Archiv der Kategorie: Vietnam

Reisfelder und Buchten

Mit einem Nachtliegebus machten wir uns auf den Weg nach Ninh Binh. Zwei von uns deckten sich im Liegesessel zu, einer fand auf dem schulterbreiten Gangboden Platz 🙈. Der Bus war leider etwas überbucht, trotzdem fand ich es nicht so übel, weil ich endlich mal die Beine strecken konnte 😄. Nach neun eher schlaflosen Stunden erreichten wir unser Hotel in Ninh Binh und legten uns erst mal ein paar Stunden in ein richtiges Bett schlafen 😴.

Das Highlight in der Region war für uns die Flussfahrt in Tam Coc. Aufgrund der Nähe zur Haupstadt Hanoi ist diese Attraktion auch ein beliebtes Tagesausflugsziel und wird täglich von bis zu achttausend Personen besucht. Unser Glück, dass wir in der Nebensaison und erst am späteren Nachmittag die zweistündige Bootsfahrt in Angriff nahmen. So hatten wir den Fluss praktisch für uns alleine. Die Landschaft war unglaublich! Das schmale Tal war umzingelt von steil emporsteigenden Limestone-Klippen und an beiden Ufern des Flusses befanden sich Reisfelder. Nicht umsonst nennt man dieses Gebiet „die trockene Halong Bucht“.

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Doch auch die Art des Bootsfahrens selber war interessant. So ruderte unsere Bootsfrau mit den Füssen, was sich auch als super Fotomotiv anbot.

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Weiter ging es mit einer kurzen Busfahrt nach Hanoi. Dort schlenderten wir hauptsächlich durch das „old quarter“, welches voll mit Souvenirshops, Reisen-Anbieter, Strassenküchen und einem unglaublichen Charme ist. Vor allem am Abend fanden sich die Einheimischen und die Touristen zusammen, um das unglaublich günstige Bia Hoi (Bier) zu trinken. Denn jede grössere Stadt in Vietnam hat eine eigene Frischbier Brauerei und ein Pappbecher voll kostet 30 Rappen 🍺. Ansonsten bietet Hanoi allerlei interessante Fotosujet was einen Walk immer abwechslungsreich macht.

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Hanoi diente uns aber vor allem als Ausgangspunkt für die Halong Bay und Sapa.

Die Halong Bay wurde nominiert für die sieben neuen Weltwunder und ist eines der Hauptausflugsziele in Vietnam. Um nicht im Massentourismus unterzugehen, buchten wir unseren Bootsausflug inkl. Übernachtung via Ethnic Travel, was sich sehr gelohnt hat. Zu acht hatten wir eine ganze Djunke für uns und waren weit weg von den Partybooten. Halbdösend auf dem Sonnendeck, schipperten wir stundenlang an steilen Limestone-Felsformationen vorbei und genossen die Ruhe und die Natur.

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Später erkundeten wir mit dem Kajak ein schwimmendes Dorf. Die Bewohner leben ausschliesslich vom Fischverzehr- und Handel und haben einen Bewegungsraum von nur ein paar Metern. Da war es doch etwas überraschend, als uns Einheimische in kleinen Booten nachfuhren und Souvenirs anboten 🙈.

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Die Übernachtung in einer geschützten Bucht war zwar ruhig, aber doch etwas unangenehm. Die Klimaanlage funktionierte nicht richtig und die 30 Grad im Zimmer waren nicht wirklich abkühlend, um schlafen zu können. Dafür war ich bei Sonnenaufgang immer noch wach und konnte diesen fotografisch festhalten 😅.

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Nach dem Mittagessen auf der Djunke fuhren wir dann zurück nach Hanoi um zwei Tage später unsere dreitätige Trekkingtour in Sapa in Angriff zu nehmen. Die Fahrt mit dem Nachtzug dauerte neun Stunden. Die 1.80 m langen Betten sind auf jeden Fall nicht europäischen Standards und das Ausstrecken der Beine konnte ich mir nur erträumen 😵. Nach der Ankunft konnten wir uns in einem Hostel kurz erfrischen und unsere achtzehnjährige einheimische Führerin Van nahm uns danach auf eine fünfzehn Kilometer lange Wanderung mit. Gleich zu Beginn erklärte sie, dass uns wahrscheinlich vom Dorf aus bis zum Mittagessensstop, „Dorffrauen“ nachlaufen würden, um uns am Mittag Souvenirs zu verkaufen. So verwandelte sich unser Vierertrüppchen nur fünf Minuten später zu einer Neunertruppe 😄. Ganze dreieinhalb Stunden wanderten die Damen in Vollmontur mit und bastelten uns währenddessen sogar noch Geschenke.

