Alpacas im Freien, Hühner im Käfig und Meerschweinchen im Sack

Latacunga, unsere nächste Destination in Ecuador, erreichten wir natürlich via Bus. Denn in Südamerika dreht sich scheinbar die ganze Verkehrsinfrastruktur um Busse. Da ist es klar, dass Kurz- und Langstrecken mit dem Bus überwunden werden. Mich überraschte aber, dass die sogenannten „Metros“ in Städten wie Bogota und Quito aus einem Busnetzwerk bestehen, welche auf extra Fahrspuren für Busse fahren 🚌.

Auf jeden Fall erreichten wir auch dieses Mal unser Ziel mehr oder weniger „pünktlich“. Ob die Fahrt jetzt eine Stunde länger oder kürzer dauert, spielt hier jedoch sowieso keine Rolle. Und da wir keinem Termin nachrennen müssen, können wir gut mit dem Südamerikanischen Zeitplan leben 😜👍.

Latacunga ist gleichzeitig der Start- und Zielort des Quilotoa Loops, bei welchem unsere Waden sicherlich trainiert werden. Denn wir werden auf bis zu 4000 Meter Höhe wandern.

Somit liessen wir unseren grossen Backpack für die nächsten vier Tage im Keller vom Hostal Tiana und starteten mit dem kleinen Daypack in den Tag. Wir gingen früh los, denn zuerst stand der Markt im Nachbardorf Saquisili auf dem Plan. Nebst roten Bananen, hunderten von Meerschweinchen, Hühner aus dem Sack und nähenden Grossvätern, beeindruckte uns vor allem die Leistung, wie man ein Schaf auf einen Reisebus bringt 😂?!

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Der einzige Bus nach Quilotoa fuhr bereits um 11:00 Uhr und wir hatten Glück, dass wir um 10:00 Uhr die bereits letzten Sitzplätze ergatterten.

Die Aussicht auf der Fahrt nach Quilotoa war wirklich super. Aber auch die Sicht auf die vorderen Sitze war einmalig. Denn wir sahen vor uns nur Hüte, was hier wohl noch zum gepflegten Kleidungsstil gehört.

Quilotoa ist ein kleines Dorf mit ein paar Häuser und Hotels. Der Grund hierherzukommen ist der Vulkankratersee, zu welchem man hinabsteigen kann. Da wir den ganzen Nachmittag nichts zu tun hatten, beschlossen wir, diesen in knapp vierzig Minuten hinunter- und in knapp einer Stunde hochzulaufen. Unser Highlight der Wanderung waren aber die Lamas die, „wie bestellt“, vor der Lagune für uns posierten.

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Die Bewohner leben hier ausschliesslich vom Tourismus. Entweder von den Übernachtungen, von Reitausflügen rauf zum Kraterrand oder als Bergführer.

So buchten wir am nächsten Tag einen lokalen Bergführer der uns während vier Stunden durch viele verschiedene Landschaften lotste. Dieser war zufälligerweise auch noch der Schwager der Hotelbesitzerin 😜. Zuerst gings um den halben Kraterrand entlang, was einige schöne Fotosujets bot.

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Später wanderten wir auf sandigem, steinigem und vor allem ausgetrocknetem Boden.

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Mal bergab, mal bergauf. In Chugchilan angekommen, checkten wir im Hostal Cloud Forest ein. Der Rundumservice war super. Heisses Wasser, feines Essen, Wifi und strahlendes und warmes Wetter 😎. Warum nicht noch eine Nacht länger bleiben?! Somit verlängerten wir um eine Nacht und buchten für den nächsten Tag einen Reitausflug. Tammi 🙈! Dieser dauerte über vier Stunden, war bisher der angenehmste und wir hatten super Blicke in den naheliegenden Canyon.

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Am Abend lernten wir dann noch Arne kennen, welcher am nächsten Tag mit uns die vier Stunden bis nach Isinlivi mitwanderte. Auch diese Strecke war anstrengend und um uns noch ein wenig mehr zu plagen, kletterten wir aus Versehen noch einen zusätzlichen Hügel rauf und wieder runter 🙈. Im Hostal Lulu Lama angekommen, fühlte man sich auf der Couch, vor dem Kamin und unter einer Decke, fast wie zu Hause. Aber spätesten als die zwei Schweizer Volunteers uns zum Frühstück frischgebackenen Zopf servierten, strahlten wir über beide Ohren 😃!

Für die letzte Etappe runter nach Latacunga nahmen wir den Bus und liessen uns die wunderschöne Landschaft nochmals durch den Kopf gehen. Und im nachhinein waren wir froh, dass wir den dreitägigen Trek von Quilotoa aus, dem höchsten Punkt der Route, gestartet haben und nicht umgekehrt.

Nach einem Churrasco zum Abendessen und einer Aussicht in die fernen Berge zu einem Vulkan, welcher offenbar grosse Mengen an Rauch von sich gab, schliefen wir müde aber glücklich ein.

Per Bus erreichten wir das Adrenalinmekka von Ecuador. Baños ist eigentlich berühmt für seine heissen Quellen. Jedoch kommen die meisten ausländischen Touristen hierher, um Sportarten wie Riverraften, Mountainbiken, Bungee Jumping oder Quad fahren, nachzugehen. Zum Glück gibt es auch noch eine Wanderung zum „Casa del Arbol“. Der Trek rauf zum Vulkan ist berühmt, weil sich dort ein Haus mit einer Schaukel befindet, mit welcher man sich über das „Bord“ rausschwingen kann.

Um diese Schaukel zu finden, muss man aber zuerst 2.5 Stunden die steile Vulkanwanderung hinter uns bringen. Beim Weg nach oben rumorte es ganz schön und obwohl der Himmel nicht unbedingt nach Regen aussah, befürchteten wir, dass sich ein heftiger Sturm zusammenbraute. Vorerst… Aber als sich das Donnern alle paar Minuten wiederholte und der Himmel immer noch relativ heiter aussah, merkten wir, dass die Geräusche vom Berginneren kamen 🙈. Der Aufstieg setzten wir trotzdem fort. Wird ja schon nichts schiefgehen 😜! Oben angekommen, dann die Belohnung für die Strapazen.

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Noch auf dem Berg erzählte uns ein Tourist, dass die Stadt vor drei Tagen für einen Tag evakuiert werden musste und der Vulkan viel Rauch ausgespuckt hatte. (So viel, dass wir die Rauchschwaden zwei Tage zuvor im 84 km entfernten Ort Latacunga gesehen haben)

Unten wieder heil angekommen, erholten wir uns von den Strapazen in einem der vielen heissen Quellen und füllten unsere Bäuche mit Bratwurst und Fondue!

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Zusammen mit Arne fuhren wir am nächsten Tag mit dem Mountainbike vierzehn Kilometer abwärts zu den imposanten Wasserfällen. Einige waren richtig gross und hatten eine sehr starke Strömung. Zum Glück gings dann mit dem Pick up per 👍 nach Baños zurück. Denn unsere nicht ganz neuen Bikes bremsten mehr, als einem lieb war.

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Hoch und Tief

Als wir in Quito landeten, dunkelte es bereits ein. Das Taxi brachte uns, nach fast fünfzig Minuten Fahrt, sicher im Hostel Revolution an. Mit knurrendem Magen machten wir uns auf den Weg zum nahegelegenen Cafe San Blas. Die Lasagne schmeckte wunderbar und die Pizza Calzone, so sagte Chrigi, sei eine der Besten, die er je gegessen hat! Keuchend und mit kalten Fingern und Ohren kamen wir wieder im Hostel an. Quito liegt auf 2850 Metern oben und da merkt man die dünnere und kältere Luft sogleich!

Am nächsten Tag führte uns der Ire Peter, welcher seit längerem in Quito lebt, zu den Highlights der Altstadt. Zuerst besuchten wir die Basilica, welche mit ecuadorianischen Tieren verziert ist.

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Weiter gings zum „San Francisco“ und zum „Grande“ Platz. Neben diesem besuchten wir die Kathedrale und bestaunten die Kirche „la Compania de Jesus“ von aussen.

Die Tour führte weiter durch die berühmte Strasse La Ronda. Tagsüber ist diese Strasse beinahe ausgestorben, doch am Abend soll hier, laut unserem Guide, alles überfüllt sein. Unsere Tour rundeten wir dann bei einem typisch-ecuadorianischen Zmittag in der Markthalle ab.

