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Affen und andere Gauner

Zugfahren in Thailand ist immer eine Zeitreise. Die einfahrenden Züge werden per Lautsprecher angekündigt und der Bahnhofsvorsteher steht mit einer grünen und roten Flagge beim Gleis bereit. Der langsam einfahrende Zug sieht alt und ausgedient aus. Trotzdem freuen wir uns auf die Fahrt in der dritten Klasse.

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Die einstündige Fahrt nach Phetchaburi ist langsam und heiss. Wir schwimmen in unserem Schweiss und wir staunen, dass alle anderen Mitfahrenden Jeans oder lange Hosen anhaben 🙈. In Phetchaburi angekommen, fanden wir auf dem Weg zum Hotel noch eine öffentliche Trainingsanlage, bei welcher wir uns mit Übungen zusätzlich aufwärmen konnten 😅.

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Mitten in Phetchaburi befindet sich auf einem Hügel eine schön gelegene Tempelanlage. Auch wenn voller Affen. Weil wir schon Erfahrungen mit den frei lebenden Gaunern hatten, hatte ich mein Wasser mehrheitlich in das Seitenfach der Kameratasche versteckt. Ich erwartete nämlich jede Sekunde einen Affenüberfall und war deswegen auf der Lauer. Trotzdem überraschte es mich nicht, als ein Affe aus dem Hinterhalt die Plastikflasche aus dem Fach herausriss. Die Flasche fiel auf den Boden und es gab einen kurzen Moment in welchem der Affe und ich uns gegenseitig anschauten. Er mit ängstlicher Neugier wie ich mich verhalten werde, ich mit einem doch überraschten Gesicht, wie er das wohl geschafft hatte. Da der Weg steil war, rollte die Flasche zum Affen hinunter welcher sich die Flasche schnappte. Dieser schraubte sie gekonnt auf und trank genüsslich seine eroberte Flüssigkeit. Zum Glück gab es für uns auf dem Hügel mehrere Getränkestationen. Denn es war wieder mal sehr heiss. In diesen kauften wir jeweils gekühlte Getränke und tranken sie sogleich an Ort und Stelle. Sehr zum leiden der Affen, welche die Getränkestände auf der Suche nach einem Opfer, jeweils umzingelten.

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Die nächste und letzte Stadt in Thailand hiess Khorat, welche uns als Ausgangsort für Phnom Rung und für die Grenzüberfahrt nach Cambodia diente. Die Stadt selber bot zwar nicht fiel, hinterliess uns aber eine schöne Restauranterinnerung: Bratwurst mit Rösti und Schweinssteak in Jägersauce mit Spätzli 😋.

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Am nächsten Tag erreichten wir nach zwei Stunden Minibusfahrt und 45 Minuten auf dem Rücksitz eines Rollerfahrers den Tempel Phnomg Rung. Der grösste Khmer Tempel in Thailand ist beinahe tausendjährig und hat eine wunderschöne Eingangsallee. Auch hatten wir das Glück, dass zur gleichen Zeit junge Mönche die Stätte besichtigten und uns ein seltenes Fotosujet boten.

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Am nächsten Tag war es soweit. Um 8 Uhr morgens traten wir die im Internet und im Reiseführer viel diskutierte und beschriebene Abzockerausreise aus Thailand an. Um nicht an der Grenze nach Cambodia zu stranden oder womöglich noch mehr abgezockt zu werden, hatten wir beschlossen, den normalen Touristenabzocker der Grenze zu folgen. Für die sechsstündige Busfahrt zahlten wir noch die normalen 2 CHF. An der Grenze angekommen, ging es aber los und wir wurden unwillentlich abgefangenen und zu einem Büro geleitet. Dort mussten wir uns entscheiden, ob wir mit dem Bus, einem Minivan oder mit einem Taxi nach Siem Reap fahren möchten. Wir teilten dem Mann hinter dem Schalter mit, dass wir uns selber ein Taxi nach dem Grenzübergang suchen würden. Sie liessen aber nicht locker bis wir dann doch ein Gefährt buchten. Wer weiss, hinter der Grenze hätten wir auch mehr bezahlen können… Also zahlten wir weitere 32 CHF für eine 1 1/2 stündige Fahrt im Minivan. (Etwa das dreissigfache einer normalen Fahrt). Unser Abzocker war zumindest sehr freundlich und schwatzte ein wenig mit uns. Glücklicherweise befanden wir uns in der Neben-Reisezeit und liessen den Grenzübergang mit Fingerscan und Foto in lockeren zehn Minuten hinter uns 😃. Nach dem Grenzübergang nahm uns der freundliche Abzocker mit einem Minivan zur „Touristenumladestation“ mit, und wir wechselten den Minivan. Dieser füllte sich mit weiteren Touristen um ein wenig später irgendwo am Stadtrand von Siem Reap anzuhalten. Anstatt uns zu unserem Hotel zu fahren, fing der Mann an, die Gepäckstücke auszuladen und tat so, als würde er nichts mehr verstehen. Wie es der unglaubliche Zufall so wollte, standen um die zehn Tuk Tuk Fahrer bereit, um uns für 5 Dollar in die Stadt zu fahren. Zum Glück bot unser Hotel einen Free Pick up Dienst an welcher wir sofort in Anspruch nahmen 😝.

