Heisse Quellen und Sumo

Beheizte WC-Sitze sind wir uns in Japan schon gewöhnt (ein Luxusgut, welches in der Schweiz unbedingt standardisiert werden müsste). Jetzt testen wir mal wie heiss die Quellen sind. Nach neun kalten und intensiven Stadtbesichtigungstagen war es nun an der Zeit, sich einen Tag zu entspannen. Unser Ziel hiess Kinosaki und liegt an der Nordküste von Westjapan. Dieses kleine idyllische Dorf ist berühmt für sein Krabbenfleisch und seine sieben Onsen (heisse Quellen). Um den Wellnesstag abzurunden, checkten wir in einem traditionellen Ryokan (japanisches Gästehaus) ein. Der Boden in unserem Raum ist traditionellerweise aus Reisstroh angefertigt und war gleichzeitig Wohn-, Ess- und Schlafzimmer. Unsere Gastgeberin erklärte uns, mit knappem englisch, wie man eine Yukata (traditionelles japanisches Kleidungsstück) anzieht, schenkte uns einen Tee ein und verabschiedete sich verneigend aus dem Zimmer. Unerfahren mit dem Tragen der Yukata, stand die Frage im Raum, ob man darunter „unten ohne“ ist oder nicht? Ohne im Internet eine genaue Antwort gefunden zu haben, hiess es: raus aus den Klamotten und rein in die Yukata. Die Onsen warteten.

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Die sieben Quellen sind im ganzen Dorf verteilt und das Ziel ist es, alle einmal ausprobiert zu haben. Ausgestattet mit einem Tagespass für alle Onsen und einem Dorfplan suchten wir unseren ersten Entspannungsort. Unsere ersten Schritte waren noch etwas zaghaft. Denn, wir versuchten herauszufinden, wie man mit den Getas (Holzsandalen) einen sicheren Tritt findet, ohne zu stürzen 😄.

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Die Onsen waren getrennt nach Geschlechter und Andrea und ich verabschiedeten uns für die nächsten 30 Minuten. Ich hatte mich zwar im Reiseführer über das Onsenverhalten informiert, doch die genaue Prozedur war mir unbekannt. Also, machen wir es denn Locals nach und ich folgte einer Vierergruppe durch den Eingang. Zuerst zog man sich nackt aus und verschloss alles in einem Schliessfach. Ausgerüstet mit einem kleinem Handtuch gings zuerst zur Dusche, bei der man auf einem Plastikhocker sitzt und sich wäscht. Da ich nicht wusste, wie es weiterging musste ich mich mit dem Handtuch schrubben bis die Vierergruppe fertig war. Dies dauerte eine Weile und inzwischen hatte ich mir die Haare dreimal gewaschen und beinahe meine ganze Bräunung abgeschrubbt 😂.
Der nächste Schritt war der Gang zum ersten heissen Becken. Die Japaner scherzen nicht, bei der Bedeutung von „heisse Quelle“. Das Wasser ist um die 47 Grad heiss und sorgt bei manchen Leute für leicht rote verbrannte Haut, welche sich aber schnell wieder erholt. Dann gings wieder zum Schrubben und dann wieder in eine Aussenquelle, wo man beliebig lang drin sitzen bleibt. Am Schluss duscht man sich wieder auf dem Plastikhocker und geht sich wieder anziehen.

Jeder Onsen ist einzigartig mit eigener Note. So badeten wir in einer Höhle, einem Steinbad oder in einfachen Holzwannen. Und immer wieder hiess es; sich schrubben, baden, anziehen und weiter spazieren. Interessanterweise waren wir die einzigen nicht-Japaner im Dorf und erlebten also die japanischen Touristen ganz unter sich.