Der Nachmittag stand dann ganz im Suchen eines günstigen Galapagos-Angebotes. Im Reisebüro CarpeDM wurden wir sehr freundlich empfangen und es wurden uns die günstigsten Angebote für die kommenden Tage herausgesucht. Mit vielen Zahlen und Bootsnamen im Kopf wollten wir aber unser Glück noch in einem anderen Reisebüro versuchen. Die Angebote waren fast dieselben und so buchten wir unsere Reise schlussendlich doch im ersten Büro. Juhui: in 2 Tagen soll es losgehen!

Doch zuerst besuchten wir noch den Markt in Otavalo, welcher einer der grössten in ganz Südamerika sei. Und wir wurden nicht enttäuscht! Nach einer 3 stündigen Busfahrt kamen wir auf dem farbenfrohen Platz an. Stände, wohin das Auge reichte! Es wurden Lebensmittel, Hängematten, Schmuck, Kleider und vieles weitere angeboten.

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Man konnte sich fast nicht entscheiden bei einer solch grossen Auswahl. Doch auch Chrigi und ich wurden fündig und so fuhren wir am Abend mit vollen Taschen die 3 Stunden wieder nach Quito retour. Müde, aber happy 😊.

Am nächsten Tag wurden wir bereits um 4 Uhr morgens vom Taxi erwartet. Die Fahrt zum Flughafen, das Einchecken und der Flug verliefen tipptop. Am Flughafen auf der Insel Baltra wurden wir von unserem Guide und einem Crewmitglied empfangen. Ganz neugierig warteten wir auf die weiteren Gäste, mit welchen wir die kommenden 8 Tage auf dem Katamaran Nemo II verbringen würden. Schlussendlich waren wir 10 Gäste: Safinaz und Michael aus Deutschland, Ali und Alex aus England, Darren und Karina aus Australien, Ines und Cinthia aus Ecuador und wir zwei.

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Dazu kamen noch Peter, unser Guide, und 6 Crewmitglieder und somit waren wir komplett. Wir wurden der Kabine 4 zugeteilt: eigenes Bad, 1 Bett, wo wir unser Gepäck ausbreiten konnten sowie ein grosses Hochbett mit „Dachfenster“. Unsere „Ferien“ konnten beginnen! Ja, Ferien! Denn wir „mussten“ während den folgenden Tagen weder „zügeln“, noch kochen oder uns um etwas kümmern. Herrlich 😄!

Kurz vor dem Nachtessen machte uns Peter darauf aufmerksam, dass der Wellengang bald an Intensität zunehmen werde und so empfahl er denen, welche seekrank werden könnten, eine Pille zu nehmen. Gesagt, getan. Und um halb 9 lagen wir ein wenig „benebelt“ bereits im Bett. Und diese Wunderpille half auch wirklich und es wurde niemand seekrank. Dass wir auf einem Katamaran waren, half vermutlich auch noch. Denn dieser bewegt sich bei Wellengang viel weniger, als andere Schiffe.

Am nächsten Tag besuchten wir die Insel Santa Cruz und dort die riiiiiesigen Landschildkröten.

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In der Nacht segelten wir zur Insel San Cristobal, wo wir am nächsten Tag zum ersten Mal auf Seelöwen an Land stiessen und später beim Kicker Rock tiefsee-schnorcheln gingen. Denn wir gingen nicht vom Land her ins Wasser, sondern vom kleineren Boot aus. Das Schorcheln fand dann im Tauchanzug statt. Denn das Wasser war, meiner Meinung nach, eiskalt! Brrr….Auch im Wasser erlebten wir die Tierwelt von ihrer schönsten Seite. Wir sahen diverse Fische, neugierige Seelöwen unter Wasser, welche einem Luftblasen ins Gesicht blasen, Galapagos- und Weissspitzenriffhaie, Rochen, Wasserschildkröten. Und dies in unmittelbarer Nähe. Die ganz Mutigen unter uns, gäll Chrigi, „jagten“ die harmlosen Weissspitzriffhaie sogar 🙈.

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Über Nacht wurde immer gesegelt und so besuchten wir des weiteren die Inseln Espanola, Floreana, Santa Fe, Chinese Hat und Bartolome. Jede Insel ist einzigartig und landschaftlich wunderschön! Auf fast jeder sahen wir Seelöwen, Echsen und Blaufusstölpel.

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Zudem konnten wir viele Krebse beobachten und vereinzelt sogar auch Adler, Flamingos, Bussarde, Reiher, Möwen, Pelikane, Albatrosse und Pinguine! Wir konnten uns gar nicht satt sehen und es überraschte uns immer wieder, wie nahe man sich den Tieren nähern konnte.

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Wir gingen auf jeder Insel an Land und fast täglich schnorcheln. Zudem besuchten wir noch die „Postbüro-Bucht“ mit seinem speziellen Briefkasten aus Holz. Man legt seine Post hinein, ohne Briefmarke, und hofft, dass sie von anderen Touristen mitgenommen wird. Die Person, welche die Post mitgenommen hat, „sollte“ sie dann persönlich beim Empfänger vorbei bringen. Dies sollte ja eigentlich nicht so schwierig sein…..Schweizer hats ja bekanntlich überall 😄.

Und so beendeten wir unsere „Ferien“ nach 8 Tagen wieder und flogen nach Quito zurück. In Quito verbrachten wir noch 3 weitere Tage. Gleich am Montag konnten wir noch dem Präsidenten von Ecuador zuwinken. Dieser kommt nämlich jeden Montag um 11 Uhr auf den Balkon des Regierungsgebäudes. Nebst dem Winken, wird Musik gespielt und die Garde reiht sich samt Pferden auf dem „Grande“ Platz auf. Wir gingen nochmals die Altstadt besuchen und bestiegen diesmal noch die Türme der Basilica. Des weiteren gingen wir noch in die Kirche „la Compania de Jesus“, welche mit Goldblättern verziert ist.

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Und zum Abschluss brachte uns ein Taxi zum Aussichtspunkt „el Panecillo“.

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Von diesem Engel, welcher nochmals 200 Meter höher als Quito steht, hat man eine tolle Aussicht über einen Grossteil der Stadt.

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Am Abend assen wir in einem Restaurant in der „la Ronda“. Und Peter hatte recht, es war wirklich viel mehr los (gegenüber am Tag) in dieser doch eher engen Gasse.

Jardin und Salento

Nun hiess es: anschnallen! Denn die nächsten zwei Tage verbrachten wir im Jeep von Markus auf den Strassen von Ecuador. Die ersten Stunden fuhren wir noch auf der Panamericana zügig durchs Land. Doch später gings durch die Kaffeezone und über Schotterstrassen. Da hatten wir Glück, dass wir in einem Jeep sassen👍.

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Die Landschaft war genial! Zuerst entdeckten wir einen Berg, der wie eine Pyramide aussah.

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Danach fuhren wir querfeldein vorbei an vielen Kaffeefarmen.

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Als Mittagshike bestiegen wir mit einem Local einen sehr steilen und ungesicherten Dschungelpfad und kamen nach zwanzig Minuten mitten im Wasserfall an 😃.

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Natürlich gabs sogleich eine sehr kalte Abkühlung 👍. Nach dem Trek gab es eine Abkühlung in Form eines frischen und gekühlten Saftes😋.

Später fuhren wir weiter ins gemütliche Jardin, wo wir die nächsten zwei Nächte in einem Haus übernachteten. Der schöne Ortsplatz und die riesige Kirche sind das Zentrum und gleichzeitig Treffpunkt für alle und alles. Hier wird gefeilscht, gegessen, gespielt oder gemütlich eine Cerveca genossen.

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Am nächsten Tag liess ich mich erneut zu einem Reitausflug überreden 🙈. In vier Stunden liefen unsere Pferde einen Wanderweg(!) rauf. Dann erfroren wir fast im einzigartigen Wasserfall, welcher aus einem Höhlenloch runter goss, erwärmten uns an der Sonne und assen ein feines Churrasco aus einem Bananenblatt.

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Dann ritten wir den Wanderweg wieder runter und besuchten zum Ende eine Panela Fabrik, bei welcher die Zuckerrohrpresse mit einer Wassermühle angetrieben wurde. Was sicherlich mein Tageshighlight war.

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Das Reiten hätte ich aber lieber lassen sollen.

