und Sucre

Nach einer 8-stündigen Busfahrt erreichten wir am Abend Puno, wo wir nur zum Übernachten anhielten. Am nächsten Tag verliefen die Fahrt zur Grenze, der Grenzübergang nach Bolivien und auch die Weiterfahrt nach Copacabana ohne Probleme. Das touristische Städtchen liegt am Ufer des Titicacasees, welcher der höchst gelegene (3810 Meter über Meer) Süsswassersee der Welt ist. Im Bus machten wir noch mit 2 Pärchen aus der Schweiz Bekanntschaft, Silvia & Martin und Rebecca & Lukas. Der Fall war klar: man traf sich zum Nachtessen. Und daraus wurde ein lustiger und gemütlicher Abend!

Der nächste Tag verbrachten wir mit Lesen und Liegen im Hotelzimmer. Denn irgendetwas brachte unser Magen-Darm-System so richtig durcheinander und da will man sich nicht zu weit weg von einer Toilette aufhalten 🙈. Am Abend gings dann bereits wieder ein wenig besser und wir dachten, dass die italienische Küche unserer Verdauung bestimmt gut tut. Gesagt, getan, und das alles mit Gunilla! Per Zufall liefen wir unserer dänischen Bekannten in Copacabana wieder über den Weg 😊. Die Pasta war und tat gut und wir hatten uns vieles zu erzählen. Mit vollen Bäuchen verabschiedeten wir uns dann wieder von Gunilla. Dieses Mal wohl zum letzten Mal. Ihre Route führte sie nämlich woanders durch.

Am nächsten Tag tuckerten wir mit dem Schiff zur Isla del Sol (Sonneninsel) hinüber. Nur leider sah es gar nicht nach Sonne aus und als wir im Hafen im Norden der Insel ankamen, regnete es sogar ein wenig. Doch wir liessen uns von unserem Vorhaben, vom Norden in den Süden zu wandern, nicht abbringen. Mit Sandra und Reto (einem weiteren Schweizer Paar) liefen wir die paar Kilometer Richtung Süden. Das Wetter spielte zum Glück mehr oder weniger mit und am Schluss genossen wir dann im Süden der Insel doch noch die Sonne.

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Gegen Abend kehrten wir wieder nach Copacabana zurück und assen mit all „unseren“ Schweizer (diesmal sogar zu acht) Znacht.

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns und machten uns auf in Richtung La Paz. Die Aussicht während der Busfahrt entlang dem Titicacasee war wunderschön. Nur leider hatte es der Buschauffeur ein wenig eilig: die Fotos aus dem Bus sind alle verschwommen. Als wir plötzlich anhielten, stiegen die Einheimischen aus und liefen Richtung See zu einem Bootssteg. Also folgten wir ihnen. Und gleich nachdem alle ausgestiegen waren, fuhr unser Bus auf eine Miniminiminifähre…..wenn die nur nicht untergeht 😊.

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Es ging aber alles gut und so erreichten wir La Paz am späten Nachmittag.

Über La Paz hörten wir sehr viel Gutes wie auch Schlechtes. Uns jedoch hat es gleich von Anfang an sehr gefallen; vermutlich lag es daran, dass wir gleich nach der Ankunft durch die Strassen, gefüllt mit vielen Souvenirläden, schlenderten 😃. Am nächsten Tag liessen wir uns mit der Gondelbahn zu einem Markt bringen. Man konnte dort alles kaufen; von Autoersatzteilen, über Lebensmittel, CD’s und so weiter. Nur konnten wir all dies nicht wirklich brauchen und so verliessen wir den Markt in Richtung La Paz’s Friedhof. Über diesen fuhren wir nämlich mit der Gondelbahn und er sah von oben herab schon sehr interessant aus. Ein Friedhofsbesuch? Ja, ich weiss, es kommt einem vermutlich komisch vor, aber dieser Friedhof war wirklich ein wenig anders als bei uns; irgendwie schön und interessant.

