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1 Nationalpark, viel Wein und 3 Städte

Wieder einmal ging es in ein anderes Land; nämlich nach Chile. Die Pässe waren griffbereit, die Einreiseformulare ausgefüllt und die Früchte, der Salami und der Käse gegessen. Chile überprüft nämlich sehr genau, dass auch ja nichts von diesen Produkten eingeführt wird, denn sie wollen keine Seuchen und Ungeziefer haben.

Wir kamen ohne Probleme über die Grenze und erreichten Puerto Natales kurze Zeit später. Unser Programm für die nächsten 5 Tage stand schon länger fest. Wir planten, zusammen mit Milou und Dennis, den W-Trek im Torres del Paine Nationalpark zu machen – und zwar mit eigenem Zelt, Kochausrüstung und allem, was sonst noch dazu gehört. Wir mieteten also die fehlende Ausrüstung, gingen einkaufen und nochmals richtig lecker essen. Und dann ging es am nächsten Tag los….mit grauen Wolken am Himmel und starkem Wind. Meine Vorfreude war natürlich riesig 🙈. Ein Bus brachte uns zum Parkeingang und weiter bis zur Stelle, wo wir in den Katamaran umstiegen. Nach einer 30-minutigen Fahrt hiess es schliesslich: Rucksack anschnallen und los gings und dies alles mit Regen.

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Meine Freude war seeeehr gross und meine Laune nicht die Beste. So hatte ich mir die letzten Tage unserer Reise nicht vorgestellt…. Zelten? Im Regen wandern? Ou manno…. Und so wanderten wir weiter und weiter und wurden nasser und nasser. Und zwischendurch windete es so heftig (über 100 km/h!), dass man kaum mehr gerade stehen konnte. Ich hörte immer wieder der Hostelangestellte, welcher sagte: “ In Patagonien wechselt das Wetter jede halbe Stunde“! Doch dem war nicht so und so stellte Chrigi unser Zelt im Regen auf. Zum guten Glück gab es neben dem Zeltplatz auch ein Refugio, in welchem wir uns aufwärmen und trocknen konnten.

Am nächsten Tag war es immer noch bewölkt, doch der Regen hatte aufgehört. Wir wanderten die Strecke wieder retour und liefen dann weitere 2.5 Stunden zum nächsten Zeltplatz. Und siehe da, die Sonne zeigte sich! So gefiel es mir schon viel besser und die Landschaft war unglaublich schön!

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Unser Zelt haben wir schnell aufgestellt

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und so widmeten wir uns dem Kochen. Wasser vom Fluss holen, Gaskocher an, Pfanne drauf, warten, Ravioli rein und kurz vor Kochende noch Suppenpulver rein. Hmmm, lecker! Und vor allem nicht schwer im Rucksack 😄!

Am nächsten Tag sagte man uns, dass die kommende Wanderstrecke wegen zu starkem Wind geschlossen sei. Bis zum ersten Aussichtspunkt konnten wir jedoch gehen, nur war die Sicht wegen schlechten Wetters (es regnete schon wieder, grrr) sehr beschränkt. Wir gingen also wieder runter zum Zeltplatz, räumten alles zusammen und wanderten weiter. Unser nächstes Ziel war der dritte Zeltplatz und sogleich der Schönste (auch wenn es nur 2 Duschen und 2 WC’s für geschätzte 70 Personen) gab. Auf der Sonnenterrasse genossen wir eine Flasche Weisswein, bevor es dann zum Znacht wieder Raviolis gab (das gab es übrigens jeden Abend 🙈). Der vierte Tag war der anstrengendste! Es ging vor allem bergauf und dann begann es auch wieder zu regnen und winden. Und ich war wohl nicht die Einzige, die innerlich fluchte!