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Nach einem feinen Znacht mit Fisch und Bier übten Stefan und ich uns beim Carambolage Spiel. Doch trotz Snooker-Handschuh und professioneller Instruktion, hätten wir trotzdem beim normalen Snookerspiel bleiben sollen.

Nach Jardin trennten wir uns kurzzeitig von Stefan und fuhren für zwei Tage alleine nach Salento. Denn in diesem kleinem Dorf wartete eine sechsmonatige Nachricht in einem Restaurant auf uns. Unser Kollegenpärchen „die Maurers“ bereisten das Dorf eine Weile vor uns und schrieben uns eine Nachricht an die Wand, die es jetzt zu finden gab. Andrea fing links im Raum an, ich rechts. Nach keinen zwei Minuten wurde Andrea bereits fündig (sogar der Kellner war überrascht). Eine nette Nachricht, die uns sogleich an unsere gemeinsamen Skiferien erinnerte. Danke euch beiden!

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Danach schmeckte der übergrosse Burger noch etwas besser und stärkte uns sogleich für die Wanderung, welche wir am nächsten Tag vor hatten. Denn mit Gummistiefel und Regenjacke gings auf die Suche nach Koliblis und Wachspalmen. Und wir wurden fündig! Beides war mega eindrücklich. Die Kolibris schienen wie in der Luft zu kleben und einen Augenzwinker später waren sie schon über alle Berge. Diese schlagen nämlich die Flügel bis zu 70 mal in der Sekunde und hören sich an wie Helikopter. Wahnsinn!

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Superman Kolibri:

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Aber auch die Wachspalmen liessen uns nicht schlecht staunen. Denn die senkrechten Palmen werden bis zu 50 Meter hoch und bieten eine schöne Kulisse.

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Der relativ strenge Hike rundeten wir mit der Dorfspezialität ab: einen Plastikbecher randvoll mit Erdbeeren und Sahne 😋.

Doch Salento ist vor allem für seine Kaffefarmen und seine bunten Kolonialhäuser bekannt, welche wir bei einem Spaziergang genossen und fotografierten.

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Bevor die Geschäfte am Morgen öffnen, gehört die Stadt offenbar den Hunden 😎

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In Cali, unsere letzte Destination in Kolumbien, trafen wir wieder auf Stefan und feierten unser Wiedersehen mit Fleisch vom Grill, Bier mit Pfeffer und Salz und Aguardiente. Danke Stefan, für die interessanten Tage mit dir.

Kolumbien verliessen wir ungern, freuten uns aber auf Quito und die Galapagos, unser nächstes Highlight.

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Eine verlorene Stadt

Nach einer etwas kurzen Nacht fuhren wir mit einem Minibus nach Santa Marta, welches vier Stunden nordöstlich von Cartagena entfernt liegt. Auch in Santa Marta war es extrem heiss und so begaben wir uns nach dem Einchecken möglichst schnell in ein kühles Lokal und bestellten einen frischen Fruchtsaft. Nach einem leckeren Nachtessen in einem Fischlokal machten wir uns auf den Retourweg zum Hotel, wo es noch einiges zu tun gab! Denn am nächsten Tag sollte unsere viertägige Wanderung zur Ciudad Perdida (verlorene Stadt) starten. Hmm, was muss mit, was lassen wir im Hotel? Im Nu war unser Tagesrucksack voll und wir somit startklar!

Am nächsten Tag wurden wir um zehn Uhr abgeholt und lernten kurze Zeit später auch unsere Wandergenossen/genossinnen kennen: Mylene und ihr Vater Georges aus Frankreich, Whitney und Mara aus Australien und Italien, Courtney aus Amerika sowie Alberto und Beto, die zwei Guides! Nach einer 2.5 stündigen Autofahrt und einem Mittagessen, wanderten wir schliesslich los. Schon nach einem kurzen Stück wechselten wir unsere bereits verschwitzen Kleider zur Badehose und zum Bikini und sprangen in den kühlen Bach. Herrlich! Doch es sollte noch anders kommen. Denn kurze Zeit nach der Abkühlung waren wir schon wieder bachnass und am keuchen. Es ging nur noch bergauf…und wollte nicht mehr aufhören! Oben angekommen, konnten wir dann endlich wieder einmal aufrecht stehen, eine Orange geniessen und durchatmen!

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Der Weg führte uns weiter und weiter, meistens jedoch mehr oder weniger geradeaus und bergab. Nach drei Stunden kamen wir in unserem „Camp“ an. Und wie gross war die Freude als wir merkten, dass wir in einem Bett und nicht in der der Hängematte (1. Nacht sollte in der Hängematte sein) schlafen werden! Die kalte Dusche war dann Nebensache 😊. Nach dem feinen Znacht wurde es sehr schnell dunkel und da wir wussten, dass es am nächsten Tag früh losgehen würde, gingen wir um sieben ins „Bett“ (Openair mit Moskitonetz und Froschgequake).

Die Wanderung am zweiten Tag sollte sechs Stunden dauern und so ging es bereits um sieben Uhr los. Bergauf, bergab, über Stock und Stein, durch Flüsse und dann noch durch strömenden Regen mit Schlamm und rutschigen Steinen. Als wenn die Wanderung nicht schon genug streng gewesen ist! Völlig durchnässt und durchfroren kamen wir im zweiten Camp an. Die kalte Dusche half da auch nicht wirklich viel 😳. Was uns dann aber wieder ein Lächeln aufs Gesicht zauberte, waren die Popcorns vor dem Znacht 😋. Um sieben Uhr lagen wir bereits im feucht-kalten Openairdormitory-Bett. Nicht gerade angenehm! Aber immer noch Tausend Mal besser, als in der Hängematte zu übernachten! Am nächsten Morgen ging es wieder um sieben Uhr los….mit nassen Kleidern am Körper. Doch eigentlich spielte es gar keine Rolle, denn nur kurze Zeit später waren wir wieder am schwitzen. Die Treppen rauf zur Ciudad Perdida waren anstregend; der Ausblick von oben auf die Täler mit seinen saftig grünen Wäldern danach um so schöner!!! Juhui, es war geschafft!

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Die Ciudad Perdida ist neben Machu Picchu eine der grössten wiederentdeckten präkolumbischen Städte Südamerikas. Die Ruinenstadt liegt ca. 40 km südöstlich von Santa Marta inmitten der Sierra Nevada de Santa Marta im oberen Tal des Río Buritaca, bedeckt eine Fläche von ca. 2 km² und besteht aus etwa 200 ovalen und runden Terrassen, die teils durch steile, teils durch ebene Steinwege miteinander verbunden sind. Der Grossteil der Stadt wurde zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert errichtet und erst 1975 wurde die „verlorene Stadt“ durch Grabräuber wiederentdeckt und geplündert. Danach wurde während der Boomzeit (1960-1980) des Cannabis in der Region auf den Plattformen der Stadt Marihuana angebaut. Ein Jahr später entsandte die kolumbianische Regierung eine archäologische Expedition, die die Stadt vor weiterer Zerstörung schützen sollte.

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Die Sierra Nevada de Santa Marta und das benachbarte Tiefland sind seit Jahrtausenden bewohnt. Bei der Ankunft der Spanier im frühen 16. Jahrhundert waren die Region um Santa Marta herum und die nördlichen Ausläufer und Abhänge des Massivs von Tairona-Indianern besiedelt. Im Jahre 1600 wurden die Tairona von den spanischen Truppen endgültig besiegt. Die Überlebenden, zusammen mit den Überlebenden anderer Stämme, flohen in das festungsähnliche Gebirge, während für die spanischen Kolonisten andere Regionen von größerem Interesse waren.

Heute leben noch immer mehrere Tausend Kogis in dieser Region, in sehr simplen Hütten und in seeehr einfachen Verhältnissen.

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Kleider trocknen 😊

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und hungrige Vögel

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Und nun die ganze Wanderung wieder retour! Uffff…..! Nach drei Nächten im Freien und 44 Kilometer mehr in den Beinen, kamen wir überglücklich, dass wir es geschafft haben, wieder in Santa Marta an. Jetzt war zuerst Mal Kleiderwaschen und ausspannen angesagt. Denn am nächsten Tag hiess es bereits wieder: Turnschuhe an und los gehts mit Wandern. Unser Ziel hiess: Gabo San Juan im Tayrona Nationalpark. Am Eingang mussten wir unsere Nationalität angeben und wurden sogleich gefilzt. Denn der Soldat meinte nur: „Suiza! Where is your Swiss Army Knife?!“ Denn Messer sind im Park verboten und wir hatten Glück, dass Chrigi sein Sackmesser sehr gut verstaut hatte 😃. Nach einem dreistündigen Hike, vorbei an neugierigen Affen und farbigen Echsen und mit einem Schoggibrötli im Bauch, schliefen wir dann auf einem Campingplatz mitten im Grünen und haben dort sogar noch Mylene und Georges angetroffen 😊.