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Ganz nette Leute und immer gut drauf! Wir fanden es irgendwie amüsant und buchten uns innerlich bereits die paar Franken an Souvenir ab.

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Nach dem super feinen Mittagessen und mit neuen Souvenirs im Gepäck, marschierten wir weitere Stunden ganz alleine durch ein paar Dörfer mit riesigen Reisterrassen. Die Szenerie war wirklich atemberaubend und einzigartig.

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Am späten Nachmittag erreichten wir unseren ersten Farmstay, welcher sich direkt am Fluss befand. Bis zum Abendessen hiess es: abkühlen im Fluss, Beine hochlagern und in der Nachmittagsonne lesen. Herrlich! Am Abend gabs dann einen Tisch voll mit lokalen Spezialitäten,und alle fünf Minuten mussten wir mit der Besitzerin mit einen Schnaps anstossen😅. Dank der bequemen Matratze und dem Mosquitonetz konnten wir uns über Nacht gut erholen. Denn die nächsten zwei Tage wanderten wir durch weitere Dörfer mit vielen Terrassen. Nach knapp drei Tagen, 40 gewanderten Kilometern und unglaublich vielen Eindrücken, fuhren wir mit dem Nachtzug zurück nach Hanoi.

Nach dem anstrengenden Trekking in Sapa, genehmigten wir uns eine verdiente vietnamesische Massage und sahen und die amüsante Wasserpuppenshow im Theater an.

Unsere nächste Destination ist China mit fünftägigem Zwischenhalt in Hongkong. Nun hiess es Abschied nehmen. Nicht nur von Vietnam, sondern auch von Carmen, welche mit uns ganz Vietnam bereiste und uns viel Abwechslung und eine lustige Zeit bescherte 😃. Danke Carmen 💕🐦

Stadt und Land

Von Hoi An wurden wir per Minivan nach Da Nang zum Bahnhof gebracht. Unsere Reise ging mit dem Zug der Küste entlang bis nach Hue. Hue war von 1802 bis 1945 die Hauptstadt Vietnams. Heutzutage wohnen in dieser Stadt gut 358 000 Menschen. Gleich nach dem Einchecken im Hotel machten wir uns auf den Weg Richtung Citadel. Leider fanden wir die paar wenigen übrig gebliebenen Mauerreste der alten Kaiserstadt nicht so interessant und so gingen wir nach gut einer Stunde wieder Richtung Hotel.

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Am nächsten Morgen wurden wir von Mr Vu und Mr Vin für die DMZ (entmilitarisierte Zone) Tour abgeholt. Diese Zone war während des Vietnamkriegs die Grenze zwischen Süd- und dem kommunistischem Nordvietnam. Diese Tour sollte uns Einblicke in die diversen Kriegsschauplätze der Amerikaner, welche dort stationiert waren, geben. Unser Guide war während des Kriegs wohl als Übersetzer für die Amerikaner tätig, mit seinem Englisch hatten wir jedoch grosse Mühe. Carmen und ich fanden die Tour eher langweilig. Wie soll man bloss etwas von der Geschichte verstehen, wenn man 3/4 nicht versteht. Das einzige Highlight der Tour war der Besuch des 2.8 km langen Vinh Moc Tunnels. Es handelt sich um eine dreistöckige Tunnelanlage, die ehemalige Wohnbereiche, Krankenhäuser, Gebärstationen, ein Theater und Kommandoräume umfasst. Das Tunnelsystem war für 94 Familien oder etwa 300 Personen angelegt worden und während des Krieges wurden hier siebzehn Kinder geboren. Die Ebenen befinden sich in Tiefen von 10, 15 und 20-23 m Tiefe. Die Anlage hatte dreizehn Zugänge. Eine weitere Begabung von Mr Vin war das Fotografieren 😂

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Mit dem Lokalbus fuhren wir am nächsten Tag zuerst über den Highway und dann via eine kleinere Strasse durch Wiesen, Felder und kleine Dörfer. Im Nirgendwo lud uns der Fahrer aus und zu Fuss gings dann weiter zu unserer Unterkunft. Wir hatten eine Reservation für zwei Nächte im Phong Nha Farmstay, mit kuulem Aufenthaltsraum und Swimmingpool 😄.