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Wir gingen früh „auf den Boden“ (Bett kann ich unser Schlafplatz nicht nennen), denn am nächsten Tag klingelte der Wecker bereits um 04.30 Uhr. „Man“ wollte unbedingt den Sonnenaufgang schauen gehen…..Und wieder wanderten wir bei Regenwetter den Berg hoch! Ich will mich aber jetzt nicht beklagen, denn der Ausblick, dann bei Sonnenschein, war wunderschön!

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Und von da an ging es nur noch bergab. Bei einer Pause gönnten wir uns sogar ein Zmorge in einer Berghütte (hmmm, Brot und Eier anstelle von Müesli mit Pulvermilch 😋). Um kurz vor 12 Uhr kamen wir am Ende der Wanderung an

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und um 3 Uhr nachmittags bestiegen wir den Bus in Richtung Puerto Natales. Die warme Dusche, das feine Znacht und das bequeme Bett genossen wir nach diesen 5 Tagen um so mehr.

Am nächsten Tag ging es retour nach Argentinien, nach El Calafate, wo wir am darauffolgenden Tag das Flugi nach Buenos Aires nahmen. Wir hatten 3 Tage eingeplant und besuchten folgende Orte: das farbige Viertel „La Boca“,

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den Friedhof Recoleta,

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San Telmo,

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Plaza de Mayo,

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Palermo und und und. Zudem wurden wir auf einer Streetart Tour (graffitmundo) zu verschiedenen Graffitis gebracht und uns wurde die Szene etwas näher erklärt.

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Wir waren meistens zu Fuss unterwegs und so erstaunte es uns nicht sonderlich, dass wir am Abend todmüde in unser Kajüttenbett (es lebe das Mehrbettzimmer 🙈) fielen. Am letzten Abend besuchten wir noch die Show „Fuerza Bruta“, welche uns von vielen anderen Touristen empfohlen wurde. Wir durften uns jedoch nicht erkundigen, um was es ging. Mit einem „Wow“ im Mund und einem Lächeln im Gesicht ging es weiter zum Busterminal und mit dem Nachtbus (unsere letzte Reise über Nacht „yessss“) nach Mendoza.

In Mendoza wurden wir von Norbert, einem Bekannten aus der Schweiz, herzlich empfangen. Norbert und seine Frau Andrea wanderten vor gut 2 Jahren nach Argentinien aus und machten sich als Weinhändler (Exporte in die Schweiz, http://www.thebodega.ch!!!!) selbstständig. Am Abend gingen wir dann zu viert Fleisch Essen und Chrigi bestellte tatsächlich 600 Gramm Baby Beef 🐂 ….. Und weil er alles aufgegessen hatte, war es am nächsten Tag sonnig und angenehm warm 😄. Mendoza ist für seinen Wein sehr bekannt und so war von Anfang an klar, dass wir 2 Bodegas anschauen gehen. Zum ersten besuchten wir die Weinfarm Atamisque, wo wir doch tatsächlich, Norbert und Andrea sei Dank, Wein ab den Fässern probieren duften. Am zweiten Ort (Bousquet Weinfarm) genossen wir dann ein 6-Gang-Menu. Natürlich konnten wir auch hier diverse Weinsorten probieren. Den Abend liessen wir dann bei Andrea und Norbert, mit Wein und einem Fleisch-Käse-Plättli 😋, ausklingen. Am nächsten Tag schlenderten wir gemütlich durch Mendoza und genossen ein herrliches Lomito (Sandwich mit einem Plätzli). Und am Nachmittag widmeten wir uns wieder dem Thema Winetasting. Diesmal jedoch auf dem Balkon von Andrea und Norbert. Die letzte Nacht verbrachten wir dann auch bei ihnen. Unser Hostel hatte nämlich keinen Platz mehr für uns – im Nachbarsort fand angeblich ein Konzert eines berühmten Sängers statt. Vielen Dank nochmals an Andrea und Norbert für die Gastfreundschaft und die suuuper Zeit in Mendoza.