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Um kurz vor 2 Uhr trafen wir vor dem Gefängnis „San Pedro“ ein. Chrigi und ich haben beide das Buch „Marching Powder“ (seeeehr zu empfehlen) gelesen und so fanden wir es umso interessanter, live vor diesem Gefängnis zu stehen. Und eigentlich möchte ich jetzt gar nicht mehr über San Pedro erzählen: geht in einen Buchladen, kauft das Buch und seid überrascht und erstaunt 😃. Um 2 Uhr startete dann die gratis La Paz Führung von „red caps“, welche sehr informativ und interessant war.
Auf dem Nachhauseweg (unser Zuhause ist das jeweilige Hostel 😜) trafen wir per Zufall wieder auf Rebecca, Lukas, Silvia und Martin, welche auf der Suche nach einem Schweizer Restaurant waren. Es war etwa halb fünf Uhr und wir 2 waren noch nicht wirklich hungrig. Chrigi konnte dann jedoch den Käsespätzli doch nicht widerstehen. Und wen sahen wir per Zufall dort noch? Gunilla 😄.

Um halb 9 gingen wir dann „richtig“ Znachtessen; wieder einmal mexikanisch und dazu gab es eine Flasche Bolivianischen Rotwein. Und dann verabschiedeten wir uns wieder von den Schweizer. Sofern der Plan umgesetzt wird, treffen wir uns dann mal in der Schweiz zum Brunchen, mit Lachs 😄.

Wer La Paz besucht, besichtigt sicherlich auch den Hexenmarkt. Es gibt nur wenige Stände und Läden, doch diese wirken mit den toten Lamas, welche vor jedem Shop hangen, ziemlich gruselig.

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Die red caps erzählten uns, dass diese kleinen Lamas alle auf natürliche Art gestorben sind. Leute, welche ein neues Haus bauen, kaufen diese und „opfern“ sie der Mutter-Erde. Sie werden also unter dem Haus „begraben“ und sollen das Haus so beschützen.

Von La Paz flogen wir dann nach Sucre, in die Hauptstadt Boliviens.

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Wir quartierten uns vier Nächte im Hostel La Dolce Vita ein und genossen die Gastfreundschaft von Jacqueline und ihrem Ehemann sehr. In Sucre haben wir es uns richtig gut gehen lassen: wir gingen fein und teuer (für unsere Verhältnisse jedoch seeehr günstig) Essen, ein wenig Ausschlafen, selber kochen und Zopf backen (diesmal hats geklappt) 😋 …. Auf einem Ausflug konnten wir zudem millionen-alte Dinosaurier-Spuren betrachten.

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Und zudem lernten wir Dennis und Milou, aus Amsterdam, kennen.

Salkantay Trek und Machu Picchu

Zurück in Cusco freuten wir uns auf einen gemütlichen Abend und genossen die Nacht im beheizten Hostelzimmer. Denn in den nächsten vier Tagen wanderten wir über den Salkantay Pass. Und dieser sah nämlich zwei Nächte im Freien vor. Brrr…

Der Salkantay Trek wurde von National Geografic zu den 25 besten Treks weltweit gewählt. Dies aufgrund der vielen Mikroklimas und der somit vielen unterschiedlichen Landschaften.

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Da wir eine Tour gebucht hatten, mussten wir nur das Tagesgepäck- sprich: Wasser, Regenponcho und Kamera – tragen. Denn unsere Dreiergruppe wurde jeweils von einem Guide, einem Koch und einem „Pferdemann“ (der Besitzer vom Pferd, welches das Essen und unser Gepäck transportiert) umsorgt.

Am ersten Tag erreichten wir nach einer langen Busfahrt und dem zweistündigen Trek, bereits unseren Schlafplatz. Weil das Wetter hielt, entschlossen wir uns noch die 400 Meter höher gelegene Lagune als Zusatzloop zu erklimmen. Anstrengend aber lohnenswert (so lange die Sonne schien).