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Von dort aus besuchten wir am nächsten Tag die Paradies- und noch eine andere Höhle (dark cave). Die Paradieshöhle wurde im Jahr 2005 von Einheimischen entdeckt und im Jahr 2011 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Über eine Holztreppe gelangt man in die Höhle runter und über einen Holzsteg weiter in die Höhle rein. Wahnsinn!

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Unsere Tour führte uns weiter zur dark cave. Diese kann man jedoch nur per Kajak erreichen! Also nichts wie los in das Kajak und her mit den Paddel! Hahaha, Chrigi und ich drehten uns nur im Kreis. Irgendwie klappte das mit dem Paddeln nicht so ganz 😂. Wir sind dann aber doch noch angekommen! Weiter ging es zu Fuss durch die Höhle. Zuerst über Stock und Stein, dann durch hüfttiefen Schlamm und nur mit der Helmlampe. Eigentlich war das Ganze mega lustig; irgendwie aber auch unheimlich. Man sah nicht viel und wusste auch nicht so recht, wo man denn wirklich draufstand. Hauptsache der Schlamm „furzte“ so richtig zwischen den Zehen 😄. Nach einem Schwumm in der völligen Dunkelheit waren wir wieder einigermassen sauber.

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Obwohl meine Wunde am Fuss mit Klebband eingepackt war, kamen trotzdem Schlamm und Wasser rein. Ich konnte dann selber nochmals eine grössere Menge an Eiter ausdrücken, was sich danach jedoch super gut anfühlte! Mein Knöchel fühlte sich gleich wieder „leichter und beweglicher“ an. So kann es nur gut kommen 😉

Nächster Tag: Velofahren, fotografieren, schwitzen, den Weg suchen, immer noch schwitzen, rauf und runter, viel trinken, noch mehr schwitzen! Nach einer abenteuerlichen Fahrt mitten durch die vietnamesische Pampa, standen wir vor einem Fluss. Doch „the pub with the cold beer“ war auf der anderen Flussseite. Zum Glück hatte es nicht so viel Wasser und wir konnten durch das Wasser laufen.

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Und endlich sassen wir im Schatten und gönnten uns ein Bier! Zum Zmittag gabs dann das Huhn, welches extra für uns gefangen und gegrillt wurde 🐓!

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Und für Chrigi dann noch Shots mit den Einheimischen 😜.

Nähte und Stiche

„Wer nicht in Hoi An war, hat Vietnam nicht gesehen“, entnahm man allen Reiseratgeber. Stimmt!

Hoi An ist ein Städtchen, dass man nicht vergessen wird. Denn die Altstadt, voller farbiger Kolonialhäuser, liegt idyllisch am Thu Bon River und versprüht bei Tage und vor allem bei Nacht einen unglaublichen Charme aus.

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Die Altstadt ist aber vor allem bekannt für ihre Lampione, welche den grössten Teil der Strassenbeleuchtung ausmachen und auch verkauft werden 😉.

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Ein weiteres Highlight ist auch das örtliche Essen. Denn nur hier kann man die drei örtlichen Spezialitäten aus Reis verspeisen. Die berühmteste der drei, ist die köstliche Cao Lao Nudel.

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Die Geheimrezeptur kennen nur zwei Familien und werden von Generation zu Generation weiter vererbt. Somit geniessen sie das Monopol, alle Restaurants und Privatpersonen in Hoi An zu beliefern.

Die vietnamesische Küche war denn auch bei uns ein grosses Thema. So assen wir uns jeden Abend durch die vietnamesischen Spezialitäten durch. Dies alles innerhalb der herrlich erhaltenen französischen Kolonialhäuser. Und in den Strassenküchen wurden wir sogar persönlich gefüttert 😂.