Unterwasserwelt, Gourmet, Entspannung und eine Überraschung

Von Koh Lanta ging es mit dem Minibus weiter bis nach Krabi. Da die Brücke, welche Koh Lanta und das Festland verbindet noch im Bau ist, wurde unser Minibus für die Überfahrt auf eine uralte Fähre verladen. Es ging alles gut 😊. Von Krabi aus wollten wir eigentlich weiter nach Raileh. Dies wäre aber fast zu stressig geworden. Also entschieden wir uns kuzerhand um und checkten in einem Backpacker in Krabi Stadt ein. 10-er Schlag hin oder her, hauptsache das Zimmer war gekühlt.

Am nächsten Tag machten wir uns mit Car und Katamaran auf den Weg nach Koh Tao. Es war eine lange, aber angenehme Reise. Auch hatten wir Glück und wurden nicht seekrank! Auf Koh Tao staunten wir, als uns ein Pick Up und kein Tuk Tuk zum Hotel brachte. Tuk Tuk’s gibt es nämlich gar keine auf der Insel. Also hat jeder ein riesen Gefährt mit einer grossen Ladefläche für das Gepäck und die Passagiere.

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Unser Hotel lag in Sairee, einem kleinen Dörfchen voller Restaurants, Hotels und Bars. Leider lädt das Meer an diesem Küstenabschnitt bei Ebbe gar nicht zum baden ein. Das Wasser ist viel zu seicht und deshalb heiss, also alles andere als eine Abkühlung! Auch kann man kaum weiter raus schwimmen, denn dort hat es nur Felsen. Für uns war der Fall also klar: ein Roller muss her! Doch zuerst buchten wir einen Schnorchelausflug. Wir wurden von einem Pick Up bis zum Pier gefahren und dort einem der vielen Boote zugewiesen. Koh Tao ist ein Taucherparadies, also kein Wunder stehen viele Boote bereit. Unser erste Stopp war bei der „Hai-Bucht“. Maske aufsetzen, Schnorchel in Position bringen und rein ins angenehm warme Wasser. Fische hier, Fische da, doch kein Hai in Sicht. Nach fast 30 Minuten sah ich ihn dann aber. Ein kleiner Hai schwamm circa 5 Meter vor mir durch!! Er hatte vermutlich gleich grossen Respekt wie ich. Denn fast gleichzeitig machten wir uns aus dem Staub, einfach in die entgegen gesetzte Richtung 😊

Bei weiteren Schnorchelplätzen sahen wir noch Meerespilze, Muscheln, welche sich schliessen, kommt man ihnen zu nahe und eine Krake. Ein gelungener Tagesausflug also!

Am dritten Tag gings mit dem Roller bergauf und bergab, denn die Insel ist sehr hügelig. Und die Thais bauten die Strassen einfach gerade nach oben oder gerade nach unten! Zum Glück hatte unser Roller einen starken Motor und gute Bremsen, sonst wäre eine Inselerkundung mit dem Roller nicht möglich gewesen. Wir haben zwei wunderschöne Strände gefunden, welche traumhaft zum baden waren. Erfrischendes Wasser und Sandboden!