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Die erste Nacht auf knapp 4000 Meter war richtig kalt. Zum Glück verfügte unser Tourveranstalter über eine gute Ausrüstung (Viererzelt für zwei Personen, warme Schlafsäcke, Isomatten usw.). Trotzdem waren wir froh, unsere Thermounterwäsche dabei zu haben. Denn diese hielt uns bis zur Bettzeit etwas warm. Das schönste war aber der Himmel mit Millionen von Sternen und die mit Abstand grösste Milchstrasse, welche wir bisher gesehen haben!

Am zweiten Tag bestiegen wir den höchsten Punkt des Salkantay Pass und hielten den Moment natürlich fotografisch fest 😎!

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Die nächsten eineinhalb Tage ging es praktisch nur noch bergab und vom kargen Gebirge erreichten wir bereits nach ein paar Stunden den Regenwald. Pumas und Bären soll es hier haben. Wir sahen immerhin Kolibris und kämpften gegen die Moskitos 😜👍. Aber auch die Pflanzenwelt konnte sich blicken lassen.

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Nach drei Tagen, 4000 Höhenmeter, ca. 40 Kilometer, neunzehn Stunden wandern und eine Stunde Zugfahrt erreichten wir endlich unser Zwischenziel, Aguas Caliente (Machu Picchu Town). Denn der Besuch der weltberühmten Ruinenstätte führt entweder direkt über den Inkatrail oder über die Stadt Aguas Caliente, welche man nur per Bahn oder via Trek (oder den Bahngeleisen entlang) erreicht.

Jetzt konnten wir eine warme Dusche und ein kühles Bier gut gebrauchen. Doch die Stadt „Heisses Wasser“ (Aguas Caliente) wurde ihrem Namen leider nicht gerecht. Immerhin war unser Bier dann wenigstens so kalt wie die Dusche 👍.

Als um 3.45 Uhr in der Früh endlich unser Wecker klingelte, war ich froh, der Musik der Bar neben an, nicht mehr zuhören zu müssen 🙉. Trotzdem standen wir etwas müde, aber gut gelaunt, um 4.45 Uhr bereits in der Schlange für den Bus rauf zur Ruine. Diese kann man nämlich zu Fuss via Treppen in einer Stunde oder via Bus in 20 Minuten erreichen.

Kurz vor Sonnenaufgang erklommen wir den höchsten Punkt der Ruinenstätte und genossen die ersten Sonnenstrahlen auf das umwerfende Panorama. Der Postkartenmoment war perfekt.

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Danach hatten wir eine zweistündige Führung und nutzten die restliche Zeit, um die Baukunst und die Lamas zu fotografieren. Diese liefen frei durch die Stätte herum und waren gar nicht mal so scheu 😄.

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Spätestens um die Mittagszeit waren wir fix und fertig. Denn die Besichtigung der Ruine ist gleichzeitig auch ein Fitnessprogramm. Treppen rauf. Treppen runter 😅. Trotz der bereits müden Beine vom Salkantay Trek und der Machu Picchu Besichtigung, nahmen wir noch die letzte Hürde in Angriff und machten uns auf den Rückweg über die Treppen nach Aguas Caliente. Auf der gemütlichen Couch in einer französichen Bäckerei, legten wir schlussendlich unsere Beine für die nächsten paar Stunden (!) hoch und genossen Café, Gipfäli und Erdbeertörtli. Im Halbschlaf auf der Couch liessen wir uns die unglaubliche Kulisse nochmals durch den Kopf gehen. Machu Picchu, du hast uns umgehauen!

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Via Zug und Bus erreichten wir Cusco, um am nächsten Tag die restlichen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Unser Hostal lag praktischerweise mitten im schönen San Blas, bei welchem die weissen Häuser mit den blauen Türen besonders hervorstachen.

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Am Morgen besichtigten wir das letzte Abendmahl in der Kathedrale. In diesem findet sich weder Wein noch ein klassisches Dinner wieder, sondern Chica (ein alkoholisches Maisgetränk) und ein Guy (Meerschweinchen) 🙈😂.

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Am Nachmittag erkundeten wir die Überreste der Inkafestung in Cusco. Diese wurde nämlich später von den Alpacas eingenommen 👍😄.