Als es eindunkelte war es Zeit fürs Znachtessen. Die Ryokan sind dafür berühmt und unsere Sinne wurden regelrecht verwöhnt. Um 19 Uhr klopfte es an der Tür und eine Ryokanmitarbeiterin kam mit einem Riesentablett ins Zimmer hinein. Auf unserem Kniehohen Tisch wurde fünf Minuten lang an- und aufgetischt. Nach dem alles perfekt vorbereitet war, verliess sie das Zimmer und Andrea und ich starteten unser Festessen! 😋

Nach dem Gau,enschmaus beendeten wir die Onsentour und kamen gegen 23 Uhr ins Hotel zurück. Inzwischen war unser Essraum mittels Matratze, Kissen und Decken, bereits in ein Schlafzimmer verwandelt worden. Entspannt und gewärmt, wie selten zuvor in Japan, schliefen wir ein.

Die nächste Destination hiess Osaka. Eine Millionenstadt, die vor allem fürs Essen berühmt ist. Und sie wurde dem Ruf gerecht. Wir probierten querbeet durch die vielen Spezialitäten. Tempura, Takoyaki, Yakiniku und den Klassiker Sushi-Train 😃.

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Um in Japan essen zu gehen, muss man sich ein wenig vorbereiten. Auf der Strasse etwas zu finden, worauf man wirklich Lust hat, ist Glücksache. An jeder Ecke gibt es zwar Schnellimbissbuden, welche ihre Gerichte als Wachsfiguren im Schaufenster präsentieren. Doch die richtig guten, spezialisierten Lokale, hat man als nicht-Japaner schnell übersehen. Sie gleichen meistens einem traditionellen Haus und haben eine schmale Fahne mit japanischen Zeichen über der Eingangstüre. Und wenn man doch eines gefunden hat, dann ist alles auf Japanisch. Deshalb schauen wir immer im Tripadvisor nach oder lassen uns vom Backpacker-Staff gleich eines empfehlen/reservieren!

In Osaka stand aber ein weiteres Highlight auf dem Programm, für welches wir hauptsächlich angereist sind. SUMŌ! In Osaka findet nämlich eines der sechs jährlichen Turnieren in Japan statt, welches sich über mehrere Tage hinzieht. Der Turniertag beginnt jeweils am Morgen früh, doch richtig interessant wird es von 15:00 bis Turnierende 18:00 Uhr. Somit ergatterten wir kurz vor drei Uhr nachmittags auch ein Ticket und freuten uns auf die Crème de la Crème der obersten Sumō-Liga. Nach einer kurzen Zeremonie, bei welcher alle Sumōtori (Sumō-Kämpfer) mit Namen, Anzahl Siege/Verluste vorgestellt wurden, wurde der Ring für die oberste Klasse freigegeben.

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Sumō ist ein ähnlicher Sport wie unser Schwingen. Der Gegner muss entweder aus dem sandbedeckten Kreis gedrängt werden oder man versucht ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass dieser mit einem anderem Körperteil als die Füsse den Boden berührt. Vor jedem Kampf findet eine fünfminütige Zeremonie statt, die für Laien, eher wie ein Einwärmen oder ein leichtes „Dehnen“ aussieht 😴. Und auch wenn die Sumōtori zwar etwas schwerfällig aussehen, so sind sie extrem beweglich und nicht wenige können sogar den Spagat! Ein kurzes Verneigen der beiden und dann geht es los. Zwei 150 Kilo-Kolosse aus Muskeln und anderem Körpergewicht prallen blitzschnell aufeinander. Der Kampf ist sehr spektakulär auch wenn sehr kurz. Viele der Begegnungen endeten bereits nach wenigen Sekunden. Einige der Kämpfer wurden sogar aus der kleinen erhöhten Arena auf die Ränge der Zuschauer geschleudert. Diese sind sich jedoch dieser Gefahr bewusst und machen sich jeweils schnell aus dem Staub.

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Interessanterweise sind die japanischen Sportler in der höchsten Klasse nicht mehr nur unter ihresgleichen. Etwa die Hälfte der sehr gut entlöhnten Sumōtori kommen aus dem Ausland. Unter anderem aus der Mongolei oder aus Russland. Denn auf der Welt gibt es nur eine offizielle Sumōliga und die ist in Japan. So werden die Truppen etwas bunter und behaarter.