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Auch kulinarisch bietet Koh Tao sehr viel! Ob ein Pad Thai, Spaghetti Carbonara oder Pizza beim Italiener oder aber ein Ribeye Steak, wir wurden herrlich versorgt. Auch für das körperliche Wohl und die Entspannung ist gesorgt, gäll Chrigi 😊 Wir besuchten nämlich eine Yogastunde (Chrigis erste und, wie er sagte, letzte 😜) und hatten also fast Bikramyoga. Im Raum hatten wir stolze 34.2 Grad, der Schweiss lief nur so runter und der Muskelkater war vorprogrammiert. Also „mussten“ wir am nächsten Tag natürlich in die Massage 😊

Am letzten Abend besuchten wir doch tatsächlich noch eine Dragqueenshow! Der Raum war voll bis auf den letzten Platz und wir mitten drin am schwitzen und mit einem kühlen Bier in der Hand. Dann gings los: Vorhang auf und Frau oder Mann raus auf die Bühne! Ein paar waren umoperiert und performten als schöne (echt, jetzt) Frauen, andere waren einfach als Frauen verkleidet und noch andere waren noch Männer mit einem jedoch sehr weiblichen „touch“. Eine sehr interessante Show, so waren diese Frauen oder Männer um einiges beweglicher als viele Frauen!

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Koh Tao verliessen wir am Morgen um 10.30, in Hua Hin kamen wir am Abend um 18.30 an. Hungrig wie wir waren, machten wir uns gleich auf den Weg zum Nachtmarkt. Wir schlenderten von Stand zu Stand, vorbei an anderen Besucher. Ich schaute einmal, zweimal und wer läuft an mir vorbei? Mein Onkel Fred 😄 Was für ein Zufall!!!!! Klar verabredeten wir uns für den nächsten Tag. Wir mieteten einen Roller und besuchten ihn und seine Familie im Springfield Golfcourse, wo er ein Ferienhaus gebaut hat. Was für eine Anlage! Chrigis Golferherz schlug gleich höher und mein Herz, als ich den einladenden Swimmingpool gesichtet habe. Nach einem Schwumm, einem langen Schwatz, einem Kafi, Glace und Wassermelone verabschiedeten wir uns und machten uns wieder auf den Weg in die Stadt.

Insel-hopping

Nach knapp 40 Tagen ohne Strand wurde es wieder mal Zeit, die Füsse in den Strand zu graben. Nächste Destination: Phuket! Interessanterweise liegt diese Insel sehr nahe am Festland und kann mit dem Flugzeug wie auch mit dem Minibus erreicht werden. Ausserdem ist Phuket Island überraschend gross und bietet viele verschiedene Strände.

Mit drei Stunden Verspätung erreichten wir gegen 23:30 Uhr endlich das etwas abgeschiedene Fantasy Hill Bungalows. Wir waren seit zwölf Stunden unterwegs und hatten zu Mittag lediglich einen doppelten Big Mac gegessen. Zu unserer Verteidigung muss ich erwähnen, dass es in diesem kleinen Flughafen nur die Auswahl zwischen Mc Donald’s, Burger King und Starbucks gab 🙈.

Halbverhungert fanden wir zum Glück eine, noch bis Mitternacht geöffnete, Pizzeria😋. Wir waren die einzigen Gäste und hatten die gesamte Aufmerksamkeit der Belegschaft für uns. Diese wollten logischerweise pünktlich schliessen und begannen die Tische abzuräumen, die Küche zu putzen und die lebenden Lobster ins Aquarium zurückzulegen. Letztere waren den ganzen Tag beim Restauranteingang auf Eis gelegt und nun im Aquarium begannen sie sich wieder zu bewegen. Irgendwie grausam und doch allgegenwärtige Realität.

Am nächsten Tag schliefen wir wieder mal aus und beschlossen den Tag am Hausbeach zu verbringen und das Dorf zu erkunden. Mit knappen vierzig Grad versuchten wir uns zuerst im Meer abzukühlen. Doch ausgerechnet in unserer Bucht war das Wasser warm wie in einer Badewanne 🙈. Dies aufgrund der ständigen Hitze und der ruhigen Wasserverhältnisse. Um uns abzukühlen, mussten wir etwas rausschwimmen um dann doch wieder durch das gewärmte Wasser das Meer zu verlassen. Ich hatte mir das irgendwie anders vorgestellt… Fürs Znachtessen folgten wir dann der Empfehlung von Tripadvisor und landeten wieder mal beim Italiener. Risotto ai frutti di mare und Gnocchi 😋. Dieses italienische Restaurant war zudem eines der wenigen, welches nicht auch auf russisch angeschrieben war. Das Dorf war nämlich voll von Russen und sogar die Medikamente waren auf russisch angeschrieben.