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Lima, Cusco und das heilige Tal

Und wieder stand uns eine Nacht im Bus bevor 😴. Denn unser Ziel war 400 Km entfernt und hiess Lima. Nach einem gemütlichen Zmorgen machten wir uns auf den Weg in die Altstadt Lima’s. Doch irgendwie hat es uns die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten nicht so angetan und so machte sich auch schon bald die Müdigkeit bemerkbar und wir kehrten ins Hostal retour.

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Am nächsten Tag gingen wir zu viert zum Flughafen mit dem Ziel Cusco. Wir wollten Zeit sparen und auf den Nachtbus verzichten und so flogen wir um 15.00 Uhr ab und landeten um 20.00 Uhr wieder. Was? 5 Stunden für diese doch eher kurze Strecke? Jawohl, irgendetwas stimmt hier nicht. Und jetzt nochmals von vorne. Wir verliessen also Lima, flogen Cusco an, starteten wegen schlechten Wetters wieder durch, landeten in Arequipa (bitte jetzt die Peru-Karte studieren), tankten das Flugzeug voll, starteten erneut und landeten schlussendlich wieder. Nicht in Cusco, sondern wieder in Lima 🙈. Und da am Abend kein Flug mehr nach Cusco ging, reservierte man für uns den ersten Flug am nächsten Morgen. Also standen wir am nächsten Tag um 04.00 Uhr in der Früh wieder am Check-in. Diesmal klappte alles und so kamen wir doch noch in Cusco an. Fazit: Zeit haben wir keine gespart, dafür mehr Geld ausgegeben. Naja, wir wollen uns nicht beklagen. Bis jetzt klappten die Transporte ja wie am Schnürchen.

Ein Taxi brachte uns ins Hostel Pisko & Soul im Viertel San Blas. Zum Glück! Denn die ehemalige Hauptstadt des Inkareichs befindet sich auf 3416 Meter über Meer und da macht sich die kleinste Anstrengung schon nach kurzer Zeit bemerkbar. Am nächsten Morgen zeigte uns der Guide, einer gratis Stadttour, Cusco von einer etwas anderen Seite. Eine schöne Stadt!

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Jedoch voller Touristen, Souvenirshops, Restaurants, sowie Touren- und Massageanbieter. Denn Cusco ist für viele Touristen, sowie auch für uns, der Ausgangspunkt für den Besuch des Machu Picchus. Dieser erreicht man auf direktem Weg nur über den Inka Trail. Der indirekte Weg führt immer über Aguas Calientes, das Dorf unterhalb der Ruinenstätte. Und dieses Ausgangsdorf erreicht man nur via den teuren Zug oder via diverse Treks. Wir entschieden uns für die anstrengendere Variante. Also waren die Buchung des Treks und die Akklimatisierung an die Höhe angesagt. Dafür besuchten wir vor dem Trek noch das kleine Dörfchen Ollantaytambo mit seinen hübschen Gassen.

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Ollantaytambo ist vor allem für seine Tagestouristen (Besuch der Ruinen) und für die Durchfahrt (Aguas Caliente – Cusco) bekannt. Wir checkten für die nächsten 4 Nächte im Hostel Chayana Wasi ein und unternahmen 3 verschiedene Wanderungen.

Der erste Ausflug führte uns zu den Salzsalinen, nach Maras und zu den Moray Terrassen. In terrassenartig angelegten Salzpfannen wird dort Salz durch die sukzessive Verdunstung der natürlichen Sole in der Sonne gewonnen. Für uns ein Naturspektakel und wunderschön zum Anschauen, für die Einheimischen knallharte Arbeit. Wir hatten Glück und waren zum Teil die einzigen Touristen weit und breit. Die Touribusse kamen nämlich von der anderen Seite der Salinen her und so trafen wir nur am Schluss auf eine Horde Franzosen.

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Weiter wanderten wir durch schöne Landschaften bis zum Dörfchen Maras, wo wir in einem etwas anderen Restaurant Zmittag assen 😋.