Nach dem grossen Sumō-finish gings dann noch in den genial eingerichteten Starbucks und wir genossen die Atmosphäre des Schmelztiegels Osakas. Die Dōtonbori Strasse. Schrill, übervoll und mit guten Restaurants und interessantem „Fisch“( gäll Räffi) 😂.
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Hiroshima und Kobe

Die Zugfahrt mit dem Shinkansen-Zug, welcher bis zu 300 km/h schnell sein kann, dauerte gut 4 Stunden um von Tokyo nach Hiroshima zu gelangen. Wir fuhren beim Mount Fuji vorbei, holten Schlaf nach und assen aus Bento-Boxen. Diese kann man an jedem Bahnhof kaufen und sie wird, glaub ich, auch von jedem, welcher mit dem Zug auf Reisen geht, gekauft. Man kann zwischen Sushi, Reis, paniertem Plätzli und sonstigen Leckereien auswählen. Auch wenn die Mahlzeit kalt gegessen wird, ist sie super lecker!

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In Hiroshima checkten wir in einem Backpacker ein und durften unsere erste Nacht in einem japanischen Zimmer verbringen. Der Boden ist mit einer Reis-Strohmatte bedeckt und die Matratze ist viel dünner als gewohnt und direkt auf dem Boden. Ob das bequem ist…..? Zuerst musste jedoch etwas in den Magen. Wir gingen in ein kleines Lokal, in welchem wir der Köchin direkt über die Schulter schauen konnten.

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Auf der Tatami-Matte haben wir übrigens sehr gut geschlafen!! Nach dem Frühstück gings gleich weiter zum Friedensgedächtnismuseum Hiroshima. Das Museum ist interessant, informativ, gleichzeitig aber erschreckend und traurig. Zu wissen, dass es Länder auf dieser Welt gibt, welche im Besitz von Atombomben sind, macht einem Angst. Man kann sich gar nicht vorstellen, mit welcher Kraft und mit welcher Hitze diese Bombe Menschen verbrennen und Häuser wegfegen kann. Mit einem mulmigen Gefühl verliessen wir das Museum und gingen noch durch die Parkanlage, wo immer noch das „Skelett“ eines verbombten Gebäudes steht.

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Die zweite Nacht war nicht mehr so erholsam. Nein, es lag nicht an der Tatami-Matte, sondern am Erdbeben, welches uns in Angst und Schrecken setzte!! Aus irgendeinem Grund waren wir beide um ca. 2 Uhr morgens wach. Und ein paar Sekunden später gab es einen Knall und unser Haus fing an zu schaukeln. Aber nicht nur ein wenig, sondern ziemlich heftig!! Und auch nicht nur kurz! Als es vorbei war, sprach draussen jemand durch Lautsprecher! Aber was tun? Wir verstanden ja nichts!!! Dann gingen plötzlich Sirenen los und wir dachten schon an einen Tsunami. Im Backpacker blib es jedoch ruhig, also beruhigten wir uns dann auch wieder 😊 Am nächsten Tag fanden wir dann heraus, dass das Beben eine Stärke von 6.4 hatte und ein paar Gebäude in der Region Schäden davon trugen. Glück gehabt!