Am Sonntag Morgen bestiegen wir den Bus in Richtung Valparaiso, Chile. Dieses Mal war der Grenzübertritt eine längere Sache. Wir warteten fast 4.5 Stunden vor der Grenze. Angeblich starb eine Person, die Beamten hatten Angst und schlossen die Grenze. Es wurde dann aber Entwarnung gegeben und wir konnten nach Chile einreisen. Valparaiso ist eine farbenfrohe, versprayte, schöne, hügelige und hippe Stadt am Meer. Wir blieben leider nur 2 Nächte dort, genossen aber das spezielle Flair, die Sonne und wieder einmal Sushi.

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Und dann hiess es: zum letzen Mal Bus fahren. Auf nach Santiago! Auch in dieser Stadt schlossen wir uns walkingtouren an und kamen so in den Genuss, diverse Stadtteile und Märkte von Santiago zu sehen. Wir genossen das warme Wetter in Strassencafes, Ceviche (roher Fisch in Limettensaft), Wein und das Nichtstun.

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Denn es wird gesagt, dass schon bald ein anderer Wind wehen wird……

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Bergen, Schoggi und Gletscher

In Cordoba liessen wir es uns vier Tage lang gut gehen. Denn die zweitgrösste Stadt Argentiniens war sehr sonnig, hatte gute Restaurants und einiges an Kultur zu bieten. Somit gingen wir seit Australien wieder einmal ins Kino und füllten unsere Bäuche mit Popcorn 😁. Auch versuchten wir eine Tangoaufführung, in der schönen Oper irgendwie, zu interpretieren 😅.

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In diesen Tagen erkundeten wir auch eine alte Bibliothek mit Weltkarten aus dem 1600 Jahrhundert (Potosi war natürlich eingezeichnet) oder besuchten das Che Guevara Haus etwas ausserhalb der Stadt.

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Vier Tage später holten wir im „Empanada Haus“ unsere Reiseverpflegung für unsere längste Busfahrt überhaupt. Denn bisher konnten wir jegliche Busreise, welche länger als zwölf Stunden dauert, vermeiden. Jetzt sollte es ganze 24 Stunden dauern 😫. Nach zehn Empanadas, einer Flasche Wein, Kaffe aus dem Beutel und längerer Dösenszeit, erreichten wir endlich die Stadt der Wale, Orcas und Pinguine! Am ersten Tag gings sogleich auf die Halbinsel Valdes, wo sich Pinguine, Robben und Wale herumtummeln. Und wenn man die richtigen Saison erwischt, kann man sogar Orcas bei der Jagd verfolgen. Diese kommen nämlich bei Flut bis an die Küste um die Robbenbabys zu fressen 😋. Auf jeden Fall waren die Robben am sonnen, die Wale am chillen und die Orcas irgendwo im Meer am verdauen. Immerhin haben uns die Pinguine mit ihrer lustigen Art unterhalten 👍.

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Am nächsten Tag mieteten wir ein Auto und erreichten nach zwei Stunden Punta Tombo! Und diese Destination war sicherlich ein Highlight unserer Reise. Denn in diesem Tierschutzreservat befinden sich nämlich zur Paarungszeit bis zu einer Million Pinguine – die grösste Magellan Pinguinenkolonie weltweit! Ein gekennzeichneter Weg führt über 1.5 km quer durch das Pinguinenreich bis runter zur Küste, wo die Pinguine in den Wellen surfen. Über zwei Stunden erlebten wir inmitten von hunderttausenden Pinguinen deren Alltag. Und dies in nächster Nähe. Natürlich outete ich mich bei Gelegenheit auch als Fan der sympathischen Vögel.

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Ein genialer Ort! Und ich glaube auch, dass die Pinguine sich wohl fühlen!

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Nach diesem Erlebnis gings weiter in die Schweiz… Zumindest in Schweiz von Argentinien. Denn die Stadt Bariloche sah mit ihren Seen, in welchen sich die Bergen spiegelten, der Schweiz verdammt ähnlich.