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Am nächsten Tag übernachteten wir im „chilligen“ Palomino, mieteten dort mit Luft gefüllte Ringe und liessen uns den Fluss runter treiben. Naja, so richtig toll fanden wir das dann doch nicht und kalt wurde es, ohne Sonne am Himmel, auch noch.

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Für eine weitere Nacht kehrten wir nach Santa Marta zurück. Denn ab dort ging unser Flug nach Medellin, in die ehemalige gefährlichste Stadt der Welt und ehemaligen Wohnsitzes von Pablo Escobar. Er wurde, durch gross angelegten und erstmals in der Kriminalgeschichte industrialisierten Drogenschmuggel, zu einem der reichsten Menschen der Welt. Allgemein wird er als einer der mächtigsten und brutalsten Drogenhändler angesehen, die es je gegeben hat. Seit Escobars Tod im Jahre 1993, „erholte“ sich die Stadt Medellin von Jahr zu Jahr und wurde 2012 zur innovativsten Stadt Südamerikas gewählt. Medellin verfügt als einzige Stadt Kolumbiens über eine Hochbahn (eröffnet 1995), die die Stadt mit ihrer Umgebung verbindet und auch zwei Seilbahnlinien zu den Armenvierteln Santo Domingo und San Javier betreibt.

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Chrigi und ich genossen den Ausblick von Santo Domingo und besuchten den grossen Platz, auf welchen Boteros (kolumbianischer Maler und Bildhauer) Bronzeskulpturen stehen.

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Zudem wurden wir wieder einmal „Opfer“ eines versuchten Diebstahls (Philippinen lässt grüssen). Beim durch die Stadt schlendern, bemerkte ich plötzlich, wie jemand von hinten meine Tasche öffnete. Blitzschnell drehte ich mich um und blickte in das Gesicht einer jungen Frau. Ich schrie sie reflexartig auf Schweizerdeutsch an: „Gohts öberhäupt no“! Doch sie liess sich nichts anmerken. Erst als ich ihr auf den Arm schlug, zuckte sie zusammen und rieb ihren Arm (hat ihr wohl wehgetan)! Ganz langsam drehte sie sich um und ging davon. Hey näi! Mein Puls war danach lange auf 180 und im Nachhinein kann sie froh sein, habe ich nicht noch fester gehauen! Jawohl!
Die Abende in Medellin verbrachten wir jeweils mit Stephan und seinem Kollegen Markus. Stephan kannten wir durch Fabi bereits aus Bogota. Zu viert starteten wir am nächsten Morgen, mit dem Jeep von Markus, in Richtung Jardin.

Adrenalin und Farben

Nach ein paar Stunden Busfahrt, eingequetscht zwischen feuchten Schultern, erreichten wir San Gil, die Outdooraktivitätshauptstadt Kolumbiens.

Dann hiess es: Raus aus den Schuhen und rein in die Sandalen. Denn unsere rasante Busfahrt brachte uns über 640 Höhenmeter tiefer und somit in die Wärme. Gleich nach dem Einchecken machten wir uns auf den Weg zum „El Gallineral“ Park, welchen ich jedoch dann mit vielen kleinen roten Blutpunkten am Knöchel verliess. Denn, während Andrea sich mit dem Fotografieren im Park austobte, ruhte ich mich auf einer Bank aus und so erwischte mich wohl ein Schwarm effizienter Mücken.

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Der Juckreiz wurde mir glücklicherweise durch das feine Znachtessen etwas weggenommen. Denn die „Maurers“ hatten uns das Restaurant „Gringo Mike“ als Burger und Brownie Spezialisten empfohlen. Die Portionen waren riesig, sodass wir die Burger am ersten und das Brownie am zweiten Abend verspeisten 😋.

Aber unser eigentlicher Grund in San Gil zu stoppen, war das Riverrafting. Nachdem unsere Vierergruppe mit dem Fingerabdruck den Vertrag „unterschrieben“ hatte, wurden uns für ca. 30 Minuten alle Sicherheitsvorkehrungen eingetrichtert. Als Neuling in dieser Sportart war mir schon etwas mulmig zu mute. Doch die Freude überwog und nach der ersten Schnelle, war es nur noch purer Spass!

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Unser Gummiboot mit Kapitän an Bord wurde zusätzlich von zwei Kajakfahrer begleitet. Der Erste war für die Sicherheit verantwortlich, der andere um Fotos zu schiessen und um uns mit Wasser anzuspritzen 😄. Nach einer Stromschnelle der Stärke 4.5 hielten wir an, um dann von einer acht Meter hohen Klippe zu springen. Damit man schliesslich auch noch auf die vollen Kosten kommt, mussten/durften wir dann eine Passage von Stromschnellen nur mit der Weste „durchschwimmen“. Das Abenteuer hat sich sehr gelohnt und es machte auf jeden Fall mehr Spass als zu reiten 😜.

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Von San Gil aus unternahmen wir einen Tagesausflug nach Barichara, dem anscheinend schönsten Dorf Kolumbiens. Denn dieses besteht vor allem aus gut erhaltener kolonialer Architektur aus dem achtzehnten Jahrhundert.

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Von dort aus führt der Weg „Camino Real“ nach Guave. Dieser Weg war früher ein Reitweg der spanischen Krone und seinerzeit gepflastert. Jedoch ist von diesen Pflastersteinen heute nicht mehr viel übrig. Der Weg bietet trotzdem eine interessante Wanderung durch die Natur.

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Am nächsten Tag erreichten wir nach einer langen Busfahrt und anschliessender hoffnungsloser Taxisuche, das Hotel in Barrancabermeja. Da wir gerade kein Bargeld dabei hatten um das Hotel zu bezahlen und auch noch hungrig waren, kutschierte uns die Hotelbesitzerin gleich noch zum Bankautomaten und liess uns vor einer lokalen Essensbude raus. Was für ein Service 👍. Unsere Riesenportion Salcipollo sah übrigens sehr gesund aus 🙈.

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Nach einer kurzen Nacht holte uns um 5 Uhr früh ein Taxi ab, welches uns am Hafen absetzte. Wir hatten nämlich eine fast sechsstündige Bootstour und eine zweistündige Busfahrt nach Mompox vor. Die ersten sechs Stunden sassen wir in einem vollem Speedboot zusammengequetscht mit Pulli und Windjacke, Schulter an Schulter, am Nichtstun.

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Nach einem üppigen Mittagsmenü trieben wir an Land einen Privatfahrer auf, um uns nach Mompox zu fahren. Denn eine Bushaltestelle gab es anscheinend nicht (später haben wir sie dann aber noch gesehen)! Leider lud er auch Kind und Kegel auf, welche in dieselbe Richtung mussten. Meine etwas übergewichtige, enganliegende, schwitzende und laute Sitznachbarin, lallte mir ununterbrochen die Ohren voll, sodass ich irgendwann mal mein Gehör mit Nastüchern schützen musste. Abenteuer hin oder her. Das war ein Tag…. 😓.

In Mompox angekommen fanden wir ein nettes und tierfreundliches Hotel, welche die ungebetenen Gäste sanft rausbegleitete 😄.

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Die Unesco-Welterbe-Stadt ist seit längerem im Umbau und während unseres Besuches spazierten wir von einer Baustelle zur anderen.

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Zum Glück fanden wir ein italienisches Restaurant und gönnten uns seit langem wieder einmal Pasta und Wein 😋.

Bereits um sechs Uhr in der Früh starteten wir mit dem Bus zum grössten Touristenmagnet Kolumbiens. Doch zuerst mussten wir noch dahinkommen. Im Bus, eingepackt in Kaputzenjacke und zugedeckt mit einer Wolldecke, starteten wir unser Abenteuer. Als nach einer Stunde unser Bus bei der Fährestation anhielt, ahnten wir noch nicht, dass unsere Fähre bereits voll war und unser Buschauffeur fünf Stunden auf die Nächste warten wollte. Nach gut zwei Stunden Wartezeit konnten dann die Locals den Busfahrer umstimmen, uns mit einem Holzboot weiter reisen zu lassen um später einen anderen Bus zu nehmen. Nach guten zwölf Stunden Bus-Boot-Bus-Taxifahrt kamen wir endlich in der farbenfrohsten Stadt Kolumbiens an. Cartagena!