Was Putin in der Ukraine versucht, hat er im Kata Beach bereits geschafft. Die Besetzung und Annektion unseres Feriendorfs. Auch wurden wir schon in russisch angesprochen. Wahrscheinlich wollten sie mich (Vladimir) und Andrea (Jelena) rekrutieren 😜.

Die Insel versprach aber weit mehr als Badewannenwasser und Russen. So schnallten wir uns Helme auf und umrundeten mit einem Roller die hügelige und wunderschöne Insel von Phuket. Was wir vorfanden entsprach dann eher meinem Bild von Strandferien. Postkarten-Strände mit herrlich abkühlendem und kristallklarem Wasser umrundet von Palmen. Am Abend statteten wir der Partystadt Patong einen Besuch ab und nach kurzer Zeit löschte es uns schon wieder ab. Massenweise Touristen, Greise mit Mädchen Hand in Hand, Verkehrschaos und eine Überschwemmung von Ständen mit gefälschten Artikel. Wir beendeten den Tag im kühlen, klimatisierten Zimmer und freuten uns auf die nächste Insel.

Koh Pipi liegt drei Stunden Schifffahrt entfernt von Phuket und ist nur ein paar Kilometer lang. Dicht besiedelt sind nur ein paar hundert Meter und diese sind verkehrsfrei. Der Dorfkern ist eng zusammengepackt und voller Läden, Shops und Leben. Auch ist die Insel berüchtigt als Partyort und kann in der Nacht sehr laut werden. Wir hatten Glück und hörten keinen einzigen Mucks. Vor allem kommen die Touristen aber hierher, um die nichtbewohnte Nachbarinsel zu besuchen. Koh Pipi Leh mit ihren steilen, herausragenden Felswänden bietet einzigartige Aussichten. Zudem beherbergt diese Insel eine der berühmtesten Buchten der Welt. Hier wurde der Aussteiger-Film „The Beach“ gedreht. Also buchten wir für den nächsten Tag eine Vormittagstour und besuchten die Highlights der Umgebung. Am Ende hielten wir uns eine Stunde am Strandstück vom „The Beach“ auf. Die Bucht ist wirklich genial und wir mussten uns den ca. 200 Meter lange Strand nur mit sechs oder siebenhundert anderen Touristen teilen 🙈🙈🙊. Immer auf der Hut, dass uns auf dem Sand niemand über den Haufen rennt, oder uns ein ausgeworfener Anker auf den Strandabschnitt nicht erwischt, entschieden wir, uns im Wasser ein wenig abzukühlen. Der abgesteckte Schwimmbereich zwischen den zwanzig Longboats und den 30 Speedboats war ca. 10 Meter breit und etwa 30 Meter lang. Zum Glück war das Wasser auch voller Plastikmüll, ansonsten hätte es uns hier fast gefallen können. Echt schlimm, wie Gier, Profit und Ignoranz ein Naturparadies zerstören kann.

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Neue Insel, neues Glück. Koh Lanta erreichten wir bequem nach einer Stunde in einem riesigen Katamaran. Sogleich angekommen, überschwemmte uns eine Horde Tuk Tuk Fahrer mit überteuerte Fahrpreisen. Wie in vielen Ferienorten haben alle Taxifahrer die überteuerten Preise abgesprochen. Hier ging es sogar soweit, dass alle die gleiche plastifizierte A4 Preistabelle hatten und wiesen gleich noch frech darauf hin, dass diese vom Staat abgesegnet sei. Sven hatte mich ja gewarnt, dass Thailand ein Abzockerland sei (Gruss und danke für die Tipps). Das schlimme ist aber, dass es ansonsten keine Infrastruktur hat und wir grössenteils keine andere Wahl haben, als uns wissentlich abzocken zu lassen. Dieser Tuk Tuk Fahrer war sein Geld aber wert. Ausgestattet mit riesigen Boxen konnte ich mit meinem Handy Tuk Tuk DJ spielen und unterhaltete somit die ganze Strasse. Hehe 😎