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Da lag es auf der Hand, dass wir die örtliche Kochkunst selber erlernen wollten. Der morgendliche Kurs bei Green Bamboo, war sehr familiär und fand im Haus der Gastgeberin statt. Zuerst wurde man durch den Markt geführt und alle Zutaten wurden frisch eingekauft 😝

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So lernte ich wieder mal neue Kräuter kennen und erlebte wie unser frisch geschlachtetes Stück Schweinefleisch zuerst rasiert werden musste 🙈. Nachher genehmigten wir uns eine echten vietnamesischen Kaffee, welcher übrigens in ganz Vietnam hervorragend schmeckt. Nach der Verstärkung gings ran ans Rüsten und ich verbrachte die meiste Zeit beim Crevettenschälen 😉.

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Jeder der acht Teilnehmer kochte nacheinander ein anderes Gericht, welches dann sofort serviert und gegessen wurde. Obwohl, wir von jeden nur zwei, drei Happen probierten, reichte das gegessene solange hin, dass wir das Abendessen ausliessen 😋.

Ein Glück, dass wir gleich am ersten Tag in Hoi An beim Schneider vorbeigeschaut hatten. Da wurden noch die etwas engeren Masse genommen 🙈. Wir liessen uns Anzüge, Hemden, Ballkleider und Schuhe schneidern. Denn die Schneider im Dorf, von denen es über 300 gibt, sind Landesweit berühmt und im Vergleich zur Schweiz etwas günstiger ☺️. Überhaupt kann man sich hier alles schnitzen, schleifen und Nähen lassen. Ein Paradies für Shopper 😎.

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Nebst all dem bietet Hoi An auch einen wunderschönen Strand. Dieser ist nur zwanzig Fahrminuten mir dem Velo entfernt und führt an kleinen Dörfer und vielen Reisterrassen vorbei. So fanden wir einen palmengesäumten, sauberen und praktisch menschenleeren Strand vor und erfreuten uns am abkühlenden Meer. Dies blieb so bis 16.00 Uhr. Dann, als ob eine Sirene losgegangen wäre, strömten zwanzig einheimische Frauen an den Strand und türmten Stühle und Bänke auf. Die Badegäste, welche am Strand lagen, wurden innerhalb von Sekunden umzingelt und leicht belagert 😂.

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Wir gaben uns, den immer grösser werdenden Strandrestaurants, geschlagen und kehrten ins Hotel zurück, nur um uns Stunden später im Spital wiederzufinden. Denn innerhalb von zwei Wochen, schwoll der Stich an Andrea’s Knöchel soweit an, dass die Haut aufplatzte und Eiter raus kam. Erst im zweiten Spital und kurz vor Mitternacht bekam Andrea ein starkes Antibiotikum intravenös gespritzt, welches den Weg zur Besserung einleitete. An dieser Stelle nochmals einen herzlichen Dank an alle ärztlichen Ratgeber in der Schweiz für die Abklärungen, Nachforschungen und sms-Support! Die Antibiotika-Kur dauerte einige Tage und wir erschienen jeweils pünktlich um 6.30 und 16:00 Uhr im Spital. Durch die Kurzbesuche im örtlichen Spital fanden wir uns mitten im vietnamesischen Gesundheitssystem wieder. So fehlt es hier an allen Ecken und Kanten. Auch werden hier die Patienten samt Roller IN die Notaufnahme gefahren. Also direkt aufs Patientenbett verladen. Handschuhe, falls gefunden, werden erst nach mehrmaligen Nachfragen angezogen. Selbst wenn die Wunde voller Blut und Eiter per Hand ausgedrückt wird. Immerhin waren die Spritzen verpackt, was uns ein wenig beruhigte. Wenn man dann Richtung Ausgang nicht noch auf den Blutlache ausrutschte, hatte man es endgültig geschafft.