Die ehemalige Sklavenhandelsstadt liegt direkt am Meer. Die sehr gut erhaltene Altstadt ist durch Mauern in zwei grosse Abschnitte unterteilt: dem Sklavenquartier mit niedrigen Kolonialhäuser und dem Herrschaftsquartier mit pompösen und hohen Kolonialhäuser.

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Das wunderschöne Viertel San Diego hatte es uns besonders angetan. Mit viel Farbe und Blumen bot es nicht nur viele Fotosujets sondern auch einen unglaublichen Charme!

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Im Hostel trafen wir dann auf einen zusammengewürfelten Haufen aus aller Welt und liessen den Abend mit Bier und Pizza und tollen Geschichten ausklingen.

Kontinentwechsel

Und ja, es war wieder einmal Frieren angesagt! Wir wussten, dass es in Bogota kühler sein wird, doch dass wir mit Hühnerhaut ins Bett gehen müssen, das war wieder eine Umstellung 😊.

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Bogota liegt auf 2600 m am Fuss der zwei Kordillerenberge Guadalupe (3317 m) und Monserrate (3152 m). Unser Hostel lag im Gebiet „la candelaria“, gleich neben dem Hotel la vieja suiza mit seiner feinen Schweizer Bäckerei. Und so war der Fall für uns mehr als sonnenklar, wo wir jeweils Zmorgen essen werden 😊. Gleich am ersten Tag gingen wir ins Goldmuseum. Mich persönlich interessierte dieses Museum nicht so. Aus diesem Grund sass ich, nach einem schnellen Durchgang, dann frierend (hallo, wo ist die Heizung?) auf einer Bank und las Reiseführer. Nach dem Museum stärkten wir uns mit einer Ajiaco Suppe (eine sämige kolumbianische Hühnersuppe mit verschiedenen Kartoffelsorten und Maiskolben, die üblicherweise mit Sahne und Kapern garniert wird). 😋 Am späteren Nachmittag machten wir uns auf den Weg zu Fabi (eine Freundin aus der Schweiz), welche momentan für ein Reisebüro in Bogota arbeitet. Nach einer Ralleyfahrt, welche über schlechte Strassen mit riesen Schlaglöcher führte und einer Unterhaltung mit dem Taxichauffeur auf Itagnol (Mix aus spanisch und italienisch), kamen wir sicher an. Zuerst gingen wir mit Fabi ins „Fürobebier“ und dann in ein Restaurant, welches für Ceviche (kleingeschnittener roher Fisch) bekannt ist.

Am zweiten Tag wollten wir mit den Öv’s zur Salzkathedrale nach Zipaquira. Und mit den Öv’s fahren heisst, sich in einen vollen Bus quetschen und hoffen, dass von irgendwoher ein Windchen frische Luft kommt und dass man nicht beklaut wird. Man hört ja immer sehr viel Negatives in Sachen Kriminalität von Südamerika….doch wir fühlten uns weder unsicher noch sahen wir etwas Dubioses.

Wir stellten uns die Salzkathedrale in etwa so vor: Kathedrale in einer Höhle, wo früher Salz abgebaut wurde. Falsch gedacht! Denn die ganze Kathedrale war riesig! Ein Weg führte uns tief ins Innere des Berges, vorbei an grossen Höhlen rechts und links des Weges, grossen Steinkreuzen und Farbenspielen. Am Ende gelangten wir in die „Haupthöhle“, welche mit Bänken ausgestattet ist und jeweils am Sonntag Gottesdienste abgehalten werden.

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Zurück in Bogota gab es dann zum Zvieri eine Empanada (gefüllte Teigtasche) und zum Znacht Tamales (ein Mix aus Maismehl, Reis, Kartoffeln, Rüebli, Erbsen, Zwiebeln und Fleisch – alles verpackt in Bananenblätter). Kulinarisch befanden wir uns im Neuland und unser Mini-Wörterbuch konnte uns bei der Übersetzung auch nicht helfen. Also hiess es, neugierig sein und einfach bestellen! Und wir wurden nicht enttäuscht 😋.

Gestärkt mit einem Gipfeli, einem Nussbrötli mit Butter und Gonfi und 2 heissen Schoggis machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg zum Fusse des Monserrate. Fabi hatte am Freitag frei und stellte für uns ein Tagesprogramm zusammen und so begannen wir morgens um 8 mit dem Aufstieg. Eigentlich dachten wir, wir werden grosse Mühe mit der Höhe haben, doch da lagen wir falsch. Also kamen wir nach circa einer Stunde oben an und hatten einen super Ausblick auf die riesen grosse Stadt.

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Fabi führte uns dann noch in die Welt des „Speziellen“ ein. Zuerst probierten wir Tee aus Coca Blätter (keine Angst, man wird davon nicht high) und danach gab es eine heisse Schoggi, in welche man Käsestückchen tut und dies dann so trinkt/isst/löffelt. Seeehr speziell 😊. Nach dem Abstieg brachte uns ein Taxi zum Blumen-, Früchte-, Gemüse- und „sonstalles“ Markt.

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Wir lernten neue Früchte kennen und probierten zum Zmittag dann noch envueltos (Mais und irgendetwas 😊). Später gings weiter zu einem kleinen Hippie-Viertel, wo wir „chicha“ (ein alkoholisches Getränk aus Maisbasis) zu uns nahmen. Es gesellte sich dann noch Stephan, der Arbeitskollege von Fabi, dazu und so wurde schnell noch Bier und Salchipapa (Pommes und gebratene Wurststücke) bestellt. Und der Tag war noch nicht vorbei. Denn am Abend stand noch Tejo spielen auf dem Programm! Von Fabi wussten wir nur, dass noch weitere Personen kommen werden und dass Bier trinken zu diesem Spiel dazu gehört. Mehr verriet sie nicht.

Als wir aus dem Taxi stiegen, hörten wir es schon knallen. Tejo ist eine moderne Version eines südamerikanischen Indianerspieles namens Turmequé. Es wird hauptsächlich in Kolumbien (seit 500 Jahren), aber auch in Ecuador und Venezuela gespielt. Man verwendete dazu eine 0,7 Kg schwere goldene Platte, die sogenannte „turmequé“. Später wurden Stein- und schliesslich Metallplatten benutzt. Im Juni 2000 wurde Tejo vom kolumbianischen Kongress zum Nationalsport ernannt.

Beim Spiel versucht man, eine eiserne diskusförmige Scheibe, den Tejo in den Massen 9 cm × 4 cm, in einen 19,50 m (wir spielten jedoch auf einem kürzeren Feld) entfernten 15 cm durchmessenden Kreis zu werfen und so die dort an dessen Rand aufgelegten dreieckigen Schwarzpulvertaschen zu treffen und explodieren zu lassen. Wenn eine solche Tasche getroffen wird, gewinnt der Einzelspieler oder das Team, unabhängig davon, wer der Mitte am nächsten liegt. Falls keine Tasche explodiert, gewinnt die Person oder das Team, dessen Tejo näher am Kreis liegt. Die Partien werden traditionell von alkoholischen Getränken wie Bier und Aguardiente (Schnaps aus Anis und Zuckerrohr) begleitet. Die Brauereien sind daher die grössten Sponsoren.

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Und nach einem feucht-fröhlichen Spiel gingen wir mit unseren neuen kolumbianischen Freunden noch in die Disco! Salsa hier, Merengue da….und wir Europäer waren aufgeschmissen💃. Danke für diesen tollen Tag, Fabi!

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Das Taxi brachte uns am nächsten Tag zum Busbahnhof, wo wir in den Bus nach Villa de Leyva stiegen. Dieses Städtchen ist vorallem für seinen grossen Platz bekannt (angeblich der grösste in ganz Kolumbien). Auch wurde es schon früh zum nationalen Denkmal ernannt und so von modernen Bauten wie Büro- und Wohnhochhäusern verschont. Deshalb gibt uns heute Villa de Leiva einen Eindruck von Architektur und Ambiente der kolonialen Zeit. Die nur einstöckigen Häuser mit ihren Ziegeldächern, die Kirche mit ihren massigen und niederen Türmen und das jahrhundertealte Kopfsteinpflaster der riesigen Plaza waren deshalb immer wieder Kulisse für historische Filme. Ein gemütliches Städtchen!