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Über Weiden und Felder gelangten wir schliesslich zu den Moray Terrassen. Diese Inka-Anbaustätte ist eine Anlage, bestehend aus mehreren Terrassen in verschiedenen Höhen. Bis vor 50 Jahren wurden auf dem Gelände Kartoffeln und Gerste angebaut. Durch die Terrassierung und die Anordnung ergibt sich eine Überlagerung des Makroklimas mit etlichen, für jede Terrasse verschiedenen Mikroklimaten. Möglicherweise diente Moray den Inka als Agrarversuchsfeld zum Studium des Einflusses dieser Mikroklimate auf den Pflanzenwuchs. Retour gings dann mit dem Taxi 👍.

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Am darauffolgenden Tag besuchten wir zuerst die Ruinen in Ollantaytambo und dann den Markt, wo wir uns mit Tomaten, Avocados, Käse und Brot eindeckten. Danach wanderten wir dem Fluss entlang bis uns der Wegweiser nach rechts in ein Tal wies. Nach einer weiteren Stunde erreichten wir die Ruine der Naupa Kirche. Diese fanden wir jedoch nicht wirklich toll und so kehrten wir schnell wieder um.

Und am dritten Tag wollten wir sterben…..denn die Wanderung zum Steinbruch, wo die Inkas die Steine für die Ruine in Ollantaytambo abgebaut haben (man kann es fast nicht glauben, dass die Inkas die Steine dort oben geholt haben), und zum Aussichtspunkt “Inti Punku Sonnentor” wollte nicht mehr aufhören. Es ging nur einmal aufwärts – krass aufwärts – und dies für ganze 4 Stunden. Oben angekommen genossen wir die wunderbare Aussicht auf das Tal runter und unser Picknick – im kühlen Wind und ohne Sonne. Denn diese war in der Zwischenzeit weg. Und wieso heisst es dann überhaupt „Sonnentor“? Manno…..

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Ollantaytambo hat nicht nur viele Wanderungen im Angebot, sondern auch diverse super-leckere Restaurants. So probierten wir zum ersten Mal Quinoa und wir waren begeistert! In einem kleinen italienischen Restaurant kamen wir an einem anderen Abend zuerst mit einem deutschen und dann noch mit einem italienischen Ehepaar ins Gespräch. Ein Multi-Kulti-Abend 😊.

Mit müden Beinen verabschiedeten wir uns von unseren Hostel-Eltern und machten uns auf den Weg nach Pisac. Auch in Pisac stand der Besuch einer Inka-Ruine auf dem Programm. Doch diesmal liessen wir uns zum höchsten Aussichtspunkt chauffieren und liefen dann durch die Ruine retour nach Pisac.

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Am Sonntag besuchten wir dann den berühmten Markt von Pisac und liessen es uns in einem netten Café namens Blue Llama gut gehen. Natürlich verliessen wir Pisac mit mehr Gepäck als wir angekommen sind 😄. Man kann eben bei diesen schönen Sachen gar nicht nein sagen. Jawohl, ist einfach so 😜.

Lehm, Gesteine und Eis

In einem Sammeltaxi ging die Fahrt von der Grenze aus weiter nach San Ignacio. Müde und von den vielen Vehikeln durchgeschüttelt, checkten wir im ersten Hostal ein und genehmigten uns ein halbes Huhn und ein viel zu süsses, dunkles Bier.

Die Busfahrt am nächsten Tag startete bereits wieder um sechs Uhr und bietete eine schöne aber unerwartete Kulisse. Denn unsere Fünfergruppe düste im Kleinbus an unzähligen grünen Reisterrassen vorbei, was mich sehr an Asien erinnerte. Nach der zweistündigen Fahrt wurde unser Gepäck auf ein Tricycle umgeladen und zu einer Privatgarage getuckert. Von dieser aus wurden wir, samt Gepäck, mit einem Minivan in drei Stunden nach Chachapoyas gebracht. Endlich! Unsere zweitägige Reise über die Grenze war vorüber.

Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich mit einem Irish Coffee und einer Runde Brettspiel. Denn unsere Schweizer Begleitung hatte ein Reiseschach dabei 👍. Und so kam es, dass Andrea in den nächsten zwei Wochen am Abend Bücher verschlang, während ich mein Schachspiel verbesserte.