Wasser und Sand

Schweizer Korrespondentin Carmen:

Am nächsten Tag wurden wir von unserem Guide im Hotel abgeholt. Unsere Reise führte uns in die Mekong Delta Region, wo wir in einem typischen Mekong-Dörfchen ausstiegen. Bevor es per Boot weiter ging, hatten wir noch die Möglichkeit, traditionelle vietnamesische Live-Musik zu hören. Das war lustig, denn zeitweise tönte es wie wenn noch eine Katze mitmiauen würde 😄. Kurz vor dem Einsteigen ins Boot fing es heftig an zu regnen, doch wir hatten unsere Regenpellerinen natürlich im Minivan. Ich rannte zum Minimart zurück und kaufte uns drei Ponchos. Zwar schon halbnass, aber trotzdem gut eingepackt, tuckerten wir los. Nach kurzer Fahrt stoppten wir für die Besichtigung der „Kokosnusstäfeli-Fabrik“. Mit anderen Worten hiess das: 1 Ofen, 1 grosser Tisch, zwei bis drei sonstige „Maschinen“ sowie etwa fünf fleissige Arbeiterinnen. Diese machten aus der Kokosnuss irgend eine Masse, erhitzten diese, liessen sie wieder trocknen, verschnitten es und packten alle Täfeli einzeln von Hand ein. Es war spannend zu sehen wie effizient jede ihren Arbeitsschritt beherrschte. Der Duft und vor allem der Geschmack dieser Täfeli waren sehr fein.

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Nach dieser süssen Vorspeise fuhren wir wieder auf dem Mekong weiter und konnten dort in einem Restaurant Zmittag essen. Danach trennten wir uns von der Gruppe und fuhren mit dem Bus weiter nach Can Tho. Dies ist die grösste Stadt im Mekong Delta und somit der ideale Ausgangspunkt für eine weitere Mekong Tour und die „schwimmenden Märkte“.

Nach zwei Tagen Jetlag kam ich nun endlich besser aus den Federn. Oder war dies evtl. einfach die grosse Vorfreude für den bevorstehenden Tag? Wir besuchten mit einem Longtail-Boot und Privat-Chauffeur zwei verschiedene Floating Markets auf dem Mekong. Start: 5.30 Uhr – so hatten wir die Möglichkeit, den Sonnenaufgang zu beobachten.

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Wir tuckerten mehrere Stunden auf dem ruhigen Fluss und genossen die schöne Natur, die freundlichen Menschen, die uns winkend auf anderen Booten entgegenkamen oder die feinen Früchte, welche wir an diesem Markt kaufen und gleich verzehren konnten. ☺️

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Zurück an Land bestellten wir zum Zmittag typisches vietnamesisches Essen. Wir erhielten Reisblätter, jede Menge Kräuter, Fleisch, verschiedenes Gemüse, verschiedene Saucen und noch vieles mehr. Nun hiess es, dies zu rollen wie wir es von den Fajitas kennen. Mhm, das war köstlich! Nach dem Mittagessen kehrten wir nach Ho Chi Minh City zurück, denn von dort aus ging die Reise am kommenden Morgen weiter.

Juhui, nun kam ich auch in den Genuss dieses coolen Liegewagen-Busses inkl. Free-Wifi – was für ein komfortabler Reisestil! Nach einer bequemen Fahrt (jedenfalls für Leute mit Andrea und Carmen-Grösse 😋) kamen wir gut in Mui Ne an. Mit grosser Freude bezogen wir das hübsche Bungalow mit Meeresblick, zogen Bikini und Badehose an und hüpften so schnell wir konnten ins Meer 👙 Dieses war aufgrund des starken Windes so extrem wild und es war also nicht ganz einfach rein- und vor allem wieder raus zu kommen. Zurück auf dem Liegestuhl konnten wir dann den vielen Kite-Surfern zuschauen. Was für eine spannende Sportart, diese jumpen zum Teil mehrere Meter aus dem Wasser und machen dabei irgendwelche Verrenkungen. Zum Znacht gab’s dann Frühligsrollen. Leider waren diese ungeniessbar. Wir konnten uns nicht erklären, dass man in Asien nicht leckere Frühlingsrollen erhalten kann. 🙈 So gingen wir halt vis à vis zur Stand-Frau und deckten uns mit frischen Früchten ein. 🍉🍌🍓

Nach einem feinen Müesli mit frischen Früchten und Yoghurt gingen wir am nächsten Morgen noch kurz an den Strand, bevor unser Tagesausflug losging. Dieser führte uns zu den nahegelegenen Sanddünen, welche ein landschaftlicher Höhepunkt sind und eine atemberaubende Aussicht versprachen. Man hatte das Gefühl, man sei in der Sahara – obwohl noch niemand von uns in der Sahara war – hihi 😎

