Nähte und Stiche

„Wer nicht in Hoi An war, hat Vietnam nicht gesehen“, entnahm man allen Reiseratgeber. Stimmt!

Hoi An ist ein Städtchen, dass man nicht vergessen wird. Denn die Altstadt, voller farbiger Kolonialhäuser, liegt idyllisch am Thu Bon River und versprüht bei Tage und vor allem bei Nacht einen unglaublichen Charme aus.

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Die Altstadt ist aber vor allem bekannt für ihre Lampione, welche den grössten Teil der Strassenbeleuchtung ausmachen und auch verkauft werden 😉.

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Ein weiteres Highlight ist auch das örtliche Essen. Denn nur hier kann man die drei örtlichen Spezialitäten aus Reis verspeisen. Die berühmteste der drei, ist die köstliche Cao Lao Nudel.

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Die Geheimrezeptur kennen nur zwei Familien und werden von Generation zu Generation weiter vererbt. Somit geniessen sie das Monopol, alle Restaurants und Privatpersonen in Hoi An zu beliefern.

Die vietnamesische Küche war denn auch bei uns ein grosses Thema. So assen wir uns jeden Abend durch die vietnamesischen Spezialitäten durch. Dies alles innerhalb der herrlich erhaltenen französischen Kolonialhäuser. Und in den Strassenküchen wurden wir sogar persönlich gefüttert 😂.

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Da lag es auf der Hand, dass wir die örtliche Kochkunst selber erlernen wollten. Der morgendliche Kurs bei Green Bamboo, war sehr familiär und fand im Haus der Gastgeberin statt. Zuerst wurde man durch den Markt geführt und alle Zutaten wurden frisch eingekauft 😝

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So lernte ich wieder mal neue Kräuter kennen und erlebte wie unser frisch geschlachtetes Stück Schweinefleisch zuerst rasiert werden musste 🙈. Nachher genehmigten wir uns eine echten vietnamesischen Kaffee, welcher übrigens in ganz Vietnam hervorragend schmeckt. Nach der Verstärkung gings ran ans Rüsten und ich verbrachte die meiste Zeit beim Crevettenschälen 😉.

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Jeder der acht Teilnehmer kochte nacheinander ein anderes Gericht, welches dann sofort serviert und gegessen wurde. Obwohl, wir von jeden nur zwei, drei Happen probierten, reichte das gegessene solange hin, dass wir das Abendessen ausliessen 😋.

Ein Glück, dass wir gleich am ersten Tag in Hoi An beim Schneider vorbeigeschaut hatten. Da wurden noch die etwas engeren Masse genommen 🙈. Wir liessen uns Anzüge, Hemden, Ballkleider und Schuhe schneidern. Denn die Schneider im Dorf, von denen es über 300 gibt, sind Landesweit berühmt und im Vergleich zur Schweiz etwas günstiger ☺️. Überhaupt kann man sich hier alles schnitzen, schleifen und Nähen lassen. Ein Paradies für Shopper 😎.

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Nebst all dem bietet Hoi An auch einen wunderschönen Strand. Dieser ist nur zwanzig Fahrminuten mir dem Velo entfernt und führt an kleinen Dörfer und vielen Reisterrassen vorbei. So fanden wir einen palmengesäumten, sauberen und praktisch menschenleeren Strand vor und erfreuten uns am abkühlenden Meer. Dies blieb so bis 16.00 Uhr. Dann, als ob eine Sirene losgegangen wäre, strömten zwanzig einheimische Frauen an den Strand und türmten Stühle und Bänke auf. Die Badegäste, welche am Strand lagen, wurden innerhalb von Sekunden umzingelt und leicht belagert 😂.

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Wir gaben uns, den immer grösser werdenden Strandrestaurants, geschlagen und kehrten ins Hotel zurück, nur um uns Stunden später im Spital wiederzufinden. Denn innerhalb von zwei Wochen, schwoll der Stich an Andrea’s Knöchel soweit an, dass die Haut aufplatzte und Eiter raus kam. Erst im zweiten Spital und kurz vor Mitternacht bekam Andrea ein starkes Antibiotikum intravenös gespritzt, welches den Weg zur Besserung einleitete. An dieser Stelle nochmals einen herzlichen Dank an alle ärztlichen Ratgeber in der Schweiz für die Abklärungen, Nachforschungen und sms-Support! Die Antibiotika-Kur dauerte einige Tage und wir erschienen jeweils pünktlich um 6.30 und 16:00 Uhr im Spital. Durch die Kurzbesuche im örtlichen Spital fanden wir uns mitten im vietnamesischen Gesundheitssystem wieder. So fehlt es hier an allen Ecken und Kanten. Auch werden hier die Patienten samt Roller IN die Notaufnahme gefahren. Also direkt aufs Patientenbett verladen. Handschuhe, falls gefunden, werden erst nach mehrmaligen Nachfragen angezogen. Selbst wenn die Wunde voller Blut und Eiter per Hand ausgedrückt wird. Immerhin waren die Spritzen verpackt, was uns ein wenig beruhigte. Wenn man dann Richtung Ausgang nicht noch auf den Blutlache ausrutschte, hatte man es endgültig geschafft.

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