http://www.youtube.com/watch?v=Vfu7h7whAXk

Die nächsten vier Nächte übernachteten wir in einem einfachen Bungalow mit Fan. Mit Matratze und Moskitonetz ausgerüstet, wünschten wir jeweils am Abend den Mücken, den Fröschen, den Kakerlaken, den Geckos und allen, welche sonst noch im Bungalow waren, eine gute Nacht und schliefen ein.

Viele Strandabschnitte sind hier nur mit Bungalows ausgestattet, welche eine richtig gemütliche Atmosphäre verstreuen. Mit Roller und viel Wasser erkundeten wir wieder mal die Insel und sonnten uns an einem Strand mit Schatten. Mit den Füssen im Sand und dem Sonnenuntergang vor Augen, genossen wir jeden Abend thailändische Essen und genossen schöne Strandtage.

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Tempelruinen und Wasserschlacht

Am Ticketschalter wollte man uns gleich ein teures Billet verkaufen. Doch nach 3-maligem Fragen klappte es dann doch und wir hatten das Ticket für die Holzklasse. In der 3. Klasse zu fahren, ist bei hohen Temperaturen jedoch nicht wirklich angenehm. Die offenen Fenster und die Ventilatoren halfen nicht viel. Denn wenn der Zug mal stillstand, was er doch öfters tat, stand auch die Luft still. Zum Glück dauerte die Fahrt nur 2 Stunden und als wir in Ayutthaya aussteigen durften, waren wir klatschnass. Die kalte Dusche in unserem Guesthouse war daher sehr willkommen.

Es wurde aber sehr schnell wieder sehr heiss. Denn zu Fuss ging es zu den Tempelruinen. Ayutthaya war 400 Jahre die Hauptstadt des Siamesichen Königreichs. Jedoch wurden sie 1767 erobert, geplündert und fast vollständig zerstört. Heute ist diese Anlage vor allem wegen dem, aus Sandstein, zwischen Wurzeln liegende, Buddhakopf berühmt. Am Nachmittag brachte uns dann ein Tuk Tuk zu weiteren Tempel, welche ausserhalb der Stadt lagen. Am Abend rundeten wir den Tag mit einem Papayasalat vom Markt und einem Chang-Bier mit Martino aus Italien (Quinto) ab.

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Unser nächstes Ziel, welches wir nach einer 6-stündigen Busfahrt erreichten, hiess Sukhothai. Auch diese Stadt ist für seine alten Tempelanlagen bekannt. Wir übernachteten jedoch im neueren Stadtteil und unser Guesthouse hatte sogar einen Pool. Ein wenig schmutzig und viel zu warm, doch hineingesprungen sind wir trotzdem 😊

Am nächsten Tag mieteten wir uns einen Roller und fuhren so zur Altstadt. Die Ruinen anzuschauen war sehr interessant. Man konnte es zwar nur erahnen, aber die ganze Anlage muss einmal riesig gewesen sein! Aber auch hier wurde es schnell unangenehm heiss! Jeder Schatten war noch so willkommen!

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Chiang Mai, weiter im Norden oben, erreichten wir wiederum nach einer 6-stündigen Busfahrt. Unser Guesthouse war an bester Lage: mitten im Geschehen, aber doch sehr ruhig! Für den nächsten Nachmittag haben wir eine Tour zur Patara Elefanten Farm gebucht. Wir waren eine 6-er Gruppe und jede Person wurde einem Elefanten zugeteilt. Und für den „jööö-Effekt“ waren noch 3 Elefantenkinder dabei. Wir durften die Elefanten füttern, sie im Wasser schrubben und auf ihnen reiten. Ich hatte anfangs grossen Respekt vor diesen Kolossen, nur 1 Schritt nach rechts oder links und mein Fuss wäre nicht mehr da gewesen. Doch diese noch so grossen Tiere sind ganz vorsichtig. Ausserdem tragen die Mahuts (Elefantenführer) dazu bei, dass die trainierten Tiere auf die Zurufe gut folgen. Denn auf dieser nachhaltigen Elefantenfarm werden nämlich weder Ketten noch Schlagstöcke benötigt. Was unser Erlebnis nur noch schöner machte.