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Zudem brüstete sich dieses Stadt mit der besten Schokolade des Landes. Aber auch der Bernhardiner Hund half da mit, sich wie in der Schweiz zu fühlen. Im Hostel trafen wir wieder unser Holländer Pärchen Milou und Dennis, welches wir seit Cafayate nicht mehr gesehen hatten. Die vier Tage verbrachten wir mit Biken, Autofahren und dem verputzen von Schokolade in flüssiger und in Pralinée Form. Auch das Fleisch war nicht ohne. Denn dank den Tipps von den Maurers (👍) verputzten wir im „El Boliche de Alberto“ das beste Stück unserer Fleischkarriere 😋. Das Highlight in Bariloche war aber der Moment vor dem Fernseher, als die Schweiz den Davis Cup Titel holte!!! 🎾 Hopp Schwiiz!!

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Nach vier Tagen „Schweiz“ machten wir uns auf, den Süden Argentiniens zu erkunden. Der erste Tag verbrachten wir in einem Ort, welcher nach einer Beere benannt ist – El Calafate. Dieses Städtchen wird vor allem wegen seinem „Hausgletscher“ besucht und ist voll auf den Tourismus ausgelegt. Denn es gibt wahrscheinlich mehr Restaurants, Tourenanbieter und Shops als Wohnhäuser.

Wir entschieden uns den Perito Moreno Gletscher mittels einer alternativen Tour zu besuchen. Mit dem Bus fuhren wir zuerst zu einer kleinen Farm um uns mit Kaffee und heisser Schokolade aufzuwärmen. In dieser fanden wir auch ein kleines Lama vor, welches so nah an die Heizung stand, dass seine Wolle anfing zu brennen 🙈.

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Weiter ging es mit einem einstündigem Hike mit Blick auf den Gletscher und dessen See. Die Landschaft war sehr schön und das Treibeis fror einem die Finger ab 😅.

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Nach dem Hike und einer kurzen Busfahrt erreichten wir endlich die riesige Eiswand. Der Perito Moreno Gletscher ist einer der einzigen, welcher „stetig“ ist. Also weder an Länge zulegt, noch zurückgeht. Seine Zunge streckt sich über einen See und erreicht sogar das Festland. Beim ersten Aussichtspunkt traut man seinen Augen nicht, wie riesig der in Wirklichkeit ist. Denn die Steilwand, die aus dem See empor steigt, ist bis 60 Meter hoch. Mittels kilometerlangen Holz- und Gitterstegen kann man den Gletscher von ganz unterschiedlichen Winkeln beobachten. Und die Distanz zur blauweissen Wand beträgt keine 50 Meter!

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Das Spektakulärste daran ist aber, wenn sich 30 Meter Brocken lösen und eine Sekunde später das Donnern die Ränge erreicht. Denn durch den nachwachsenden Druck und durch die Hitze fallen all paar Minuten irgendwelche Brocken ab! Wirklich imposant das Ganze!

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Am Abend stiegen wir bereits in den Bus Richtung El Chalten. Während der dreistündigen Fahrt hatten wir sogar das Glück eine wunderschöne Aussicht auf die bekannteste Bergkette der Region inklusive Cerro Torre und Mt. Fitzroy zu haben 👍.

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Die nächsten Tage fühlten wir uns wie in einem Bergdorf. Die Gäste des Hostels waren entweder Kletterer oder Wanderer. Etwas anderes gab es in diesem Dorf nicht. Somit wurde in den nächsten drei Tage früh aufgestanden, gewandert und am Abend gekocht. Dabei kletterten wir in fünf Stunden hoch zur „Laguna Torres“ und sieben Stunden zur „Laguna de los tres“ unter dem Mt. Fitzroy. Wenn dann noch die Sonne schien, war die Szenerie gewaltig!

