Xi’An und Umgebung

Nach einem 1-tägigen Zwischenstopp in Shanghai, war wieder Packen und Zügeln angesagt. Mit 430 Km/h (in der Kurve jedoch nur 350 😊) fuhren wir mit der Maglev-Bahn Richtung Flughafen. Spätabends landeten wir dann in Xi’an. Der Flughafenshuttelbus brachte uns in die Innenstadt, wo wir in ein Taxi umstiegen. Obwohl die Adresse des Hostels auf Chinesisch notiert war und der Taxifahrer die Adresse in sein Navigerät „eintöggelte“, fanden wir das Hostel nicht. Mitarbeiter eines anderen Hostels konnten dann aber weiterhelfen und so trudelten wir kurz vor Mitternacht im richtigen Hostel ein. Dann mal „Gute Nacht“!

Am nächsten Tag mieteten wir im Hostel 2 Velos und machten uns dann auf den Weg zur berühmten Stadtmauer. Wir haben nämlich gelesen, dass man die 14 km lange Mauer mit dem Velo erkunden soll. Doch die dreier Belegschaft am Eingangstor, von welcher keiner wirklich Englisch sprach, gab uns zu verstehen, dass wir nicht mit unseren eigenen Bikes auf die Mauer können, sonder nochmals mieten müssen. Ein wenig genervt, mieteten wir nochmals Velos und los ging die „hollprige“ Tour. Die sehr gut restaurierte Stadtmauer und die Aussicht fanden wir dann aber doch nicht so toll!

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Das muslimische Viertel, mit all seinen Strassenhändlern und interessanten Restaurants, hat es uns dann viel mehr angetan.

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Man kam mit dem Velo fast nicht durch, denn in diesen schmalen Gasen herrschte so viel Betrieb! Vor einem Restaurant blieben wir länger stehen und schauten dem Koch, welcher in der Luft wie wild Nudeln formte, zu. Das Restaurant fürs Znacht stand gleich fest und die Nudeln waren super lecker!

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Am nächsten Tag hiess es früh aufstehen, Turnschuhe anschnallen und Tagesrucksack packen. Wir hatten nämlich eine Wanderung auf dem Hua Shan vor. Der Hua Shan ist eines der fünf heiligen Gebirge in der Provinz Shaanxi. Das Gebirge ist wegen seiner steilen, malerischen Felswände und seiner gefährlichen Steige auf die Gipfel berühmt.

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Der Bus brachte uns vom Xi’an-er Bahnhof in ein Dörfchen unterhalb des Bergs und ein Taxi brachte uns dann bis zur Talstation der Gondel. Oben angekommen, fing die Wanderung, wie gewohnt, mit vielen Treppen an 🙈. Vom Nordgipfel, gings über den Ost- zum Süd- und zum Mittelgipfel. Die Gondelbahn auf dem Westgipfel brachte uns dann wieder runter und der Bus retour nach Xi’an. Doch vor der Talfahrt galt es, Mut zu beweisen. Mit einem Sicherheitsgurt ausgestattet, kletterten wir fast Senkrecht eine einfache Eisentreppe herunter. Alle paar Meter mussten die Karabiner an einen neuen Abschnitt des Sicherheitsseils umgehängt werden. Und weil der Klettersteg eine Sackgasse war, kamen einem die Kletterer auf dem Rückweg entgegen. Nach der Treppe gelangten wir auf Holzbretter, welche in die Felswand „genagelt“ waren. Auf diesen konnten wir dann weiter der Felswand entlang „klettern“, bis wir schliesslich zum Ende kamen und wir wieder umkehren mussten. Auch wenn ich vor dem Abstieg vor lauter Angst fast geheult hätte, war das Ganze im Nachhinein gar nicht so schlimm 😎.

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Was für ein aufregender und fast schon sonniger Tag! Und das soll etwas heissen! Denn Chinas Smog kannten wir bereits in- und auswendig.

Am nächsten Tag stand der Besuch der Terracotta Armee auf dem Plan. Wieder brachte uns ein Bus vom Xi’aner Bahnhof zum Museum. In drei verschiedenen Hallen konnten wir die Ausgrabungen bestaunen. Gewisse Krieger waren noch ganz, andere wiederum lagen mit abgebrochenen Armen oder anderen Körperteilen oder ganz in Trümmern dort. Interessant ist vor allem, weshalb es diese Krieger aus Terracotta gibt. Kaiser Qin glaubte an ein Leben nach seinem Tod und wollte auch für diese Zeit beschützt sein. Der Bau der Anlage begann schon unmittelbar nach der Krönung von Kaiser Qin, also im Jahre 221 v. Chr. Wissenschaftler und Archäologen mutmassen, dass über 700.000 Arbeiter an der Errichtung beteiligt waren. Kaiser Qin liess seine ganze Armee nachbauen und in die Erde verschwinden. Die Entdeckung der Anlage geschah rein zufällig im März 1974, als chinesische Bauern aus dem Dorf Xiyang versuchten, einen Brunnen zu bohren, um die Trockenheit zu bekämpfen. Am 29. März stiessen sie auf eine harte, verbrannte Erdschicht. Bei einer Tiefe von vier Metern kamen Tonstücke zutage, darauf folgten ein mit Ziegelsteinen ausgelegter Boden, ein bronzener Armbrustmechanismus und bronzene Pfeilspitzen. Da die gebrannten Tonfiguren lange Zeit vergraben waren, verloren sie beim Kontakt mit der Luft in kürzester Zeit ihren ursprünglichen Farbüberzug. Erst Mitte 2004 gelang es Experten aus Bayern in Zusammenarbeit mit chinesischen Kollegen, ein Verfahren zum Schutz dieses Farbüberzugs zu entwickeln. Ob dies schon angewandt wurde, haben wir leider nicht mitbekommen. Uns faszinierte vor allem die Grösse der Anlage und vor allem das Wissen, dass das Meiste noch nicht ausgegraben wurde. Ein interessantes Museum!

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