Weiter gings mit dem Tram nach Miyajima-guchi und mit der Fähre rüber auf die Insel Miyajima. Die Insel ist für den Itsukushima-Schrein und das Torii bekannt. Zuerst musste aber eine heisse Schoggi her, denn es war bitterkalt! Mit der Schoggi in der Hand machten wir uns auf den Weg.
Wir staunten nicht schlecht, als wir mitten auf der Strasse plötzlich Rehe sahen! Schnell Chrigi, mach eine Foto! Doch pressieren musste er nicht, denn die Insel war voller Rehe, zahmer Rehe 😊 Übrigens: wir nannten sie Mirzas! (Hmm, ein Rehschnitzel wäre jetzt nicht schlecht)

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Die Hauptgebäude des Itsukushima-Schreins ruhen direkt vor der Insel auf erhöhten Plattformen, deren Pfeiler bei Flut im Wasser stehen, so dass die ganze Anlage zu schwimmen scheint. Sie sind mit einem 280 Meter langen überdachten Korridor miteinander verbunden. Ein Teil des Schreins ist die älteste erhaltene Nō-Bühne der Welt, bestehend aus einer überdachten Bühne und einem durch eine Brücke damit verbundenen Gebäude für die Schauspieler. Weltberühmt ist das hölzerne Torii aus dem Jahr 1875, das etwa 160 Meter vor dem Schrein steht. Bei Ebbe kann es zu Fuss erreicht werden, bei Flut steht es vollständig im Wasser.

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Unser nächstes Ziel hiess Kobe und somit auch Kobefleisch verzehren 😋. Also musste die Mitarbeiterin im Backpacker daran glauben und zum Hörer greiffen. Wir wollten unbedingt, im voraus gegoogelten Restaurant, Platz haben. Gesagt, getan und schon sassen wir dort 😊 Wir bestellten extra das teuerste Fleisch, doch genau dies schmeckte uns nicht so. Das Rindfleisch hatte fast mehr fett dran als sonst was. Schon nach kurzer Zeit hatten wir genug und wir schworen uns, dass wir das nie mehr essen werden….Falsch gedacht! Am nächsten Abend gingen wir nochmals, bestellten aber das extra rote Fleisch. Es war köstlich! Und zudem noch viel günstiger 😄

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Noch etwas zum Abschluss:
In Japan gibt es doch tatsächlich warme WC-Sitze! Wie geil ist das denn 😃

Tokyo

Mann, waren wir gespannt, wie Japan, insbesondere Tokyo, sein würde!

In Narita Airport gelandet, merkte man bereits, dass man in einem anderen Land war.
Japan ist sehr strukturiert und innerhalb einer halben Stunde sassen wir bereits im Narita Express Richtung Tokyo. Mit dabei die Suica Card (Metrokarte) und der sehr wichtige Metrofahrplan. Die Stationen und die Wegweiser sind zum Glück auch auf Englisch angeschrieben und wir kamen im Untergrund gut zurecht. In der Metrostation Shibuya nach 1.5 Stunden angekommen und zum ersten mal im Freien, merkten wir, dass auch etwas anderes gewechselt hatte. Die Temperaturen! Trotz Thermounterwäsche, Fleecejacke, Kaputzenpulli, Windjacke, Handschuhe, Schal und Kappe, froren wir. Die Temperaturen bewegten sich nämlich um 8 Uhr abends bereits in den Minusbereichen. Nun musste etwas warmes her. Fürs Znacht suchten wir unser erstes Japanisches Restaurant auf und erwischten irgendwo im Untergeschoss eine wärmende Udonsuppe.

Gestärkt und gewärmt von der Mahlzeit, nahmen wir die letzte Etappe zu unserem Schlafplatz in Angriff. Beim herbeigewinkten Taxi öffnete sich die Hintertüre wie von Zauberhand. Erstaunt stiegen wir hinein und die Türe schloss sich auch wieder automatisch! Unser magisches Taxi brachte uns zum gewünschten Ziel, einem AirBnb. Dies ist eine Privatwohnung, welche wir tageweise mieten konnten.