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Aber auch die Tiere meinten es gut mit uns. Vor allem der Woodiwood Picker, liess uns an seinem Werk teilhaben 😄.

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Am letzten Tag buchten wir eine Wandertour auf dem Viedma Gletscher, welche nicht ganz ohne war. Schon die Strecke über das geschliffene Gestein war schon schön. Die Strecke auf dem ewigen Eis war dann etwas kurz, jedoch ein interessantes Erlebnis.

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Im Norden von Argentinien

Wir (Milou, Dennis, Chrigi und ich) reisten auch am nächsten Tag wieder zusammen – diesmal in Richtung Argentinien. Doch bevor wir die Grenze passierten, plünderten wir noch den Geldautomaten. Denn wir wussten, dass man in Argentinien USD auf dem Schwarzmarkt zu einem viel besseren Wechselkurs in argentinische Pesos wechseln kann. Man verdient also, ohne etwas dafür zu machen 😊. Tönte so richtig verlockend!! Über der Grenze waren wir schnell und so hatten wir nach dem Busticketkauf noch 1.5 Stunden Zeit für ein herrliches Mittagessen (Fleisch bitte 😋). Also sassen wir gemütlich da, diskutierten über Gott und die Welt und über das feine Essen, welches uns in Argentinien erwarten wird. Dennis war sich bei einem Wort auf englisch nicht mehr ganz sicher und so schaute ich auf Chrigis Iphone im Übersetzungsprogramm nach. Ich schaute dabei gleich noch auf die Uhrzeit und fragte die anderen: „Hey, haben wir nicht eine Stunde Zeitverschiebung?“ Danach ging alles ruckzuck. Chrigi erkundigte sich am Nachbarstisch nach der richtigen Uhrzeit und schon war er unterwegs in Richtung Busbahnhof. Denn ich lag richtig; es war kurz vor Abfahrtszeit des Buses, also bereits eine Stunde später 🙈. Chrigi rannte wieder ins Restaurant retour um uns mitzuteilen, dass er die Tickets umtauschen konnte und der nächste Bus in 15 Minuten fahren würde. Das Essen kam, wir „verschlangen“ alles, was möglich war und liessen uns den Rest einpacken. Manno…..so hatten wir uns den Start in Argentinien nicht vorgestellt! Aber es ging ja nochmals alles gut. Im Bus hatten wir dann genügend Zeit, das Essen doch noch zu geniessen.

Ein paar Stunden später kamen wir in Humahuaca an. Zuerst musste die Dreckwäsche zum Waschsalon gebracht werden und dann widmeten wir uns dem Thema Dollar-Wechsel. Da das ganze illegal ist, aber trotzdem toleriert wird, wussten wir nicht so richtig, wie vorgehen. Also fragten wir mal ganz diskret am Busbahnhof und siehe da, es wurde uns versprochen, dass um acht Uhr Abends ein Herr mit dickem Bauch und Brille kommen werde…..wir sollten einfach auf ihn warten. Gesagt, getan, mit einem mulmigen Gefühl im Bauch. Was ist, wenn der uns abzockt oder uns überfällt? Was ist, wenn uns die Polizei fragt, was wir da machen? Doch das ganze erwies sich als ziemlich simpel…..nur konnte uns der Mann mit dem dicken Bauch und der Brille keinen guten Wechselkurs anbieten. Wir wurden dann aber zu einem Lebensmittelgeschäft gebracht und siehe da, wir bekamen die Pesos. Und das Wechsel-Geschäft scheint in diesem Laden angeblich so gut zu laufen, dass der Besitzer sein Geld sogar in einem prall-gefüllten Plasticksack aufbewahrt 😃. Somit wechselten wir anstatt zum üblichen Kurs von 8.50, zum Wechselkurs von 13.00 💵👍.

Am folgenden Tag brachte uns ein Taxi, via Schotterpiste, zu einem wunderschönen Örtchen. Der Ausblick auf den Berg „Hornocal“ war einfach genial!