Durch den Tag besuchten wir jeweils ein Highlight nach dem anderen. Als erstes in Peru, stand Kuélap auf dem Programm. Diese Stätte wurde vor über 1500 Jahren gebaut und beherbergte über 2000 Einwohner. Der Ruinenkomplex befindet sich interessanterweise auf der Bergspitze. Und diese galt es Eben zu machen. Somit wurde ein Untergrund aus Steinziegeln, von bis zu 21 Meter hoch, rund um die Bergspitze gebaut.

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Gleichzeitig war diese Erhöhung auch eine Mauer und als Schutz vor Eindringlinge gedacht. Auch wurde der Haupteingang so konstruiert, dass wenn ein Feind doch eindringen würde, er direkt zum Ausgang wieder hinausgeworfen werden kann, der direkt gegenüber ist. Praktisch 😄.

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Unsere Fünfergruppe dezimierte sich zur Vierergruppe, denn unsere dänische Begleitung zog es an den nördlichen und uns an den südlicheren Meeresabschnitt. Genau genommen ins Surferdorf namens Huanchaco. Am mehr oder weniger warmen Strand schauten wir dem etwas speziellen Surfcontest zu und genossen wieder mal Pizza und Bier.

Am darauf folgenden Tag besuchten wir auf einer Tour die Ruinenstätte Huaca de la Luna y del Sol, das dazugehörige und wunderschöne Museum und die Chan Chan Ruinen. Ersteres bot etwas zum Schmunzeln. Denn die Stätte war aus reinen Lehmziegeln gebaut, welche voll der Sonne, Wind und Regen ausgesetzt waren. Somit war es quasi vorauszusehen, dass die Einwohner die Stätte nach einigen Jahren, aufgrund starker Verwüstung, verlassen mussten 🙈😄.

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Da waren die Inka mit ihren Steinbauten etwas vorausschauender. Höhö. Weiter ging es zu den Chan Chan Ruine. Diese war zu seiner Zeit die grösste Stadt Südamerikas und beherbergte ca. 60’000 Einwohner. Auch diese Zivilisation baute mit Lehm, jedoch wurden sie nicht vom Wetter geschlagen, sondern von den Inkas. Nicht etwa militärisch, sondern mit viel Taktik und langer Vorbereitung. Diese schnitten die Chan Chan Stadt vom Wasser ab, indem sie den Fluss mit viel Arbeit umleiteten. Die Eroberung der Stadt war dann ein leichtes Spiel. Beim betrachten der wenigen, noch originalen Mauerstücken, kann man erahnen, wie anschaulich die Verzierungen ausgesehen haben mussten.

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Die renovierten Mauern sind auf jeden Fall sehenswert.

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Am nächsten Tag gings etwas verspätet zum Frühstück. Denn unsere zwei
YB-Hardcorefans mussten noch die Radioübertragung des YB Matches zu Ende hören 😜👍. Der grosse Jubel nach einiger Zeit gab uns zu verstehen, dass es endlich Zeit war, die Mägen zu füllen 😋. Später startete unsere vierstündige Tour zur nächsten Stätte. Diese war auch aus Lehm aber nicht minderinteressant. Der eigentliche Grund für das Museum neben an, war aber die gut erhaltene, tätowierte und erste weibliche Priesterin der Moche Kultur. Die vielen Grabbeigaben und die Mumie selbst waren nebst den Wandschnitzereien und -malereien, das Highlight der Besichtigung.

Nach so viel Lehm musste mal richtiges Gestein her. Und dies am besten in Form eines Bergmassivs. Mit dem Nachtbus erreichten wir am nächsten Morgen um fünf Uhr Huaraz. (Einen herzlichen Dank der Frau, welche mir die ganze Nacht die Knie in den Rücken drückte. Mann, war das ein Vergnügen!)