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Und es werden Ausflüge hoch zu Ross angeboten 😁. Also sassen wir am nächsten Tag auf dem Rücken von Pferden und schaukelten oder hüpften durch die Gegend. Und für nicht geübte Reiter (für Chrigi das erste, und seiner Meinung nach, das letze Mal) war am nächsten Tag Muskelkater und blaue Flecken angesagt 😂.

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Maui und Kaua’i

Obwohl Maui als Synonym für Strand und Sonne zu interpretieren ist, stand diese Insel für uns ganz im Zeichen des Autofahrens. Gleich am ersten Tag standen wir alle drei Tapfer auf, um zwei Stunden zum Halekala Vulkan zu fahren. Dort warteten wir geduldig mit zig anderen Tausend Touristen auf die ersten Sonnenstrahlen, welche wir dann auch festzuhalten wussten.

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Das interessanteste waren aber die restlichen Touristen, welche anscheinend keine warme Kleidung im Gepäck hatten und sich mit Bademantel, Bettdecke und Strandtücher bewaffnet hatten 😄👍. Nach dem Sonnenuntergang gings zuerst mal standesgemäss beim Starbucks und Mc Donalds vorbei. Denn um 10 Uhr morgens wollten wir ready sein um beim WM-Final mitfiebern zu können. Leider wurde dann weder Italien, noch die Schweiz Weltmeister! Schade 😅.

Den nördlichen, sehenswerten Strassenabschnitt rund um Kahekili schafften wir am zweiten Tag in knapp 2 1/2 Stunden. Inklusive der Wanderung zum grössten Blowhole, das ich bis jetzt gesehen habe. Der Durchmesser war klar grösser als einen Meter und das herausgepresste Wasser reichte teilweise über zwölf Meter hoch. Sehr eindrücklich.

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Die vielgelobte Road to Hana füllte unseren dritten Tag. Nach spätestens elf Stunden fahrt waren auch meine Fahrnerven am Ende und ich war glücklich, daheim abschalten zu können. Denn die Inselrundfahrt bot einiges an Action und Nervenkitzel. Die langen, einspurigen Strecken meisterte ich, als profi Rallyfahrer, natürlich mit links. Und meine Mitfahrer jubelten bei jeder scharf genommenen Kurve jeweils lautstark und mit kreativen Jubelgesten mit. Dies war zumindest meine Interpretation 😉. Auf der Fahrt durch die vielfältige Landschaft gab es doch noch ein paar sehenswerte Stopps. Einer sogar mit frischem Bananacake.

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Der letzte Tag auf Maui verbrachten wir endlich mal am Strand. Genau gesagt am heftigen Shorebreak des Makena beach State Park. Denn aufgrund der riesigen Wellen und der starken Strömung schafften es nur zwei von und drei ins Wasser. Ein gefährlicher Strand an dem sich tagtäglich Menschen verletzen.

Kaua’i, als letzte Insel, bietet einiges an Naturschönheiten und ist ein Hot Spot für Wanderer. Doch am ersten Tag genossen wir noch den Strand. Dieses mal waren wir alle im Wasser, sonnten uns im zweisichelförmigen Poipu beach und probierten später „shaved Ice“ aus. Die amerikanische Version von der italienischen „granita“.

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Doch die Crevetten mit Knobli- und auch mit Kokosnusssauce am Abend waren doch eine Geschmacksliga höher 👍.

Die nächsten zwei Tagen verbrachten wir vor allem mit trekken. Beim Besuch der Na Pali Coast regnete es leider. Trotzdem marschierten wir vier Stunden den wild bewachsenen grünen Klippen entlang. Der einzige Strand auf dem Weg hatte es betreffend Strömung wieder mal in sich. Dieser forderte seit beginn der Zählung bereits 87 Todesopfer. Da das Wetter aber nicht zum Baden einlud, liessen wir den Strandabschnitt für einmal, mit gutem Gewissen, aus.

Am Abend stärkten wir uns mit den besten Burger der Welt 😋! Ja, ich weiss. In Amerika hat jedes Lokal die besten Burger! Doch diese Burger waren wirklich etwas einzigartiges! Die Mahlzeit mit Ananas und Senf gefüllten Burger wiederholten wir praktisch jeden Abend auf der Insel!

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Der Waimea Canyon im Südwesten bot dann mal eine andere Aussicht. Die 7.5 km2 grosse Fläche bot mit seinen roten und grünen Farben ein schöner Kontrast zu Strand- und Vulkanlandschaften. Um uns die vielfältigen Eindrücke von einer anderen Ansicht noch einzuprägen zu können, buchten wir am nächsten Tag einen Helikopterflug.

Im einstündigen Flug kam ich mir vor wie in Jurassic Park (welcher hier übrigens auch gedreht wurde). Der grösste Teil der Insel, welcher immer noch unberührt ist, war voller Wasserfälle, grünen Tälern und riesigen Vulkankratern! Ein geniales Bild boten auch die Na Pali Coast und der Waimea Canyon, welche wir von unten schon erforschen konnten.

Was für einen genialen Abschluss der Insel!

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Bevor es soweit war, sich von Hawaii zu verabschieden, nahmen wir den letzten Tag in der Start- und Abflugsinsel O’ahu in Angriff. Andrea mit Shopping, Fabian und ich mit Quad fahren und später dann auch noch mit Shopping🙈.

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Am letzten Abend gab es dann standesgemäss Burger im schönsten Hardrock Cafe, welchen ich bisher besichtigen durfte! Nicht aber ohne eine Stunde auf den Tisch gewartet zu haben. Dies scheint in Hawaii nämlich fast Tradition zu haben.

Mit einer Ukulele im Gepäck und einigen anderen Souvenirs, verabschiedete sich Fabian um fünf Uhr früh von uns. Ich hoffe für ihn, dass er im Flugzeug hoffentlich ein wenig Schlaf nachholen konnte 😅. Unsere ehemalige WG-Zusammenkunft war vorüber und wir danken dir Fabian, für deinen Besuch aber vor allem für deine unterhaltenden Gesichten 😜 👍!!!

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O’ahu und Big Island

Hawaii! Wie lange habe ich mich darauf gefreut! Und nun waren wir da, inkl. Gepäck (man weiss ja nie) und Sonnenschein 😎. Und was macht man nach dem Einchecken im Hostel? Klar, man geht an den Waikiki Strand, schwimmt eine Runde im türkisblauen Wasser und legt sich in die Sonne. Herrlich! Obwohl uns die lange Reise, das passieren der Zeitzone und der Jetlag zu schaffen machten, erkundeten wir später fast ganz Waikiki.

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Am Abend machten wir uns wieder auf den Weg zum Flughafen um Chrigis Bruder Fabian abzuholen. Schlafen war dann aber noch lange nicht angesagt. Denn zuerst wurde das Mitgebrachte aus der Schweiz übergeben (jippie) und News ausgetauscht. Und eine Lindorkugel als „Bettmümpfeli“ durfte auch nicht fehlen 😋. Danke Sherpa Fabian 👍.

Fabian war am nächsten Morgen um halb 6 bereits hellwach und wollte natürlich etwas unternehmen. Also zeigten wir ihm zuerst den Strand, die Gegend Waikiki und dann gings zum Shoppen. Und zwischendurch stärkten wir uns im Starbucks, denn der Jetlag war immer noch ein grosses Thema.

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Am Abend gab es dann im Hostel Hot Dog. Denn es war der Unabhängigkeitstag der Amis und dies wollte unsere Hostel „Mama“ mit allen feiern! Später gingen wir mit der ganzen Truppe an den Strand um das Feuerwerk zu sehen.

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Am nächsten Tag machten wir uns frühmorgens auf Richtung Pearl Harbor. Pearl Harbor ist ein Hafen und Hauptquartier der Pazifikflotte der United States Navy. Weltweit bekannt geworden ist er durch den Angriff der japanischen Streitkräfte am 7. Dezember 1941 auf die US-Pazifikflotte während des Zweiten Weltkriegs. Als erstes schauten wir den Dokumentarfilm über das Geschehene, was sehr informativ aber auch traurig war. Das damals gesunkene Schiff USS Arizona wurde, wie auch die mit dem Schiff gesunkene Besatzung, nie geborgen und liegt heute als Gedenkstätte immer noch auf dem Grund von Pearl Harbor. Die Überreste des unter Wasser liegenden Schiffs kann man von der Gedenkstätte her sehen.