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Zuerst liefen wir zu Fuss die Sanddünen hinauf, doch kurze Zeit später packte Chrigi und mich das Quad fahren. Das war lustig! Zitat Chrigi: „I han Angscht gha bim Carmen hindädruff!“ 😝

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Am Abend freuten wir uns extrem über die Dusche, denn wir waren von Kopf bis Fuss voll Sand. Und zur Feier des Tages gönnten wir uns leckere Burger. Das hatten wir uns nach dem gestrigen Frühlingsrollen-Frust so was von verdient. 😅

Am nächsten Tag mussten wir vor der Weiterreise noch zum Doktor. Andi hatte eine Schwellung auf dem Fuss, der seit 1 Woche immer grösser geworden ist. Wir wussten aber nicht, ob es ein Biss, ein Stich oder ein Gorilla war 😜.

Youtube: Gorilla

Die Ärztin wollte die Schwellung schon aufschneiden, entschied sich dann aber trotzdem nur für einen Verband im Alkohol getränkt. Naja, sie wird es schon wissen und wir hofften auf eine baldige Besserung…
Dann gings wieder mit dem Luxus-Liege-Bus nach Nah Trang. Dort trafen wir dann nach 5 Stunden Fahrt ein und buchten für den nächsten Tag sogleich einen Schnorchelausflug 🐠🐟🐬🐳 Nah Trang ist ein hübsches Städtchen, doch dass alles noch auf Russisch angeschrieben ist, ist zum Teil etwas irritierend. Dieses Touri-Städtli hatte eine Pizzeria zu bieten und endlich konnte unser “Gloscht” nach italienischem Essen gestillt werden.

Per Minivan wurden wir am nächsten Tag zu unserem Boot gebracht. Zuerst tuckerten wir ca. 1 h bis wir beim ersten Schnorchel-Spot anhielten. Was für eine Erfrischung, bei dem heissen Wetter in das kühle Meer zu springen. Nach zwei verschiedenen Schnorchelgängen verwandelte die Boot-Crew unser Boot in ein Restaurant. Auf heruntergeklappten Bänken war innert kurzer Zeit ein gigantisches Buffet gezaubert.

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Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wir wurden einmal mehr von A-Z verwöhnt. Kurz nach diesem feinen Zmittag stoppten wir beim 3. Ort zum Schnorcheln. Wir waren etwas unschlüssig, ob wir nicht wie schwere Steine versinken, doch dies bewahrheitete sich zum Glück nicht.

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Und dann sahen wir sogar noch eine Muräne, was für eine Freude. Nach diesem dritten Schnorchelgang tuckerten wir gemütlich in der Nachmittagssonne wieder zurück. Mit feinen Drinks am Beach genossen wir die letzten Sonnenstrahlen. Nach zwei Abenden europäischem Essen freuten wir uns wieder auf vietnamesisches und hatten einen Glücksgriff. Tripadvisor sei Dank, das Essen war sooooo fein, jammy 😊 Nach dem Znacht gings weiter an den Bahnhof. Wir hatten eine 12 Stunden-Fahrt mit dem Nachtzug vor uns in Richtung Hoi An. Wir waren aufgeteilt in zwei 6-er Zimmer und alle 3 hatten die obersten Plätze. Obwohl ich keine Platzangst habe, war dieses Schlafplätzli doch etwas grenzwertig.

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Vor allem als mitten in der Nacht die Klimaanlage ausstieg. Ich hatte zeitweise das Gefühl zu ersticken. Dann stand ich halt einfach im Gang herum. 😝 Irgendwann kletterte ich zurück in mein Bett und fand dann doch wieder den Schlaf bis mich am Morgen Chrigi weckte und mitteilte, dass wir bald in Hoi An ankommen. Juhui, wir haben es geschafft! 😊

Hoher Besuch aus der Schweiz & Kriegsgeschichten

Nach unserer Ankunft in Chau Doc wurden wir, inkl. Gepäck, auf ein Velo mit einem sehr kleinen Anhänger verfrachtet und unser „Taxi“ brachte uns sicher zum Hotel. Doch zuerst mussten vier Stockwerke mit Sack und Pack bewältigen. Gar nicht mal so ohne 😊.