Jetzt nur noch den Briefkasten mit dem blauen Zahlenschloss finden und rein in die Wärme. Das dachten wir zumindest… Das Zahlenschloss haben wir gefunden, das Schloss liess sich auch öffnen, aber vom Schlüssel fehlte jede Spur. Shit! Es war 23 Uhr, unsere SIM-Karten funktionierten in Japan nicht, Internet hatten wir auch keines und wir befanden uns mitten im Nirgendwo. Keine Chance sich mit der Vermieterin in Verbindung zu setzten. Resigniert, enttäuscht und durchgefroren, begannen wir eine andere Unterkunft zu suchen. Auch ein hilfsbereiter Japaner der für uns telefonierte erreichte die Vermieterin nicht. Doch beim umherirren, bemerkten wir, dass wir Wifi hatten. Unser IPhone hatte sich ins 7-Eleven Wifi eingeloggt und mittels E-Mail konnten wir Paula, unsere Vermieterin doch noch erreichen 😉

Nach kurzem E-Mail-Verkehr und einem Recheck in einer Briefkastenbox oberhalb von der bereits Durchsuchten, fanden wir den erlösenden Wohnungsschlüssel. Nach einer warmen Dusche und dem gescheiterten Versuch die Anleitung der Japanischen Heizung zu verstehen, deckten wir uns dick ein und waren froh, angekommen zu sein. Was für ein Start!

In den nächsten vier Tagen widmeten wir uns der Stadt Edo (Tokyo).
Gleich am ersten Tag hatten wir eine Privatführung von der Japanerin Hiro E Sano. Sie revanchierte sich nämlich für die Zürich-Führung, welche Jan und ich ihr im Herbst gegeben haben. Wir assen traditionelle Gerichte wie das Okonomiyaki oder tranken den Matcha-Tee und liessen uns die Japanische Kultur und Lebensgewohnheiten erklären. Weiter verbrachten wir den Sonntag mit einer Lieblingsbeschäftigung der Japaner. Spazieren und einkaufen – zusammen mit ganz Tokyo und deren Agglomeration ;-). Am Abend führte uns unsere AirBnb Gastgeberin Paula, welche uns kennenlernen wollte, zu einem einheimischen Lokal, zum Essen aus. Die Atmosphäre war wie in einer richtigen Knelle, die Gastgeber eilten umher und das Essen war weit mehr als köstlich! Göttlich! (gemäss Hattrick Terminologie) Genau so hatten wir es uns vorgestellt. Japan pur!

Die nächsten Tage waren streng, denn wir besuchten diverse Viertel wie die bekannten Roppongi, Shibuya und Akihabara. Wir shoppten im einzigartigen Tokyu Hands, in mehreren 7-stöckigen Shoppingcenter und amüsierten uns im berühmten 5-stöckigen Erotikshop M’s über Dinge, die die Sexwelt nicht wirklich braucht 🙂 Weiter gings zu berühmten Schreine, wunderschöne Tempel und zum Fischmarkt.

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Die Tuna Auktion verpassten wir leider, weil um 4.24 Uhr morgens die 120 erhältlichen Tickets (eigentlich kaufbar ab 5.00 Uhr!) bereits ausverkauft waren. Auf dem Fischmarkt findet man alles was im Meer ist. Wirklich alles! Und um den Besuch abzurunden, assen wir die frischesten Edomae-Sushi (Sashimi) quasi direkt aus dem Meer an einer uns empfohlenen Fischmarkt Adresse! Sensationell gut! Am letzten Tag besuchten wir einen Sushikurs, den wir bereits im Voraus gebucht hatten und assen unsere Kunstwerke gleich selber auf 🙂

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An Tokyo begeisterten uns vor allem die Menschen. Einerseits die riesigen Massen, andererseits die Perfektion und die Hingabe an ihrem Tun. All die Verneigungen, die Rituale, den Anstand usw.. Einfach faszinierend.

Diese Riesenmetropole kann man nicht wirklich in Worte beschreiben. Sie ist eher ein Mix aus:
– der Pünktlichkeit und Sauberkeit von der Schweiz,
– der Metro, dem Linksverkehr und dem Menschenandrang von London,
– den Wolkenkratzer und der LED-Plakatwerbung von New York,
– dem Eiffelturm von Paris.