Huaraz bot viele Treks. Vor allem hörten wir viel gutes über die Laguna 69. Doch um diese zu besteigen, mussten wir uns zuerst an die Höhe akklimatisieren. Denn der Höhenunterschied von über 3000 Meter hatte es in sich. So zogen wir am Nachmittag los und erforschten einen kleinen Bergsee. Nebst dem gelungenen Höhentraining durften wir auch Stolz auf unsere neuen Fotos sein.

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Um sechs Uhr sassen wir am nächsten Morgen im kalten Minivan und düsten Richtung Berge. Die Wanderung von 3800 auf 4600 Meter dauerte knappe drei Stunden und kostete einige Anstrengungen. Denn vor allem das Atmen machte mir schwer zu schaffen. Am Ziel angekommen fanden wir einen azuren Gletschersee vor, welcher von einem Wasserfall gespiesen wurde und zusammen mit der Sonne unglaubliche Farben herzauberte.

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Glücklich posierten wir vor dem See. Und mich zog es sogar kurz ins eiskalte Wasser 🏊. (Danke an Marco für die Challenge).

Die Sonne verdunkelte den Himmel und unsere Zeit zum Sonnenbaden neigte sich dem Ende zu. Ausgeruht und sonnengetankt nahmen wir den Abstieg in Angriff. Ein herrlicher Ausflug!

Der nächste Tag war etwas lockerer. Wir fuhren durch das ehemalige Gletschertal und liessen uns auch hier von der kargen Natur und den grossen Pflanzen begeistern.

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Später erklommen wir den auf 5200 Meter liegende Gletscher Pastoruri, bei welchem wir nur 40 Minuten lang ein paar wenige Höhenmeter hochlaufen mussten und super Ausblicke hatten.

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Huaraz war den Halt definitiv Wert. Auch weil wir wieder in den Genuss von Cervelat und Fondue kamen 😋.

Spanisch für Anfänger

Mit dem Bus fuhren wir weiter nach Cuenca, wo wir uns für 1-2 Wochen niederlassen wollten. Denn es stand schon länger an, in die Spanischschule zu gehen! Wir schlugen uns jedoch bis anhin nicht schlecht durch, doch uns fehlte vor allem das Konjugieren der Verben. In der Sprachschule Sampere hat man uns herzlich empfangen und auch gleich zu einem Einstufungstest verknurrt. Was das wohl bringen soll? Wir haben doch gesagt, dass wir Anfänger sind? Und so kam es dann auch heraus: ich füllte 2 Felder aus, Chrigi ein paar mehr 😂. Die Sekretärin hats dann auch noch geschnallt und uns zu Marianne und Lea in die Klasse zugeteilt. Doch zuerst stand noch das Wochenende vor der Türe und das Treffen mit Ramona, einer Freundin aus der Schweiz. Zuerst gabs ein Fürobebier, dann Pizza und Pasta in einem Restaurant und zu guter Letzt noch Karaoke in einer Bar 🙉. Chrigi holte sogar (wie, das weiss ich immer noch nicht) den High Score des Abend und am meisten Applaus der Chicas! Danke Ramona, für diesen lustigen Abend!

Und dann kam der Montag…..Marianne und Lea hatten auch erst seit einer Woche Schule und wir konnten, nach einem 2-stündigen Crashkurs am Morgen, gut mithalten 👍. Zum Glück, denn ich war schon ein wenig nervös 😄. Wir lernten in dieser Woche viele neue Wörter und natürlich Grammatik. Zum Glück habe ich mal die italienische Grammatik gelernt; so kam mir das Spanisch nicht ganz so Spanisch vor. Nebst dem Unterricht bot die Schule am Mittwoch Abend auch Salsa-Tanzen an. Ich konnte Chrigi dazu überreden und so schwangen auch wir zwei das Tanzbein 💃. Es hat grossen Spass gemacht und ich glaube am Schluss sah es auch bei uns, gar nicht mal so schlecht aus 🙈.