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Den Nachmittag verbrachten wir bei einem Glas Wein auf unserer Terrasse und den Abend liessen wir dann gemütlich bei einem feinen Znacht ausklingen.

Am nächsten Tag ging es bereits wieder weiter und zwar nach Tilcara. Das Wetter war herrlich; mit viel Sonne und warmen Temperaturen. Kein Wunder lächelte mich da die Terrasse unseres Hostels an 😎. Chrigi ging tagsüber mit Dennis und Milou zu einem Wasserfall und später trafen wir uns dann zum Znacht wieder. Und auch hier wurden wir wieder überrascht! Wir assen in Bolivien nie schlecht. Doch im Vergleich zu Argentinien kann Bolivien gleich einpacken.

Am nächsten Tag wurden wir nach Purmamarca, welches am Fuss des berühmten Cerro de los Siete Colores (Hügel der sieben Farben), der eine spektakuläre gezackte Form hat, chauffiert. Zuerst „krackselten“ wir zu einem Aussichtspunkt hoch und danach umrundeten wir den „Berg“ in gut einer Stunde! Es bot sich uns ein fantastisches Farbenschauspiel!!!

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Am späteren Nachmittag nahmen wir dann den Bus nach Salta. 2 Tage danach verliessen wir die Stadt in Richtung Cafayate, Argentiniens zweitwichtigstes Zentrum für die Produktion hochwertiger Weine. Cafayate ist für seinen Torrontés berühmt, eine Rebsorte, aus der ein aromatischer Weisswein gekeltert wird. Die hiesigen Bodegas produzieren aber auch einige leckere Rotweine wie Cabernet Sauvignon, Malbec und Tannat. Die Weingüter und die Bodegas können selbstverständlich besucht werden. Wir liessen uns die diversen Arbeitsschritte der Weinherstellung in der Bodega Nanni erklären und durften danach, gegen einen kleinen Betrag, den Wein auch degustieren. Am nächsten Tag besuchten wir die Bodega Piatelli; auf dem Mountainbike und in der brütenden Sonne. Kein Wunder genossen wir unser Mittagessen auf der luftigen und kühlen Restaurantterrasse um so mehr.

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Nebst den vielen Weinbodegas gibt es in Cafayate auch eine Ziegenfarm

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mit dazugehöriger Käserei. Hmmmm…..! Absolut einen Besuch wert; üauch weil man in den Genuss kommt, diverse Käsesorten zu probieren. Und was kulinarisch auch noch zu einem Highlight gehörte, war das Weisswein-Glace 😋.

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Den einen Nachmittag gestalteten wir mit einem Ausflug zur Quebrada de Cafayate.

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Wir hatten unseren eigenen Chauffeur, welcher uns von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit brachte. Die Gegend sah jener rund um Humahuaca sehr ähnlich. Und doch waren wir erneut sehr fasziniert von diesen farbigen Felsen!

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In Cafayate haben wir die Anzahl Übernachtungen gleich 2 Mal verlängert und so blieben wir insgesamt 4 Nächte. Den Aufenthalt haben wir in vollen Zügen genossen. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die feinen Empanadas,

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die Asados,

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das kuule Hostel mit „Unterhaltung“,

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die Gesellschaft von Milou und Dennis und und und. Und doch mussten wir uns von diesen beiden verabschieden; sie hatten nämlich andere Reisepläne.

Auf dem Weg nach Tafi del Valle wurde es draussen immer düsterer, Nebel zog auf und schlussendlich begann es auch noch zu regnen. Pfui! Am liebsten wären wir weitergefahren, denn als wir ausstiegen, spürten wir zudem noch den grossen Temperaturunterschied zu Cafayate, brrr.. wir froren! Das Wetter zeigte sich auch am nächsten Tag nicht von seiner besseren Seite und so sassen wir frühmorgens bereits wieder im Bus. Nächstes Ziel Cordoba!