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Tokyo muss man schon selber erlebt haben. Einfach genial.

Mittels JR Pass (eine Art GA für die Schnellzüge) reisten wir mit dem Shinkansen weiter nach Hiroshima. Tokyo werden wir in drei Wochen wieder besuchen. Hoffentlich blühen bis dahin die Kirschbäume!!!

Pech und Pannen

Unser nächstes und auch letztes Ziel in den Philippinen hiess Palawan. Wieder einmal waren wir auf die Hilfe der Philippinos angewiesen. Unser erster Flug hatte nämlich Verspätung und so landeten wir viel zu spät in Manila. Mit Sack und Pack rannten wir durch den Flughafen zum Check-in. In Coron konnten sie uns zwar die Anschlussflugboardingkarte aushändigen, doch das Gepäck konnte nicht „durchgecheckt“ werden. Es sah so aus, als hätten sie den Schalter nur noch wegen uns offen. Das Gepäck wurde nicht mit dem Band befördert, sondern gleich von Angestellten beschlagnahmt und von Hand zum Flugzeug getragen. Und wir 2 wurden von einem Angestellten bis zum Gate gebracht. Glück gehabt, wir kamen inkl. Gepäck in Puerto Princesa an.

Beim Check-in im Hotel hat mein Schleckmaul-Herz höher geschlagen. Gleich neben der Reception stand ein Kühlschrank voller Schweizer Schoggi. Als Bettmümpfeli gabs dann ein Munz Schoggistängeli und ein Kägifret. Nicht schlecht 😋

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Am nächsten Tag besuchten wir den Unterwasserfluss von Palawan. Touristen werden in einem kleinen Boot 1.5 km in die Höhle gepaddelt. Die ganze Höhle ist jedoch 8.2 Km lang und voller Stalagmiten und Stalaktiten. Unser Bootsführer hatte für jede Felsformation einen Namen, wie z.B. Sharon….Stone 😂. Oder dann sah er Pilze, Tintenfische oder ein Frauenpo! Und das Wasser dürfe man ja nicht berühren – man wird ja sonst nass!! Zudem warnte er uns: wir sollen ja nicht nach oben schauen ohne den Mund geschlossen zu halten. Die Höhle war nämlich voller Fledermäuse 😊

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Für die nächsten 4 Nächte haben wir ein Zimmer in El Nido gebucht. Zuerst hiess es aber noch 5-6 Stunden mit dem Minivan zu reisen. Es war eng, unbequem und es schleuderte uns von rechts nach links und umgekehrt. Der Fahrer hatte es seehr eilig und die Strasse war nicht etwa gerade…..Durch die Dörfer oder bei Schulen wurde einfach gehupt und nicht etwa ein wenig gebremst. Gleich neben mir sassen zudem 2 Schweizer. Welch Zufall!

Das Hotel in El Nido war ein wenig ausserhalb vom Zentrum; an schöner, sehr ruhiger Lage. Doch der Schein trügt. Zuerst konnte der Manager unser Zimmerschlüssel nicht finden und dann konnten wir nicht ins Zimmer, weil es nicht gereinigt war. Also schlürften wir zuerst einmal einen frisch gepressten Mango Saft im Restaurant. Es kam aber noch schlimmer! Die 2. Nacht verbrachten wir mit den Ameisen. Tausende Ameisen, welche aus dem Dach runter kamen. Es wäre gar kein Problem gewesen, wenn diese Viecher an der Wand geblieben wären. Nein, sie mussten auch noch zu uns ins Bett kommen! Mit Schlafen wars vorbei. Es juckte überall und wir waren hellwach. Chrigi ging zur Reception runter um zu fragen, ob evtl. ein anderes Zimmer frei ist. Leider nein. Also sprayten wir den Matrazenrand mit Antibrumm ein und gingen wieder ins Bett. Die Spinne, welche wir auch noch im Zimmer hatten, lebte nicht lange. Cyrill sei Dank! Cyrill war unsere Zimmereigene 25cm riesen Eidechse, welche sich schön brav hinter dem Wandspiegel versteckt hatte, einen aber wegen seiner Grösse doch erschrecken kann 😄 Und waren da nicht noch Mäuse unter dem Dach? Auf jedenfall war etwas lautes dort oben…