Die Woche ging ruckzuck vorbei und doch erlebten wir einiges. Unter anderem hat Chrigi in unserer Hostelküche fleissig Zopfteig geknetet. Denn was gibt es besseres, als den Tag mit einem frischen Stück Zopf zu beginnen?! Doch das Glück stand nicht auf unserer Seite und so mussten wir nach 50 Minuten backen feststellen, dass der Ofen nicht funktionierte 😥. Wir besuchten zudem ein Konzert in einer Bar und verbrachten einen Abend mit Arne und einem Meerschweinchen 😊. Jawohl, wir probierten tatsächlich „cuy“ (Meerschweinchen). Dies wurde auf einen Spiess „gesteckt“ und über der Glut gegrillt. Es schmeckte nicht mal so schlecht…..doch nach dem Fleisch musste fast gesucht werden. Denn viel dran hat es ja auch nicht.

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Cuenca hat hübsche Plätze, viele Kirchen und unzählige Graffitis.

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Wir haben uns sehr wohl gefühlt und diese kleine Auszeit vom Reisen sehr genossen.

Und so verliessen wir Cuenca nach einer Woche in Richtung Vilcabamba. Dieses Dörfchen liegt in einem Tal, welches für seine Menschen mit sehr hohem Alter berühmt ist. Und diese werden angeblich so alt, weil sie stressfrei leben und gesunde Luft einatmen. Also buchten wir 3 Nächte im hostel Izhcayluma, wo wir mit feinem Essen und Massagen verwöhnt wurden. Nebst dem Erholungsprogramm bietet die Region diverse Wanderungen an und so zogen wir unsere Turnschuhe an und machten uns mit Arne (er hat zufälligerweise die gleiche Route) und 2 Berner auf den Weg in die Höhe.

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Und damits einem nebst dem Wandern und Essen nicht langweilig wird, bot das hostel noch Yogaunterricht an. Und der Muskelkater war vorprogrammiert 😊. Gefallen hats mir trotzdem sehr gut!!!

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Am nächsten Morgen standen wir zu fünft (Marcel und Simon – die 2 Berner – Gunilla aus Dänemark und wir zwei) am Strassenrand, um den Bus zur peruanischen Grenze zu nehmen. So zwischen 6 und 7 Uhr morgens sollte er kommen, meinte Raik vom hostel. Ich glaube, wir konnten uns glücklich schätzen, dass wir nur 40 Minuten warten mussten und dass er überhaupt kam. Und so tuckerten wir los; zuerst auf einer asphaltierten Strasse und dann auf einer „Matsch-Stein-fast-einspurigen-möchtegern-Strasse“. Rechts „küsste“ unser Bus zum Teil fast die Felswand und auf der linken Seite ging es steil runter. Und jetzt soll sich jeder mal vorstellen, wie „lustig“ es mit Gegenverkehr wurde 🙈. In einem kleinen Dörfchen wechselten wir vom Bus in ein Gefährt, für welches mir das Wort dafür fehlt 😊.

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Kurz vor dem Grenzposten (man konnte diesen schon sehen) hielt unser Gefährt an. Wie aus dem Nichts, tauchte ein Mann mit Kanistern und einem Schlauch in der Hand auf. Und nach genauerem Überprüfen stellten wir fest, dass dieser Benzin abzapfte. „Contrabando“ antwortete man uns! Jetzt schmuggeln die doch tatsächlich Benzin über die Grenze und dies an einem Ort, wo sie jeder beobachten kann…

Schlussendlich kamen wir, nach einer holprigen und luftigen Fahrt, heil an der Grenze an, bekamen den Ausreisestempel und marschierten zu Fuss über die Brücke/Grenze. Auf der peruanischen Seite wurden wir nach dem Ausfüllen des Einreiseformulars zum Polizeiposten geschickt. Aber die „Polizeibaracke“ war leer und so riefen wir mal „hola“. Aus einem kleinen Häuschen (vermutlich das Klo) wurde dann retour gerufen und plötzlich kam ein Polizist auf seinem Motorrad angefahren. Er studierte dann unsere Pässe, stempelte das Einreiseformular, trug unsere Namen in eine Excelliste ein und schickte uns wieder ins erste Büro. Dort wurde nochmals alles genaustens angeschaut und schlussendlich bekamen wir den Einreisestempel 👍.