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Am Morgen des Feiertages Songkran konnten wir noch gemütlich Frühstücken gehen….auf dem Retourweg zum Guesthouse bekamen wir aber unsere erste Ladung Wasser ab. Denn an diversen grösseren Strassen waren die Leute schon am kämpfen. Und zwar mit Wasser!!! 😊

Songkran ist das traditionelle Neujahrsfest nach dem thailändischen Mondkalender. An Songkran werden zum einen die Häuser einem Frühlingsputz unterzogen. Zum anderen werden den älteren Personen Respekt erwiesen, indem man ihnen etwas Wasser über die Hände giesst. Heutzutage läuft es jedoch anders ab. Denn Songkran in Chiang Mai ist nämlich eine der grössten Wasserschlachtplätze auf der Welt!

Wasser aus Kübeln, Wasser aus dem Gartenschlauch, eisgekühltes Wasser und Wasser aus Wasserpistolen!! Jeder und jede wurde angespritzt. Egal, ob alt oder jung, jeder hatte seinen Spass! Und am meisten Spass machte es, wenn man einer noch trockenen Person begegnete. Die war nämlich nicht mehr lange trocken 😃. Somit kamen auch wir klatschnass im Guesthouse an und entschieden uns aufzurüsten und zurückzuschlagen 💦.

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Nicht mal auf dem Weg zu Flughafen wurden wir verschont. Doch dies ahnten wir bereits, als uns der Mitarbeiter im Guesthouse mitteilte, dass er uns kein Taxi organisieren könne. Also blieb uns nichts anderes übrig, als ein Tuk Tuk anzuhalten und die Rucksäcke mit dem Regenschutz und zusätzlichen 1-Franken-Pellerinen einzupacken. Unser Gepäck kam zum Glück trocken am Flughafen an, nicht so wir zwei. Das Wasser tropfte nur noch runter 😊

Bangkok

Wieder mal sitzen wir in einem Langstreckenflug und sind gespannt, was uns nun im nächsten Land erwartet. In Japan hatten wir ja kaum Zeit, uns über Thailand zu informieren. Voller Vorfreude und etwas Neugierde nahm ich mir im Flugzeug vor, ein paar Regionen im Reiseführer durchzulesen. Doch die bequemen Sitze im zweitgrössten Flugzeug der Welt entspannten mich zu sehr, sodass es nicht lange dauerte, bis ich einschlief.

Bangkok! Alle, die Asien bereisen, landen irgendwann mal in dieser vielseitigen Metropole. Die einen machten schlechte Erfahrungen, die anderen fanden sie genial. Doch alle kennen zumindest irgendeine Geschichte, die sich meistens um riesige Tempelanlagen, Tuk Tuk’s, Ladyboys, günstigen Lebensunterhalt und köstliches und scharfes Essen dreht.

Was ich schon im Voraus sagen kann: wir haben Bangkok mit all seinen Klischees erlebt.

Unser Hotel lag in der Nähe der „Khaosan Road“ was sich im Nachhinein als sehr empfehlenswert heraus stellte (danke an Carmen für den Tipp). Die Khaosan Road ist die bekannteste Party-Strasse Bangkoks. In dieser findet man alle möglichen Souvenirs, betrunkene Europäer, Ladyboys, alte Säcke mit jungen Mädels, gegrillte Skorpione und Maden zum essen. Auf der anderen Seite hat es überall gute Live-Bands, kleinste Essensstände mit sensationellen Gerichten, kleine Shops und Restaurants! Ein lebendiges Quartier. Dies zumindest bei Nacht. Am Morgen sind die aufgebauten Stände zu und die Strasse praktisch leer. Da könnte man meinen, man sei in einem total anderen, friedlichen Quartier.

Und so starteten wir jeden Tag ohne Lärm und mit einem Rührei oder einem Müesli in den Tag. Wir hatten vier Tage in Bangkok und einiges vor.