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Zudem kann man noch ein Kriegsschiff und einen Flugzeughangart besichtigen.

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Für den Sonntag reservierten wir uns ein Mietauto. Wir planten, die Insel Oahu zu umfahren, schnorcheln und wandern zu gehen und an diversen Stränden ins angenehm warme Meer zu springen. Um 8 Uhr fuhren wir mit unserem weissen Mini los. Wir bestaunten das Halona Blowhole, durften am Sandy Beach erfahren, mit welcher Kraft eine Welle am Strand aufschlagen kann (also ich ging dort nicht ins Wasser), wanderten zum Makapuu Leuchtturm, badeten am Waimanalo Strand, erlebten heftigen Wind am Nuuanu Aussichtspunkt und fuhren schlussendlich bis zur Nordküste.

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Die Strände der North Shore erstrecken sich über mehr als 11 km und sind im Winter der Austragungsort der weltbesten Surfwettkämpfe.

Am nächsten Tag flogen wir bereits nach Kona auf Big Island, auf die grösste Insel von Hawaii. Auch hier mieteten wir ein Auto und übernachteten 2 Mal in einer Wohnung in einer Ferienanlage mit super Aussicht.

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Selber kochen war also wieder angesagt und ich freute mich richtig darauf! Hmmm, Kartoffelsalat mit einem Stück Fleisch vom Grill 😋. Am darauffolgenden Tag besuchten wir die Kaffeeplantage Greenwell. Zuerst konnten wir den super leckeren Kaffee kosten und dann wurden wir durch die Plantage geführt.

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Doch bis es überhaupt zum Kaffee kommt, benötigt es viele Prozesse. Nach der Blüte, wächst eine rote „Beere“, welche auf der Greenwell Farm noch von Hand gepflückt wird. So können die Arbeiter sicher sein, dass auch nur die wirklich Reifen Beeren in den Korb kommen. Danach werden die weissen Bohnen aus der roten Schale gedrückt, gewaschen, getrocknet und von Zeit zu Zeit mit einem Rechen gedreht. Die Bohne ist nach diesem Vorgang dann gräulich-weiss und erst nach dem Rösten, nimmt sie die braune Farbe an.

Weiter gings zum Schnorcheln an die two steps Bucht, wo wir nebst vielen farbigen Fischen auch eine Wasserschildkröte antrafen! Wow! Nach einem kurzen Picknick fuhren wir dann weiter zum Kekaha Kai State Park. Der Weg führte über schwarzes Lavagestein bis zum Strand, wo wir zu Fuss zu einem schwarzen Sandstrand gelangten.

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Unser nächstes Ziel hiess Hilo. Doch bevor wir dort ankamen, besuchten wir den wunderschönen Strand Maniniowali, die Kiholo Bay und das Keanalele Wasserloch, welches in einer zusammengestürzten Lavaröhre ist.

Am späten Nachmittag erreichten wir dann unser Hostel in Hilo. Über Hilo sagt man, dass es viel regnet. Doch wir hatten Glück und konnten bei schönem Wetter den Kilauea state park besuchen. Obwohl der Kilauea Vulkan aktiv ist, konnte keine Lava sondern nur Dampf gesehen werden.

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Doch auch schon dies, war sehr interessant und vor allem heiss! Wir fuhren mit dem Auto zu diversen Aussichtspunkten und schlussendlich bis zur Küste runter, wo die Lava im Jahr 2003 sogar über die Strasse floss.

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Somit Endstation für die Autos!

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Am nächsten Tag fuhren wir zum Waipio Valley Aussichtspunkt.

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Wir wanderten dann noch ins Tal runter, doch als es zu regnen anfing, nahmen wir den sehr steilen Retourweg (gäll Fabian 🙈) wieder in Angriff.

Weiter gings zum Flughafen. Adiö Big Island!

Mauern und ein Kaiserpaar

Pingyao erreichten wir per Nachtzug im Massenschlag-Wagon 😁. Dieses offene Zugabteil erinnerte mich stark an unser Junioren Squashlager, bei dem wir in einem Luftschutzkeller nächtigten. Die Fahrt war dann super und die Hard-Sleep-Betten sehr komfortabel. Kurz vor Ankunft avisierte uns sogar die Zugbegleiterin, dass die nächste Station unsere sei. Rundum einen super Service.

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Im alten Stadtkern, welcher von Stadtmauern gesichert wird, fanden wir die alte Bauweise Chinas wieder. Aneinandergebaute Holzhäuser mit schönen Innenhöfe und traditioneller Hausbemalungen.

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Die meisten davon werden inzwischen, aufgrund der vielen chinesischen Touristen, als Souvenirläden oder Restaurants genutzt. Auch gab es viele lokale Spezialitäten, welche wir natürlich alle ausprobierten 😋.

Die winzige Innenstadt war schnell besichtigt und so buchten wir am nächsten Tag einen Tagesausflug nach Mianshan. Das Ausflugsgebiet mit mehreren kurzen Wanderungen lag in einem Berggebiet, welches durch eine Buslinie verbunden ist. So stiegen wir an ein paar empfohlenen Stopps aus und liessen uns wieder mal von den chinesischen „Wanderungen“ überraschen. Obelix hätte wohl gesagt: „die spinnen die Chinesen“.

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Unsere vorletzte chinesische Stadt hiess Datong. Zusammen mit anderen Backpacker, dem Vermieter und seinem Hund Obama, residierten wir in einer riesigen Wohnung im 22. Stock. Eine geniale Lage für ein Hostel mit einem heimeligen Gefühl und einem super Ausblick. Unser
Haupgrund für den Stopp in der Riesenetropole, waren aber die gut erhaltenen Yungang Grotten. Diese erreichten wir mit dem Bus innert dreissig Minuten bei unüblich, herrlichem Wetter. In der Pilgerstätte wurden über die Zeit mehrere Statuen gestohlen, vernichtet oder verunstaltet. Einige davon sind zum Glück noch erhalten und sehr sehenswert. Interessant waren auch die eingeschnitzten und farbigen Innenwände der Höhlen, in welchen die riesigen Buddhas zu finden sind.

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Diese Höhlen waren wirklich ein schöner Kontrast zu den restlichen farblosen aber nicht minderinteressanten, riesigen Statuen.

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Am Abend assen wir mit zwei Kanadierinnen, mit welchen wir unsere bisherigen Chinaerfahrungen austauschten. Denn die Menschen und die Sicherheitsvorkehrungen in China sind doch sehr speziell und werden oft unter Reisenden diskutiert. Nebst den vielen Gepäckkontrollen, dem Spucken und dem Gedränge muss man sich in China angewöhnen, angestarrt zu werden. Und dies vor allem von den Sitznachbarn mit nur 10 cm Entfernung. Auch wenn man zurückschaut, der Blick wird nicht gesenkt. Nein, er wird sogar intensiviert. Denn unsere Augenpartie ist etwas, was ihnen selten zu Gesicht kommt und jene wollen sie sich offenbar stundenlang eingeprägen 🙈.

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In Peking angekommen, stärkten wir uns sogleich mit der Stadtspezialität: Der Peking Ente. Aus der bereits fertig im Ofen gebratenen Ente werden drei verschiedene Stücke rausgeschnitten und auf verschiedenen Teller serviert. Zuerst die knusprige Haut, dann die zarte Entenbrust um am Ende ein Teil vom Entenschenkel mit Haut. Zusätzlich bekommt man eine Art Fladenbrot, Gurkenschnitte und Sauce. Die verschiedenen Entenstücke werden dann eingerollt und wie eine Minifajita gegessen. Gut wars 😋!

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Am nächsten Tag widmeten wir uns der Pekinger Altstadt und den Hutongs. Diese sind schmale aber langgezogene Quartiere mit Innenhöfe, die eine geschlossene Gemeinschaft bilden. Die kleinen Alleen sind voller Restaurants und Shops und ziehen Massen an Touris an. Rund herum fanden wir noch einen schönen See und, zum Glück für Andrea, wieder mal einen Starbucks.

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Die berühmteste und wohl grösste Attraktion in Peking ist die verbotene Stadt. Über Jahrhunderte war sie von der Aussenwelt abgeschottet und wer sich illegal Eintritt verschaffte, wurde mit dem Tod bestraft. Heute umgeht man die Bestrafung mit einem Eintrittspreis von fünfzehn Franken 😃. Die Stadt betritt man durch das Südtor, spaziert an unzähligen Palästen und Mauern vorbei und verlässt diese nach ca. Zwei Stunden durchs Nordtor.