Auch nicht einfach war die Suche nach einem Restaurant. Erstens konnte niemand englisch um zu erklären, was sie denn Feines anbieten und zweitens wollte niemand unsere USD nehmen. Chrigi und ich hatten nur USD bei uns….. Im Reiseführer und Internet steht, dass man an vielen Orten mit Dollar bezahlen kann…..Hmmm, dies galt aber nicht für Chau Doc. 45 Minuten später und schon ein wenig überhungrig (also, eigentlich genervt), fanden wir dann doch noch ein USD-freundliches Strassenrestaurant, inkl. englischer Menukarte 😄.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Liegebus nach Ho Chi Minh City. Mit dem Liegebus? Ja genau 😊. Ich glaube, wir haben für einen kurzen Moment die ganze Aufmerksam aller Mitfahrenden auf uns gezogen. Haben wir gelacht, als wir diese Sitze gesehen haben!!

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Für kleine Leute (Andrea-Grösse) sind diese „Schalen“ ganz bequem. Für grosse Leute (Chrigi-Grösse) können sie doch schnell mal unbequem werden. Ho Chi Minh City haben wir aber ohne Zwischenfälle erreicht. Das Hotel zu finden, war dann doch etwas komplizierter. Es wusste niemand so recht, wo sich das Hotel befindet. Zuerst nach rechts, dann nach links, wieder retour…..ca. 30 Minuten später und natürlich pflotschnass (Vietnam ist auch schweiss-heiss) fanden wir das „Bich Duyen“ 😜. Und wie konnte es anders sein, auch hier mussten wir zuerst unser Treppentraining absolvieren 😅.

Am nächsten Tag brachte uns der Hotel-Chauffeur zum Flughafen. Wir stellten uns schön brav und extrem nervös (ich jedenfalls 😊) neben all die anderen Wartenden im Ankunftsbereich. 40 Minuten können aber auch wirklich lange sein! Doch dann kam sie doch noch!!! Jupihuiii, Carmen ist da!! Was für ein schönes Wiedersehen!!!!! Und was für ein toller, voller Rucksack, den sie da mitgeschleppt hat 😜

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Den Nachmittag verbrachten wir ganz einfach mit plaudern und einem feinen Mango-Saft!

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Am nächsten Tag gingen wir zu den Cu Chi Tunnel und ins Kriegsmuseum. In der Region Cu Chi wurde während des Vietnamkriegs intensiv gekämpft. Heutzutage sieht man nur noch wenig vom Krieg. Was jedoch übrig geblieben ist, sind die ursprünglich 250 km langen Tunnels (unter der Erde). Die geheimen Tunnel wurden ab 1940 während einer Dauer von 25 Jahren gebaut. Ursprünglich um Waffen, Vorräte und Menschen vor der Französischen Kolonialmacht zu schützen. Doch als die Franzosen besiegt wurden, waren die Cu Chi Tunnels der Trumpf beim Vietnamkrieg gegen die USA. Letztere hatten nämlich über einen langen Zeitraum keine Ahnung von wo sie beschossen wurden.

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Zusätzlich zu den Tunnels gibt es diverse versteckte Fallen für die Feinde und versteckte Eingänge (z.B. Unterwassereingänge durch Flüsse).

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Eine sehr interessante „Anlage“, jedoch für Menschen mit Platzangst keine gute Idee. Die Tunnels sind max. nur 1.20 m hoch und 60 cm breit!

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Das Kriegsmuseum ist gar nichts für schwache Gemüter. Es zeigt schockierende Bilder von Kriegsverletzten und auf der anderen Seite stolze Soldaten. Das schlimmste jedoch sind die Bilder von behinderten Kinder. Während des Vietnamkrieges liessen die Amis x Tonnen eines chemischen Entlaubungsmittels, welches die USA grossflächig zur Entlaubung von Wäldern und zum Zerstören von Nutzpflanzen einsetzten, auf Teile von Vietnam „regnen“. Dies, weil die Amis nichts vom Tunnelsystem wussten und somit nicht orten konnten, wo sich die Vietcongs befinden. Die Natur wurde zerstört und Menschen, die mit dem „orangen Gift“ in Kontakt kamen, bekamen Krebs oder andere unheilbare Krankheiten. Viele Neugeborenen kommen noch heute mit Behinderungen zur Welt. Man kann sich dies gar nicht vorstellen; die Bilder sind schockierend und es liefen mir vor Mitleid und auch Wut fast die Tränen runter.