Am nächsten Morgen checkten wir aus. Anstatt dass der Manager sich entschuldigte, Versuchte der Manager uns die Schuld wegen der Ameisen in die Schuhe zu schieben: Dies passiere halt, wenn man Lebensmittel im Zimmer hat. Mäuse unter dem Dach? Nein, auf keinen Fall, sicher nicht in seinem Hotel! Wir hatten aber kein Essen im Zimmer und warscheinlich waren es Ratten anstelle von Mäusen.

Also checkten wir bei Hansruedi und Nitz, den Nachbarn, ein. Die beiden pensionierten Schweizer vermieten auf ihrem riesengrossen, wunderschönen Grundstück 2 Zimmer. Zur Begrüssung gabs Coci, Sprite und leckere Bananen. Hier fühlten wir uns wohl. Wir wurden sogar für den nächsten Abend zum Essen eingeladen.

Am nächsten Tag mieteten wir ein Töffli. Diesmal eine grössere Maschine, Halbautomatik 😀. Das fahren im Norden von El Nido war nicht ganz so angenehm. Die Strasse war nicht asphaltiert und demzufolge sehr holprig und staubig. Leider konnten wir die Fahrt nicht sehr lange geniessen. Unser Töffli hatte plötzlich Schwierigkeiten mit dem Beschleunigen; vorallem bergauf! „Chrigi, wir sind zu schwer für dieses Philippinotöffli!!“ Manchmal kamen wir ganz knapp oben an, manchmal stieg ich ab, manchmal musste ich sogar stossen. „Chrigi, hoffentlich bringt uns dieses Töffli noch nach Hause?!“ 3 Stunden später und etwa 15 km vor El Nido ging gar nichts mehr. Gut, so musste das Töffli halt gestossen werden…..Beim Vorbeifahren wurde gehupt und gelacht. Vermutlich gingen die Philippinos davon aus, dass uns das Benzin ausging. 4 Touristen und 4 Einheimische hielten an. Die Touristen versprachen uns, den Vermieter zu informieren, die Einheimischen schauten sich das Töffli an und versuchten die Ursache herauszufinden. Doch niemand konnte uns helfen. Etwa 1 Stunde später kamen wir schweissgebadet zu einem Dörfli, mit gekühltem Coci und Helfern. Mit einer Schnur am Lenker schleppte das Trycicle unser Töffli bis zur „Tuningstation“ ab, wo man uns mitteilte, dass das Töffli nicht auf die Schnelle repariert werden könne. Irgendetwas im Motor sei kaputt. Also fuhren wir mit dem Trycicle weiter bis nach El Nido zum Vermieter. Dieser zeigte sich zum Glück verständnisvoll und so mussten wir nur die Miete bezahlen. Glück gehabt!

Zurück ins Hotel und ab unter die Dusche! Denn um 7 gabs ja bei Nitz und Hansruedi Znacht! Zu 7. sassen wir am Tisch: Nitz, Hansruedi, wir 2 , die Schwester von Nitz und 2 Angestellte. Es gab Calamari, Salat, Nudeln und Reis. Es war köstlich! Hansruedi öffnete noch eine Flasche Brandy und wir 4 plauderten bis fast um Mitternacht über Gott und die Welt bis die Flasche leer war. Was für zwei nette und interessante Leute diese Nitz und dieser Hansruedi! Wir werden uns bestimmt bei ihnen melden, um sie dann mal in der Schweiz zu treffen.

Am nächsten Tag gings zurück nach Puerto Princesa und dann am darauffolgenden Tag weiter zum Flughafen. Auf Wiedersehen Philippinen!