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Wie gross die Anlage wirklich ist, konnte man sich während der Besichtigung nicht vorstellen. So erklommen wir den Jingshan Hügel, welcher sich praktischerweise direkt vor dem Nordtor befindet und prägten uns die riesige Palaststadt von oben ein. Inklusive Smog 🙈.

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Aber bevor wir die „Kaiser-Tour“ abschlossen, konnten wir nicht widerstehen, uns selber einmal als Kaiserin und Kaiser zu fühlen 😂.

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Das Beste sparten wir uns für den Schluss. Am nächsten Tag erreichten wir mit mehreren Bussen, nach knapp zwei Stunden, den Abschnitt chinesische Mauer, welcher wir vorher im Lonely Planet ausgesucht hatten. Oder doch nicht? Als wir vor einem riesigen Eingangstor standen, wussten wir, dass dies wohl der Touristenabschnitt war und nicht die gewünschte „wilde Mauer“. Unsere Buschaffeurin hatte uns da wohl falsch verstanden 🙈. Kein Wunder, den ausserhalb Peking kann niemand Englisch. Wir waren dann aber schlussendlich froh, dass wir überhaupt die Mauer gefunden hatten 😁.

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Wir wanderten für die nächsten fünf Stunden die grosse Chinesische Mauer am Huanghuacheng Lake rauf und runter. Ausser uns war auf diesem schönen Mauerabschnitt keine Seele weit und breit zu sehen und die Umgebung war phantastisch. Nach zahlreichen Treppen erreichten wir schlussendlich das Ende des gesicherten und geöffneten Abschnittes der Mauer. Wir wollten aber weiter. Denn hinter den Gittern befand sich der wilde, unrenovierte Mauerabschnitt und diesen wollten wir uns nicht entgehen lassen. Also kletterten wir von der Mauer runter und fanden einen Trampelpfad, der uns an Videokameras und Gitter vorbeiführte.

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Nach einer Stunde Erkundungstour „wilde Mauer“ kehrten wir völlig aus der Puste zum offiziellen Mauerabschnitt zurück und liessen uns von einem Schnellboot zum Parkeingang fahren. Mit dem letzten Bus gings zurück nach Peking, wo wir unsere Koffer packten und uns auf unser nächstes Ziel freuten: Hawaii!

Xi’An und Umgebung

Nach einem 1-tägigen Zwischenstopp in Shanghai, war wieder Packen und Zügeln angesagt. Mit 430 Km/h (in der Kurve jedoch nur 350 😊) fuhren wir mit der Maglev-Bahn Richtung Flughafen. Spätabends landeten wir dann in Xi’an. Der Flughafenshuttelbus brachte uns in die Innenstadt, wo wir in ein Taxi umstiegen. Obwohl die Adresse des Hostels auf Chinesisch notiert war und der Taxifahrer die Adresse in sein Navigerät „eintöggelte“, fanden wir das Hostel nicht. Mitarbeiter eines anderen Hostels konnten dann aber weiterhelfen und so trudelten wir kurz vor Mitternacht im richtigen Hostel ein. Dann mal „Gute Nacht“!

Am nächsten Tag mieteten wir im Hostel 2 Velos und machten uns dann auf den Weg zur berühmten Stadtmauer. Wir haben nämlich gelesen, dass man die 14 km lange Mauer mit dem Velo erkunden soll. Doch die dreier Belegschaft am Eingangstor, von welcher keiner wirklich Englisch sprach, gab uns zu verstehen, dass wir nicht mit unseren eigenen Bikes auf die Mauer können, sonder nochmals mieten müssen. Ein wenig genervt, mieteten wir nochmals Velos und los ging die „hollprige“ Tour. Die sehr gut restaurierte Stadtmauer und die Aussicht fanden wir dann aber doch nicht so toll!

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Das muslimische Viertel, mit all seinen Strassenhändlern und interessanten Restaurants, hat es uns dann viel mehr angetan.

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Man kam mit dem Velo fast nicht durch, denn in diesen schmalen Gasen herrschte so viel Betrieb! Vor einem Restaurant blieben wir länger stehen und schauten dem Koch, welcher in der Luft wie wild Nudeln formte, zu. Das Restaurant fürs Znacht stand gleich fest und die Nudeln waren super lecker!

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Am nächsten Tag hiess es früh aufstehen, Turnschuhe anschnallen und Tagesrucksack packen. Wir hatten nämlich eine Wanderung auf dem Hua Shan vor. Der Hua Shan ist eines der fünf heiligen Gebirge in der Provinz Shaanxi. Das Gebirge ist wegen seiner steilen, malerischen Felswände und seiner gefährlichen Steige auf die Gipfel berühmt.

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Der Bus brachte uns vom Xi’an-er Bahnhof in ein Dörfchen unterhalb des Bergs und ein Taxi brachte uns dann bis zur Talstation der Gondel. Oben angekommen, fing die Wanderung, wie gewohnt, mit vielen Treppen an 🙈. Vom Nordgipfel, gings über den Ost- zum Süd- und zum Mittelgipfel. Die Gondelbahn auf dem Westgipfel brachte uns dann wieder runter und der Bus retour nach Xi’an. Doch vor der Talfahrt galt es, Mut zu beweisen. Mit einem Sicherheitsgurt ausgestattet, kletterten wir fast Senkrecht eine einfache Eisentreppe herunter. Alle paar Meter mussten die Karabiner an einen neuen Abschnitt des Sicherheitsseils umgehängt werden. Und weil der Klettersteg eine Sackgasse war, kamen einem die Kletterer auf dem Rückweg entgegen. Nach der Treppe gelangten wir auf Holzbretter, welche in die Felswand „genagelt“ waren. Auf diesen konnten wir dann weiter der Felswand entlang „klettern“, bis wir schliesslich zum Ende kamen und wir wieder umkehren mussten. Auch wenn ich vor dem Abstieg vor lauter Angst fast geheult hätte, war das Ganze im Nachhinein gar nicht so schlimm 😎.

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Was für ein aufregender und fast schon sonniger Tag! Und das soll etwas heissen! Denn Chinas Smog kannten wir bereits in- und auswendig.

Am nächsten Tag stand der Besuch der Terracotta Armee auf dem Plan. Wieder brachte uns ein Bus vom Xi’aner Bahnhof zum Museum. In drei verschiedenen Hallen konnten wir die Ausgrabungen bestaunen. Gewisse Krieger waren noch ganz, andere wiederum lagen mit abgebrochenen Armen oder anderen Körperteilen oder ganz in Trümmern dort. Interessant ist vor allem, weshalb es diese Krieger aus Terracotta gibt. Kaiser Qin glaubte an ein Leben nach seinem Tod und wollte auch für diese Zeit beschützt sein. Der Bau der Anlage begann schon unmittelbar nach der Krönung von Kaiser Qin, also im Jahre 221 v. Chr. Wissenschaftler und Archäologen mutmassen, dass über 700.000 Arbeiter an der Errichtung beteiligt waren. Kaiser Qin liess seine ganze Armee nachbauen und in die Erde verschwinden. Die Entdeckung der Anlage geschah rein zufällig im März 1974, als chinesische Bauern aus dem Dorf Xiyang versuchten, einen Brunnen zu bohren, um die Trockenheit zu bekämpfen. Am 29. März stiessen sie auf eine harte, verbrannte Erdschicht. Bei einer Tiefe von vier Metern kamen Tonstücke zutage, darauf folgten ein mit Ziegelsteinen ausgelegter Boden, ein bronzener Armbrustmechanismus und bronzene Pfeilspitzen. Da die gebrannten Tonfiguren lange Zeit vergraben waren, verloren sie beim Kontakt mit der Luft in kürzester Zeit ihren ursprünglichen Farbüberzug. Erst Mitte 2004 gelang es Experten aus Bayern in Zusammenarbeit mit chinesischen Kollegen, ein Verfahren zum Schutz dieses Farbüberzugs zu entwickeln. Ob dies schon angewandt wurde, haben wir leider nicht mitbekommen. Uns faszinierte vor allem die Grösse der Anlage und vor allem das Wissen, dass das Meiste noch nicht ausgegraben wurde. Ein interessantes Museum!

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