Als erstes wollten wir uns den vielen Tempeln widmen. Doch bevor wir die Wassertaxis erreichen konnten, quatschten uns zwei hilfsbereite Thais an und meinten, dass der gewünschte Tempel heute bereits in einer Stunde schliesse. Man solle doch Morgen hingehen, dann sei dieser Tempel sowieso kostenlos für die Öffentlichkeit geöffnet. Auch offerierten sie uns, gleich noch zu einem anderen Tempel zu fahren und noch in eine „Tourist Information“, natürlich für ein kleines Entgelt… Das klang sehr verlockend. Aber da Bangkok auch „Stadt des Betrugs“ genannt wird, kannten wir bereits alle Betrugsmaschen und winkten dankend ab.

Wir erreichten das gewünschte Ziel 40 Minuten später und dieses war noch volle vier Stunden geöffnet 😎. Was mich aber im Grand Palace mit der Tempelanlage Wat Phra Kaew erwartete, hat mich echt verblüfft. Ich war von Beginn an hin und weg und habe die nächsten zwei Stunden beinahe die gesamte Speicherkarte gefüllt 😅. Eine unglaubliche Ansammlungen von Gebäuden und Buddhas. Alles glitzerte und funkelte und wir zwei, wir schwitzten 😝. Denn dank den Tempelregeln trugen wir lange Hosen und die hohe Luftfeuchtigkeit half mit, unsere Saunaerfahrung im Freien zu intensivieren 😅.

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Den Rest des Tages verbrachten wir in diversen Tempeln und den abkühlenden 7/11 Shops. Am Abend gabs dann noch ein feiner Papaya Salat und ein wohlverdientes Chang Bier und ab ins klimatisierte Zimmer.

Der Papaya Salat war auch einer Gründe, warum wir uns schon im Vorfeld für einen Kochkurs in Bangkok angemeldet hatten. Da es im Moment grosse Unruhen in Bangkok gibt, sagten viele Teilnehmer die Reise und die Kochkurse in Bangkok ab, und deshalb hatten Andrea und ich Privatunterricht 😎. Vor dem Kochen mussten aber alle Zutaten her. Also gings mit einem Tuk Tuk zum Markt um alle Zutaten frisch zu kaufen. Unsere Kochlehrerin erklärte uns all die uns unbekannten Gemüsesorten, welche wir meistens auch noch kauften. So füllte sich unser Korb und am Schluss gings noch zum Fleischstand. Natürlich ohne Kühlgerät😳. Wir kochten Frühlingsrollen, Golden Bags, Panaeng Curry und natürlich den Papaya Salat! Mmmhhhh. Köstlich!

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Die Unruhen in Bangkok sind für die Touristen kaum spürbar. Einzig die abgeriegelten und mit Sandsäcken versperrten Strassen rund um das Regierungsviertel lassen erahnen, dass im Moment etwas nicht stimmt. So herrscht in diesem Viertel eine art Pattsituation in welchem die Demonstranten die Strassensperren kontrollieren. Etwas mulmig war es uns schon, als unser Tuk Tuk diese passierte und uns zum nächsten Ziel fuhr. Nämlich zum Thai-Boxing Stadium, welches sich mitten in der Protestzone befindet.

Die überteuerten Touristen-Tickets hatten einen Vorteil. Wir sassen in der ersten Reihe, direkt beim Ring! Eine tolle Sicht! So erlebten wir sechs verschiedene Klassenkämpfe. Die jüngsten waren nicht älter als geschätzte 16 Jahre alt und wogen 50 Kilo. Die spannendsten und besten Kämpfe boten dann die Erwachsenen, welche sich nichts schenkten. Wie faszinierend dieser Sport auch ist, so brutal kann sie sein. Denn, der erste Kampf wurde abgebrochen, nachdem einer der Kämpfer erbrechen musste. Beim Zweiten wurde ein Kämpfer sogar mit der Trage weggetragen.

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Ein paar Kämpfe später hatten wir genug gesehen und freuten uns auf das letzte Bangkok Highlight:

Angekommen im 63. Stock im Lebua Hotel öffneten sich die Lifttüre zur Terrasse in die Sirocco Skybar. Diese ist vor allem durch den Film Hangover 2 bekannt und überblickt gesamt Bangkok. Mit herrlichen Ausblicken und einem Getränk in der Hand genossen wir den Luxus-Moment und kehrten kurze Zeit später in unser Backpacker-Viertel zurück.